Stadtquartier mit einzigartigem Inselcharakter
Das neue Wohnquartier an der Elisabeth-Selbert-Straße in Mülheim zeigt, wie sich bezahlbarer Wohnungsbau mit hoher Bauqualität und ästhetischem Anspruch vereinen lässt.
Das neue Wohnquartier an der Elisabeth-Selbert-Straße in Mülheim zeigt, wie sich bezahlbarer Wohnungsbau mit hoher Bauqualität und ästhetischem Anspruch vereinen lässt.
| Gebäudetyp | Mehrfamilienhaus |
| Produktbereiche | Fenster Türen |
| Schüco Systeme | ADS 75.SI LivIng 82 |
| Merkmale | Neubau Energieeffizienz |
| Standort | Mülheim an der Ruhr, Deutschland |
| Fertigstellung | 2023 |
| Architekten | Druschke Architektur | BDA |
| Fachbetrieb | OLIVA GmbH |
| Bildnachweis | © TR-Architekturfotografie und Ralph Richter |
Der Kostendruck im Wohnungsbau ist hoch. Für Planer und Architekten stellt sich die Herausforderung, trotz knapper Budgets städtebauliche Umgebungen zu entwickeln, in denen sich Menschen gerne aufhalten und die ein lebendiges Miteinander ermöglichen. Wie das gelingen kann, zeigt das Team von Druschke NxT Architektur für das kommunale Wohnungsunternehmen SWB bei einem neuen Quartier in Mülheim an der Ruhr. Das Areal wird von der Elisabeth-Selbert-Straße ringförmig umschlossen, was ihm einen einzigartigen Inselcharakter verleiht. Drei der ursprünglich sechs Bestandszeilen wurden zurückgebaut und durch sechs Neubauten ersetzt, die sich harmonisch in die Topografie einfügen. Gemeinsam mit den drei erhaltenen Häusern definieren sie eine neue, grüne Quartiersmitte mit Spiel-, Aufenthalts- und Bewegungsflächen.
In den Neubauten entstanden insgesamt 72 Wohnungen. 39 werden öffentlich gefördert, davon zwölf im sogenannten zweiten Förderweg. Dieses Modell ist zwischen dem klassischen Sozialwohnungsbau (erster Förderweg) und dem freien Wohnungsmarkt angesiedelt. Mit vergünstigten Mieten richtet es sich an Familien mit mittleren Einkommen und ist Bestandteil der gezielten sozialen Durchmischung des Quartiers. Errichtet im Standard KfW-Effizienzhaus 55, verfügen die Zwei- bis Vierzimmerwohnungen allesamt über Balkone oder Terrassen. 36 Erdwärmesonden versorgen die Häuser mit Energie, Spitzenlasten werden durch Fernwärme abgedeckt. PV-Anlagen mit Mieterstrommodellen senken die Nebenkosten. Oliver Thiele, Projektleiter bei Druschke NxT, beschreibt die Herangehensweise: „Unser Ziel war es, nachhaltigen, sozial und architektonisch hochwertigen Wohnraum zu schaffen – offen, generationengerecht und lebenswert. So stellen wir uns zukunftsorientierte Architektur vor“.
Bestandteil der energetisch optimierten Gebäudehülle der Häuser ist das Kunststoff-Fenstersystem Schüco LivIng 82 AS, welches mit einer Bautiefe von 82 mm und einem Uf-Wert von bis zu 0,96 W/(m2K) für hervorragende Wärmedämmung steht. Integrierte Rollläden dienen als Sicht- und Sonnenschutz. Für den sommerlichen Wärmeschutz sind die Fenster je nach Orientierung der Fassade teilweise mit Sonnenschutzglas ausgestattet. Außenseitig sind die Kunststoff-Profile im Holzdekor „AnTeak“ foliert, die Innenseite ist weiß. Das Holzdekor der Kunststofffenster harmoniert perfekt mit den im RAL-Farbton „perlbeige“ gehaltenen Aluminium-Haustüren des Systems Schüco ADS 75.SI. Die Bezeichnung „SI“ steht für Super Insulated, denn auch bei den Türen wurde auf die Minimierung der Energieverluste großen Wert gelegt. Das thermisch getrennte Türsystem kombiniert einen überzeugenden UD-Wert von 1,2 W/m2K mit wegweisender Funktionalität und großem gestalterischen Spielraum.
Die Oliva GmbH aus Marl fertigte für die sechs barrierefreien Mietshäuser rund 500 Fenster und Türen. Die formschönen, überwiegend bodentiefen Elemente bieten den Nutzern einen hohen Komfort. Sie sind nicht nur langlebig, sondern zeichnen sich auch durch einen geringen Wartungsaufwand aus. Das hält die Betriebskosten gering und trägt zum Werterhalt der Immobilien bei.
Die Transformation des Areals an der Elisabeth-Selbert-Straße zeigt, wie aus einem wenig attraktiven Quartier ein lebendiger und grüner Stadtraum werden kann. So sieht es auch Architekt Oliver Thiele: „Wir haben ein vielfältiges Wohnangebot für eine bunte Mieterschaft geschaffen. Das belebt die Insel und wird unterschiedlichsten Lebensmodellen gerecht.“
Das Projekt wurde mit dem Big See Architecture Award 2026 ausgezeichnet und für den Deutschen Bauherrenpreis nominiert.