Ospedale San Raffaele

Ein Erweiterungsbau mit gläserner Fassadenlösung

Im Zentrum des bestehenden Krankenhauses in Mailand verbindet ein rund 40.000 m² großer Erweiterungsbau hochspezialisierte Funktionsbereiche mit modernen Pflegeeinheiten. Der geschwungene Baukörper vereint funktionale Effizienz mit markanter architektonischer Identität. Flexible Nutzungsstrukturen, eine direkte Erschließung und helle, patientenorientierte Räume prägen das Konzept. Die Gebäudehülle stellte dabei besondere Anforderungen an Planung, Systementwicklung und technische Umsetzung.

Details zur Referenz

Gebäudetyp Sport und Kultur
Produktbereiche Türen Fassaden
Merkmale Neubau
Standort Milano, Italien
Fertigstellung 2021
Architekten CUCINELLA ARCH. MARIO STUDIO M.C.A.
Fachbetrieb AGHITO ZAMBONINI S.P.A.
Bildnachweis © Duccio Malagamba, Mario Cucinella Architects

Eine Fassade für Licht, Komfort und Funktion

Die äußere Erscheinung des Neubaus wird durch eine vollständig verglaste Gebäudehülle geprägt, deren leichte Krümmung entlang des gesamten Umfangs variiert. So werden die Ausblicke aus den Patientenzimmern differenziert und zugleich der Tageslichteintrag im zentralen Bereich der Fassade verbessert. Prägend sind zudem großzügige Verglasungen an den Gebäudeecken, wo gemeinschaftlich genutzte Aufenthaltsbereiche für die Pflege angeordnet wurden. Vertikale, geschosshohe Sonnenschutzelemente ergänzen das Fassadenkonzept und übernehmen zugleich eine bioklimatische Funktion. So verbindet die Gebäudehülle räumliche Qualität, Nutzungskomfort und technische Leistungsfähigkeit.

Fassadenlösung für anspruchsvolle Geometrien

Die komplexe Fassadenform stellte hohe Anforderungen an Planung, Systementwicklung und Umsetzung. Schüco begleitete das Projekt von der Machbarkeitsstudie über Systemanpassungen und Prüftests bis zur Unterstützung des Fassadenpartners in der Werkstatt. Entwickelt wurde eine Fassadensonderlösung auf Basis des Systems ABC mit verglasten und paneelbelegten Zellen, die rechtwinklig im 90°-Stoß gefügt sind und eine flächenbündige Ganzglasoptik ermöglichen. Für die gekrümmte Geometrie mit Neigungen von 179 bis 163 Grad wurden projektspezifische Profile, Ausgleichselemente und Dichtungen entwickelt. Anti-Buckling-Zubehör, Aluminiumverstärkungen sowie Halterungen aus Duplexstahl sichern Stabilität und die Anbindung der geschosshohen Sonnenschutzlamellen. Ergänzt wird die Lösung durch integrierte Öffnungselemente, die in Teilbereichen auch von außen für Notfälle zugänglich sind.

Leistungsfähigkeit, die langfristig überzeugt

Auch konstruktiv wurde die Fassade konsequent auf die Anforderungen des Projekts abgestimmt. Pfosten- und Riegeltiefen wurden projektspezifisch angepasst, zusätzliche Verstärkungen und eine doppelte Dichtungsebene sichern Stabilität und Witterungsschutz. Gleichzeitig folgt die Materialwahl den Prinzipien einer nachhaltigen und effizienten Bauweise. Die eingesetzten Aluminiumsysteme tragen dazu bei, Energieverbrauch und Komfort in Einklang zu bringen und zugleich hohe Anforderungen an Dauerhaftigkeit, Ästhetik sowie thermische, akustische und ergonomische Leistung zu erfüllen. Der Neubau ist zudem das erste Krankenhaus in Italien mit LEED-Gold-Zertifizierung.