Landratsamt Waiblingen

BIPV konsequent umgesetzt

Mit dem Erweiterungsbau des Landratsamts Rems-Murr-Kreis in Waiblingen entstand ein technisch anspruchsvolles Verwaltungsgebäude. Es vereint Holz-Hybrid-Bauweise, BIPV und Systemintegration in einem schlüssigen Gesamtkonzept. Die Umsetzung demonstriert, wie gestalterische Qualität und effiziente Baubarkeit zusammenwirken können.

Details zur Referenz

Gebäudetyp Büro und Verwaltung
Produktbereiche Fenster Türen BIPV
Schüco Systeme BIPV
Merkmale Gebäudeerweiterung Energieeffizienz
Standort Waiblingen, Baden-Württemberg
Fertigstellung 2024
Architekten Landratsamt Rems/Murr a+r Architekten GmbH Stuttgart
Fachbetrieb Neumayr Holding GmbH
Bildnachweis © Brigida González

Präzise Planung und effiziente Umsetzung

Inmitten der Waiblinger Innenstadt entstand auf dem Gelände eines ehemaligen Parkdecks ein kompakter, fünfgeschossiger Neubau. Der polygonale Baukörper fügt sich präzise in das bestehende Ensemble des Landratsamts ein und markiert den Eingang zum neuen Campus Alte Post. Die komplexe Gebäudegeometrie stellte hohe Anforderungen an Tragwerk, Fassade und Schnittstellenkoordination. Während der Stahlbetonkern die notwendige Aussteifung übernimmt, wurden die umschließenden Geschosse in Holz-Hybrid-Bauweise mit Recyclingbeton ausgeführt. Diese Kombination ermöglicht eine hohe Tragfähigkeit bei reduziertem Materialeinsatz und leistet zugleich einen Beitrag zur Dekarbonisierung. Im Sockelbereich sorgt eine hinterlüftete Klinkerfassade für Robustheit und Langlebigkeit. In den Obergeschossen kam eine rhythmisch gegliederte Holz-Aluminium-Pfosten-Riegel-Konstruktion von Schüco zum Einsatz.

BIPV als Gestaltungselement der Fassade

Die Integration der bauwerkintegrierten Photovoltaik erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen a+r Architekten, dem Systemhersteller und dem Verarbeiter. Die Module wurden als durchgängiges Gestaltungselement konzipiert und präzise in die Holz-Aluminium-Fassade eingebunden. Auf den unterschiedlich orientierten Fassadenflächen sorgen variierende Modulformate für ein gleichmäßiges Erscheinungsbild, das sich nahtlos an die rhythmische Gliederung der Pfosten-Riegel-Konstruktion anpasst. Farbton und Oberflächenbeschaffenheit wurden gemeinsam abgestimmt, um architektonische Wirkung und technische Anforderungen zu vereinen. Durch ihre satinierte, bronzefarbene Optik fügt sich die BIPV-Fassade harmonisch in das Gesamtbild ein und verleiht dem Baukörper eine hochwertige, changierende Tiefe.

Produktinformationen

BIPV

Schüco Building Integrated Photovoltaics

Effiziente Lösungen für nachhaltige Energieerzeugung an Gebäuden

Ab 2021 muss gemäß geltender EU-Gebäuderichtlinie „2010/31/EU“ jedes neue Gebäude in den EU-Mitgliedsstaaten als „nearly zero energy building“ mit einer weitgehend ausgeglichenen Gesamtenergieeffizienz realisiert werden. In diesem Kontext verfolgt die Bundesregierung für Deutschland das Ziel, bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu verwirklichen.

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Technologie und Systemintegration

Die PV-Fassade liefert jährlich rund 88.600 kWh Energie und leistet damit einen zentralen Beitrag zum KfW-Effizienzhausstandard 40 sowie zur DGNB-Gold-Zertifizierung. Die elektrische Verschaltung wurde objektspezifisch optimiert: Anstelle der ursprünglich geplanten 24 Wechselrichter reichen dank angepasster Stringführung acht Geräte aus. Die Verkabelung erfolgt über standardisierte Anschlüsse und Wartungspunkte sind in die Fassadenkonsolen integriert. Die Leistungssteigerung der Paneele um etwa 30 Prozent innerhalb der Planungszeit zeigt die Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts und die zunehmende Marktreife von BIPV-Systemen. Das Energiekonzept korrespondiert mit dem täglichen Lastprofil der Verwaltung: Die tagsüber gewonnene Solarenergie wird direkt im Betrieb verbraucht. In Kombination mit einem digital gesteuerten Gebäudemanagement entsteht so eine effiziente und wartungsarme Energienutzung.

Wald aus Vogelperspektive mit sich drehenden Pfeilen als Recyclingsymbol

Schüco Carbon Control

Der „Europäische Green Deal“ zielt auf Klimaneutralität bis 2050 ab und macht den CO₂-Wert von Gebäuden zum Hauptkriterium für Investitionen und Ausschreibungen.

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