76 Southbank

Brutalismus-Ikone meisterlich revitalisiert

Der ehemalige IBM-Hauptsitz an der Londoner Southbank gilt als Ikone brutalistischer Architektur. In den vergangenen Jahren wurde der denkmalgeschützte Gebäudekomplex sensibel erweitert, energetisch saniert und den Anforderungen an ein modernes Bürogebäude angepasst – unter nachhaltigen Gesichtspunkten und mit allem Respekt gegenüber seiner architektonischen Bedeutung.

Details zur Referenz

Gebäudetyp Büro und Verwaltung
Produktbereiche Fenster Türen Fassaden Sonnenschutz Gebäudeautomation
Schüco Systeme ADS 90.SI FWS 50.SI AWS 70.HI FWS 60 FWS 50 ADS 80 FR 30 AD UP 75
Merkmale Sanierung Dekarbonisierung Brandschutz Investoren
Standort London, Vereinigtes Königreich
Fertigstellung 2023
Architekten AHMM - Allford Hall Monaghan Morris (AHMM)
Fachbetrieb Dane Architectural Systems Holdings
Bildnachweis © Rob Parrish

Ikonisches Ensemble auf dem Prüfstand

Zu den bedeutendsten Kultureinrichtungen im Viertel Southbank am Südufer der Themse zählt das Royal National Theatre, das 1976 nach Entwürfen von Denys Lasdun entstand. 1983 vollendete Lasdun seine Vision auf dem Nachbargrundstück mit dem Bau des IBM-Marketing Centers. Die beiden Gebäude beeindrucken als spätbrutalistisches Ensemble mit ausbalancierter Symmetrie, horizontaler Linienführung, rauen Sichtbetonoberflächen und imposanten Betonkörpern. Um den nach dem Auszug von IBM drohenden Teilabriss zu verhindern, stellte die Stadt London 2020, wie schon 1994 das National Theatre, das ehemalige IBM-Gebäude unter Denkmalschutz. Das Architekturbüro AHMM überarbeitete daraufhin sein Umbaukonzept und versprach den Erhalt von 80 % der Bausubstanz. 

Weiterentwicklung als strategisches Ziel

Die asymmetrische Gebäudestruktur des alten Komplexes wies im Norden und Süden versetzte Geschossebenen auf, wodurch weite Terrassen entstanden. Der Sockelbereich war mit braunen Ziegeln verkleidet, in den Obergeschossen korrespondierten die umlaufenden Fensterbänder und Waschbetonbrüstungen mit den horizontalen Linien des Theaters nebenan und auf dem Dach erhoben sich plastisch gestaltete Technikaufbauten in reiner Betonoptik. Für die strategische Projektentwicklung von Stanhope PLC bot das nun „76 Southbank“ genannte Projekt alle Schlüsselaspekte für eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Umgestaltung: Substanzerhalt und Wertsteigerung durch Sanierung, denkmalschutzkonforme Wiederbelebung und Neuerfindung eines geschichtsträchtigen Gebäudes mit großem Benefit für die Stadterneuerung. 

240815_Schüco_Keyvisual_Erlkönig

Schüco Value Up

Erfahren Sie mehr zu unserem ganzheitlichen Angebot zum Werterhalt im Bestandsbau.

Mehr erfahren
Der umgearbeitete Sanierungsentwurf von AHMM Architects sieht ein weiteres Staffelgeschoss auf dem ursprünglich fünfgeschossigen IBM-Gebäude vor. © Secchi Smith

Bestandsanalyse und neue Pläne

Das neue Konzept von AHMM sah eine behutsame Modernisierung vor. Nach erfolgter CO₂-armer Kernsanierung und energetischer Optimierung sollte die Nutzfläche durch die Aufstockung eines Staffelgeschosses und Erweiterungen im Süden und Osten um 11.000 m² vergrößert und die neuen Büroflächen hocheffizient ausgerüstet und flexibel gestaltet werden. Für die Erfüllung der hohen Nachhaltigkeitsziele mussten die in der Bausubstanz gebundenen CO₂-Emissionen sowie das Abfallaufkommen bei der Entkernung soweit wie möglich reduziert werden. Dafür wurden alle Baumaterialien aus dem Bestand und für den Neubau einer umfassenden Bewertung hinsichtlich ihres ökologischen Fußabdrucks unterzogen und zum Teil aufwendige Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgenommen, soweit keine EPDs zur Verfügung standen.

Produktinformationen

FWS 50.SI

Schüco Fassadensystem FWS 50.SI

Passivhauszertifizierte Pfosten-Riegel-Fassade für variantenreiche Lösungen

Basierend auf einer wegweisenden Isolatortechnologie bietet das Schüco Fassadensystem FWS 50.SI (Super Insulated) höchstwärmegedämmte Lösungen für die Ausführung von variantenreichen Fassaden und Lichtdächern auf Passivhausniveau – inklusive optimierter Fertigungs- und Montageprozesse.

Mehr erfahren

AWS 70.HI

Schüco Fenstersystem AWS 70.HI

Hochwärmegedämmtes Fenstersystem mit attraktiven Lösungsvarianten

Schüco AWS 70.HI (High Insulated) bietet als Bestandteil der Schüco AWS Systemplattform attraktive Lösungsvarianten mit hervorragender Wärmedämmung für die Bautiefe 70 mm.

Mehr erfahren

FWS 60

Schüco Fassadensystem FWS 60

Leistungsstarke Pfosten-Riegel-Fassade mit 60 mm Ansichtsbreite – Basis für variantenreiche Lösungen

Das Schüco Fassadensystem FWS 60 überzeugt als Basissystem für Fassaden und Lichtdachbereiche mit hoher Flexibilität und attraktiven Gestaltungsoptionen – inklusive optimierter Fertigungs- und Montageprozesse. Dank eines breitgefächerten Systemprogramms sind Lösungen für unterschiedlichste Anforderungen und Anwendungen realisierbar.

Mehr erfahren

FWS 50

Schüco Fassadensystem FWS 50

Leistungsstarke Pfosten-Riegel-Fassade mit 50 mm Ansichtsbreite – Basis für variantenreiche Lösungen

Das Schüco Fassadensystem FWS 50 überzeugt als Basissystem für Fassaden und Lichtdachbereiche mit hoher Flexibilität und attraktiven Gestaltungsoptionen – inklusive optimierter Fertigungs- und Montageprozesse. Dank eines breitgefächerten Systemprogramms sind Lösungen für unterschiedlichste Anforderungen und Anwendungen realisierbar.

Mehr erfahren

ADS 80 FR 30

Schüco Türsystem ADS 80 FR 30

Tür- und Wandkonstruktion für multifunktionale Brand- und Rauchschutzanwendungen

Das bewährte, auf hochstandfesten 5-Kammer-Hohlprofilen basierende Schüco Türsystem ADS 80 FR 30 (Fire Resistant) mit der Bautiefe 80 mm überzeugt durch seine Vielseitigkeit in puncto Einsatz, Funktion und Design.

Mehr erfahren

AD UP 75

Schüco Türsystem AD UP 75

Universeller Einsatz als hochfrequentierte Objekttür und designorientierte Haustür

Hervorragende Dämmeigenschaften kombiniert mit hoher Stabilität – das Schüco Türsystem AD UP 75 mit einer Bautiefe von 75 mm bietet hohe Funktionssicherheit für alle Anforderungen im gehobenen Wohn- und Objektbau.

Mehr erfahren

CO₂-Reduktion bei der Sanierung

Trotz Entkernung und Rückbau von Keller und EG konnten 80 % der Betonstruktur erhalten und so CO₂-Emissionen durch Abriss verhindert werden. Über 200 Fassadenteile aus Beton oder Granit wurden zurückgebaut und Projekt oder an anderer Stelle wiederverwendet. Ebenso 27.360 Bodenfliesen, 95 Tonnen Pflastersteine und 71 Tonnen Ziegelsteine. Es wurden neue Fundamente eingebracht und Betonstützen gesetzt, bei denen Hüttensand 50 % des Zements ersetzte. Recycelte Stahlträger und -stützen mit wurden eingebaut und auch für den Hohlraumboden in den Büros wurde recycelter Stahl verwendet. Das Ultra Low Carbon-Aluminium von Schüco hat im Vergleich zu Standardaluminium über 100 Tonnen CO₂-Emissionen eingespart. Die CO₂-Einsparungen entsprechen der jährlichen CO₂-Bindung von 425.000 m² heimischem Wald.

CO₂-Reduktion der Fassade

Die neue Fassade hatte eine große Bedeutung bei der Erfüllung der Nachhaltigkeitsziele, da sie einen beträchtlichen Teil des in dem Projekt gebundenen CO₂ ausmacht. Während der Bestandsanalyse unterstützte Schüco Dane Architectural durch die Bereitstellung projektspezifischer EPDs über SchüCal und ermöglichte so eine präzise Analyse der Umweltauswirkungen. Ein weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit betraf das Recyclingmaterial. „Wir haben die Nachhaltigkeitsanforderungen durch die Bestellung unserer ULC-Aluminiumprofile umgesetzt,“ erklärt Stephen Newell, National Specification Manager bei Schüco. „Diese Profile weisen ein Treibhauspotenzial von weniger als 1,99 kg CO₂ e/kg Aluminium auf und bestehen zu mindestens 75 Prozent aus recyceltem Post-Consumer-Material.“ An der Fassade von 76 Southbank wurde das Pfosten-Riegel-Fassadensystem Schüco FWS 60.SI in der Variante mit aufgesetzter Abdeckleiste installiert. Das dafür bestellte ULC-Aluminium trug zu einer Ersparnis von 100 Tonnen CO₂ in der Ökobilanz bei.

Wald aus Vogelperspektive mit sich drehenden Pfeilen als Recyclingsymbol

Schüco Carbon Control

Der „Europäische Green Deal“ zielt auf Klimaneutralität bis 2050 ab und macht den CO₂-Wert von Gebäuden zum Hauptkriterium für Investitionen und Ausschreibungen.

Mehr erfahren