Schüco Stahlfenster

Stahlfenster sind Fenster, deren Rahmen und Flügel aus Stahlprofilen gefertigt sind. Sie fallen vor allem durch sehr schmale Profile auf, die viel Glasfläche bei wenig Rahmen ermöglichen. Möglich wird das durch die Steifigkeit des Werkstoffs, die deutlich über der von Aluminium liegt. Schüco Stahlsysteme Jansen bietet Lösungen aus Stahl, Cortenstahl und Edelstahl, wahlweise ungedämmt, wärmegedämmt oder hochwärmegedämmt. Eingesetzt werden sie im gehobenen Wohnbau, im Objektbau und besonders häufig bei der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude.

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Stahlfenster: Das Wichtigste in Kürze

  • Stahl ist rund dreimal so steif wie Aluminium, was sehr schmale Profile bei großen Glasflächen ermöglicht.
  • Schüco Stahlsysteme Jansen bietet ungedämmte, wärmegedämmte und hochwärmegedämmte Systeme aus Stahl, Cortenstahl und Edelstahl.
  • Hochwärmegedämmte Stahlfenster erreichen Uw-Werte bis 0,8 W/(m²K), bei Festverglasungen bis 0,69 W/(m²K).
  • Beim Fenstertausch im Bestand gilt derzeit ein gesetzlicher Höchstwert von Uw 1,3 W/(m²K), für eine Förderung wird aktuell Uw 0,95 W/(m²K) oder besser verlangt.
  • Thermisch getrennte, filigrane Profile eignen sich für die Rekonstruktion historischer Fenster im Bestand.
  • Einbruchhemmende und durchschusshemmende Ausführungen sind je nach System möglich.
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Stahlfenster im Überblick

Stahlfenster nutzen eine Eigenschaft, die kein anderes gängiges Rahmenmaterial in dieser Form mitbringt. Stahl verformt sich unter Last deutlich weniger als Aluminium, der Werkstoff ist etwa dreimal so steif. Für ein Fenster bedeutet das, dass ein Stahlprofil dieselbe Last bei erheblich geringerem Querschnitt aufnehmen kann.

Daraus ergibt sich die charakteristische Optik. Die Rahmen bleiben schmal, die Glasfläche wächst und es entsteht der filigrane Eindruck, der Stahlfenster seit der Industriearchitektur prägt. Gleichzeitig trägt der Werkstoff schwere Verglasungen und große Formate, ohne dass die Profile dicker werden müssen.

Schüco Stahlsysteme Jansen deckt drei Leistungsstufen ab. Ungedämmte Systeme kommen dort zum Einsatz, wo kein Wärmeschutz gefordert ist, etwa bei Innenfenstern, Trennwänden und Raumteilern. Wärmegedämmte Systeme eignen sich für die meisten Anwendungen in der Gebäudehülle. Hochwärmegedämmte Systeme sind für energetisch anspruchsvolle Neubauten und Sanierungen ausgelegt. Als Werkstoff stehen Stahl, Cortenstahl mit seiner bewitterten Oberfläche und Edelstahl zur Wahl.

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Schmale Ansichtsbreiten und große Glasflächen

Wie schmal Stahlprofile ausfallen können, zeigt das hochwärmegedämmte Fenstersystem. Die Körperbreite liegt beim Blendrahmen bei 30 oder 50 mm, beim Flügelprofil bei 25 mm. Zum Vergleich: Bei Kunststofffenstern liegen die sichtbaren Rahmenbreiten typischerweise um ein Vielfaches darüber.

Für den Raum hat das eine unmittelbare Wirkung. Je schmaler der Rahmen, desto größer der Glasanteil bei gleicher Fensteröffnung und desto mehr Tageslicht gelangt nach innen. Bei mehrflügeligen Konstruktionen, großen Fenstern  und Fensterbändern summiert sich dieser Effekt sichtbar.

Die Bautiefe von 80 mm schafft zugleich Platz für Zwei- und Dreischeiben-Isoliergläser. Schlanke Ansicht und moderne Verglasung schließen sich damit nicht aus und sind oft Teil moderner Loft-Konzepte.

Wärmedämmung und U-Wert bei Stahlfenstern

Stahl leitet Wärme gut, was im Fensterbau zunächst ein Nachteil ist. Ein durchgehendes Metallprofil würde als Wärmebrücke wirken. Moderne Systeme lösen das über eine thermische Trennung. Zwischen der inneren und der äußeren Profilschale sitzen Isolierstege aus glasfaserverstärktem Polyurethan, die den Wärmefluss über den Rahmen deutlich verringern und zugleich die Statik des Verbunds sichern.

Der U-Wert beschreibt bei allen Fenstern, wie viel Wärme verloren geht. Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung. Zu unterscheiden sind der Ug-Wert für die Verglasung, der Uf-Wert für den Rahmen und der Uw-Wert für das gesamte Fenster. Für gesetzliche Vorgaben und Förderungen ist immer der Uw-Wert maßgeblich.

Mit Dreifach-Isolierverglasung erreichen hochwärmegedämmte Schüco Stahlfenster Uw-Werte bis 0,8 W/(m²K). Festverglasungen, die ohne beweglichen Flügel auskommen, erreichen bis 0,69 W/(m²K). Der konkrete Wert hängt von System, Fenstergröße, Verglasung und Ausführung ab.

Zur Einordnung der geltenden Anforderungen:

SituationWertEinordnung
Gesetzlicher Höchstwert beim Fenstertausch im Bestand (GEG)1,3 W/(m²K)solide Wärmedämmung
Voraussetzung für die Förderung (BAFA)0,95 W/(m²K) oder bessergute bis sehr gute Wärmedämmung
Passivhaus-Niveau (typisch)um 0,8 W/(m²K)hervorragende Wärmedämmung

 

Ungedämmte Stahlprofile erfüllen diese Anforderungen nicht und sind dafür auch nicht vorgesehen. Ihr Einsatzbereich liegt im Innenausbau, wo keine Wärmeschutzanforderungen gelten.

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Stahlfenster im Denkmalschutz und bei der Sanierung

Im Bestand spielt Stahl eine besondere Rolle. Viele Gebäude aus der Industriearchitektur, der Klassischen Moderne und dem Bauhaus wurden mit schmalen Stahlfenstern gebaut. Werden diese Fenster ersetzt, muss die neue Konstruktion die ursprüngliche Ansicht treffen und das gelingt mit dickeren Profilen aus anderen Materialien meist nicht.

Filigrane, thermisch getrennte Stahlprofile lösen diesen Zielkonflikt. Sie bilden historische Profilformen und Teilungen nach und erfüllen gleichzeitig heutige Anforderungen an Wärmeschutz, Dichtheit und Sicherheit. Für die stilgerechte Sanierung historischer Industrie-, Verkehrs- und Verwaltungsbauten gibt es dafür eigene Profilserien.

Sprossen unterstützen die authentische Wirkung. Innenliegende Sprossen im Scheibenzwischenraum bleiben pflegeleicht, aufgesetzte Sprossen erzeugen eine plastische Teilung auf der Glasfläche und glasteilende Sprossen unterteilen die Verglasung tatsächlich in einzelne Felder, was der historischen Bauweise am nächsten kommt.

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Öffnungsarten, Sicherheit und Brandschutz

Für Stahlfenster steht ein breites Beschlagsortiment zur Verfügung. Umsetzbar sind Dreh-, Drehkipp-, Stulp- und Kippflügel sowie Fenstertüren, dazu Festverglasungen ohne Öffnungsfunktion. Damit lassen sich auch anspruchsvolle Fassadengliederungen umsetzen, ohne die schlanke Ansicht aufzugeben.

Beim Einbruchschutz kommt es nicht nur auf den Rahmen an, sondern auf das Zusammenspiel aller sicherheitsrelevanten Bauteile. Die hohe Festigkeit des Werkstoffs bildet dafür eine gute Grundlage. Die hochwärmegedämmten Fenstersysteme sind je nach Ausführung optional in einbruchhemmender und durchschusshemmender Ausführung erhältlich.

Stahl ist nicht brennbar und behält seine Form auch bei hohen Temperaturen vergleichsweise lange. Für Bauteile mit Brand- und Rauchschutzanforderungen gibt es deshalb eigene geprüfte Stahlsysteme. Welche Klassifizierung erforderlich ist, ergibt sich aus dem Brandschutzkonzept des jeweiligen Gebäudes.

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Oberflächen, Farben und Werkstoffvarianten

Stahlprofile werden in der Regel pulverbeschichtet. Damit stehen die beaknnten RAL-Farbtöne zur Verfügung. Gewählt werden besonders häufig Schwarz- und Anthrazittöne, weil sie die schmale Ansicht betonen. Neben dem Farbton lässt sich der Glanzgrad festlegen, von matt über seidenglänzend bis glänzend.

Die Beschichtung übernimmt zugleich den Korrosionsschutz. Sie wird industriell aufgebracht und schützt den Werkstoff dauerhaft vor Feuchtigkeit und Witterung. Kleinere Beschädigungen an der Oberfläche sollten zeitnah ausgebessert werden, damit die Schutzwirkung erhalten bleibt.

Neben verzinktem und beschichtetem Stahl stehen zwei weitere Werkstoffe zur Wahl. Cortenstahl bildet an der Luft eine festhaftende Rostschicht, die den darunterliegenden Stahl schützt und eine warme, rotbraune Oberfläche ergibt. Edelstahl ist von sich aus korrosionsbeständig und wird dort eingesetzt, wo eine metallische Oberfläche gewünscht ist oder die Umgebung besonders beansprucht, etwa in Küstennähe.

FAQs zu Stahlfenstern

Welche Vorteile bieten Stahlfenster?

Stahlfenster bieten vor allem den Vorteil sehr schmaler Profile bei hoher Tragfähigkeit. Weil Stahl rund dreimal so steif ist wie Aluminium, kommen die Rahmen mit deutlich geringerem Querschnitt aus und tragen trotzdem große, schwere Verglasungen. Daraus ergeben sich mehr Glasfläche, mehr Tageslicht und die filigrane Optik, die für Stahlfenster charakteristisch ist. Hinzu kommen die Formfreiheit für Sonderformen, die Eignung für den Denkmalschutz und die Robustheit des Werkstoffs über lange Nutzungszeiträume.

Wie gut ist die Wärmedämmung von Stahlfenstern?

Die Wärmedämmung von Stahlfenstern ist bei thermisch getrennten Systemen sehr gut und erfüllt die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes. Zwischen innerer und äußerer Profilschale sitzen Isolierstege aus glasfaserverstärktem Polyurethan, die den Wärmefluss über den Rahmen deutlich verringern. Hochwärmegedämmte Schüco Stahlfenster erreichen mit Dreifach-Isolierverglasung Uw-Werte bis 0,8 W/(m²K), Festverglasungen bis 0,69 W/(m²K). Ungedämmte Stahlprofile sind dagegen nur für Innenbereiche ohne Wärmeschutzanforderungen vorgesehen.

Wo werden Stahlfenster eingesetzt?

Stahlfenster werden vor allem dort eingesetzt, wo schmale Profile und hohe Stabilität gefragt sind. Das betrifft die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude, bei der historische Fensterformen originalgetreu nachgebildet werden sollen, ebenso wie den gehobenen Wohnbau und anspruchsvolle Neubauten mit großen Glasflächen. Im Objektbau kommen sie in Verwaltungs-, Bildungs- und Kulturbauten zum Einsatz. Ungedämmte Systeme eignen sich zusätzlich für Innenfenster, Trennwände und Raumteiler.

Was kosten Stahlfenster?

Was Stahlfenster kosten, lässt sich nicht pauschal beziffern. Sie liegen in der Anschaffung über Lösungen aus Kunststoff oder Aluminium, weil Material, Verarbeitung und Oberflächenbehandlung aufwendiger sind. Den Preis bestimmen Größe und Öffnungsart, die Leistungsstufe des Profilsystems, die Verglasung, die Farb- und Oberflächenwahl, geprüfte Sicherheits- oder Brandschutzfunktionen sowie Sonderformen. Hinzu kommen Aufwand für Statik und Montage, weil Stahlelemente schwerer sind. Sinnvoll ist es daher, den Bedarf genau zu klären und ein individuelles Angebot einzuholen.

Sind Stahlfenster wartungsintensiv?

Stahlfenster sind nicht wartungsintensiv. Die industriell aufgebrachte Beschichtung schützt den Werkstoff dauerhaft, und die Profile behalten ihre Form auch bei starker Beanspruchung und hohen Windlasten. Im Alltag genügen die Reinigung mit milden Mitteln sowie die regelmäßige Kontrolle von Dichtungen und Beschlägen. Wichtig ist, Beschädigungen der Beschichtung zeitnah auszubessern, damit der Korrosionsschutz vollständig erhalten bleibt