Schüco Kunststofffenster

Kunststofffenster, oft auch Kunststoff-Fenster oder PVC-Fenster genannt, sind Fenster mit Rahmen und Profilen aus Kunststoff. Kunststoff ist der am häufigsten eingesetzte Werkstoff für Fenster in Deutschland, was vor allem an der Kombination aus sehr guten Dämmeigenschaften und einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis liegt. Moderne Kunststofffenster erreichen eine Lebensdauer von 30 und mehr Jahren, benötigen kaum Pflege und lassen sich in nahezu jeder Farbe und Oberfläche gestalten. Schüco Kunststoff-Systeme werden in Deutschland entwickelt und produziert.

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Kunststofffenster: Das Wichtigste in Kürze

  • Kunststofffenster bestehen aus Mehrkammerprofilen, deren Luftkammern den Wärmedurchgang verringern.
  • Bautiefe, Kammeranzahl und Zahl der Dichtungsebenen bestimmen maßgeblich die Dämmleistung.
  • Beim Fenstertausch wird zum Erhalt einer staatlichen Förderung aktuell ein U-Wert von Uw 0,95 W/(m²K) oder besser verlangt.
  • Schüco Kunststoff-Fenstersysteme erreichen je nach Ausführung Rahmenwerte bis auf Passivhausniveau.
  • Die Oberflächen sind pflegeleicht und in vielen Farben, Holzdekoren und Strukturen gestaltbar.
  • Mit passenden Beschlägen und Verglasungen lässt sich der Einbruchschutz bis Widerstandsklasse RC 2 ausbauen.
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Kunststofffenster im Überblick

Kunststofffenster sind Fenster, deren Rahmen und Flügel aus Kunststoffprofilen gefertigt sind. Als Werkstoff kommt Hart-PVC zum Einsatz. In der Alltagssprache werden die Begriffe Kunststoff-Fenster und PVC-Fenster gleichbedeutend verwendet.

Der Werkstoff selbst leitet Wärme schlecht, was im Fensterbau ein Vorteil ist. Anders als Metallprofile brauchen Kunststoffprofile deshalb keine zusätzliche thermische Trennung, um gute Dämmwerte zu erreichen. Die Dämmleistung entsteht stattdessen über die Geometrie des Profils, also über die Anzahl der Luftkammern und die Bautiefe.

Der bei Schüco verwendete Kunststoff ist auf Calcium-Zink-Basis stabilisiert, licht- und witterungsbeständig, schlagfest und auch bei höheren Temperaturen formbeständig. Beschläge und Griffe sind gegen Korrosion versiegelt, wodurch sich der Wartungsaufwand über die Nutzungsdauer gering hält.

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Profilaufbau: Kammern, Bautiefe und Dichtungsebenen

Der innere Aufbau entscheidet über die Leistung des Fensters. Ein Kunststoffprofil ist ein System aus mehreren durch Stege getrennten Hohlkammern. Jede dieser Kammern schließt ein Luftpolster ein. Ruhende Luft leitet Wärme deutlich schlechter als das Material selbst. Gängige Systeme sind mit fünf bis sieben Kammern ausgestattet.

Der zweite wichtige Aspekt ist die Bautiefe; also wie tief das Profil von innen nach außen misst. Übliche Bautiefen liegen zwischen 70 mm und 82 mm. Mehr Bautiefe schafft Raum für zusätzliche Kammern und für dickere Verglasungen.

Die dritte wichtige Größe sind die Dichtungsebenen. Systeme mit Anschlagdichtung haben zwei umlaufende Dichtebenen. Systeme mit zusätzlicher Mitteldichtung hingegen drei. Die mittlere Dichtung trennt den Bereich zwischen innen und außen und schützt somit zugleich die Beschlagteile. Schüco setzt dabei auf EPDM-Dichtungen, die elastisch bleiben und sich verschweißen lassen, sodass auch die Ecken des Rahmens dicht schließen.

Damit Kunststoffprofile schwere Dreifachverglasungen tragen und formstabil bleiben, werden sie in der Regel mit verzinkten Stahlprofilen ausgestattet. Es gibt aber auch stahlfreie Systeme, bei denen eine Aluminium-Verbundtechnologie die Aussteifung übernimmt. Die blanke Metalloberfläche im Profilinneren reflektiert zusätzlich Wärmestrahlung.

Wärmedämmung und U-Wert bei Kunststofffenstern

Der U-Wert beschreibt, wie viel Wärme verloren geht. Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung. Dabei zu unterscheiden sind der Ug-Wert für die Verglasung, der Uf-Wert für den Rahmen und der Uw-Wert für das gesamte Fenster aus Rahmen, Glas und Randverbund. Für gesetzliche Vorgaben und Förderungen ist grundsätzlich der Uw-Wert maßgeblich.

Wie stark ein Kunststoffprofil dämmt, hängt vom Systemaufbau ab:

ProfilaufbauBautiefeDichtebenenUf-Wert
Allrounder-System70 mm21,2 bis 1,5 W/(m²K)
7-Kammer-System82 mm2 oder 3bis zu 0,96 W/(m²K)
Passivhaustaugliches System, stahlfrei82 mm3bis zu 0,79 W/(m²K)

 

Damit erreichen Schüco Kunststofffenster je nach Ausführung Rahmenwerte, die bis auf Passivhausniveau reichen. Der Uw-Wert des fertigen Fensters hängt zusätzlich von der Verglasung, der Fenstergröße und dem Randverbund ab. Eine wichtige Rolle spielt hier auch der Abstandhalter zwischen den Scheiben. So reduzieren Warme-Kante-Abstandhalter aus wärmedämmenden Materialien den Wärmeverlust am Glasrand gegenüber klassischen Aluminium-Abstandhaltern.

Zur Einordnung der geltenden Anforderungen:

SituationWertEinordnung
Gesetzlicher Höchstwert beim Fenstertausch im Bestand (GEG)1,3 W/(m²K)solide Wärmedämmung
Voraussetzung für die Förderung (BAFA)0,95 W/(m²K) oder bessergute bis sehr gute Wärmedämmung
Passivhaus-Niveau (typisch)um 0,8 W/(m²K)hervorragende Wärmedämmung

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Verglasung, Schallschutz und Sicherheit

Die Verglasung ist flächenmäßig der größte Teil des Fensters und beeinflusst Wärmedämmung, Schallschutz, Sicherheit und Komfort zugleich. Zweifachverglasung ist die einfachere Lösung, Dreifachverglasung erreicht die Dämmwerte, die für Neubau und geförderte Modernisierung gefragt sind.

Beim Schallschutz kommt es weniger auf die Dicke der Scheiben an als auf ihre Ungleichheit. Werden Scheiben mit unterschiedlicher Stärke kombiniert, liegen ihre Eigenfrequenzen auseinander und die Schallübertragung von einer Scheibe zur nächsten fällt geringer aus. Zusammen mit den umlaufenden Dichtungen ergibt das eine spürbare Lärmminderung, was besonders an Straßen und in dicht bebauten Lagen zählt.

Beim Einbruchschutz kommt es nicht nur auf den Rahmen an, sondern auf das Zusammenspiel aller sicherheitsrelevanten Bauteile. Die Stahlausstattung im Profil gibt den Beschlägen festen Halt, Pilzkopfverriegelungen verkeilen sich im Rahmen und erschweren das Aufhebeln, abschließbare Griffe verhindern das Öffnen von außen. Verbundsicherheitsglas hält durch eine reißfeste Folie zusammen, wenn die Scheibe bricht. Schüco Kunststofffenster können je nach Ausführung und geprüfter Gesamtkonfiguration bis zur Widerstandsklasse RC 2 realisiert werden. Für viele private Wohngebäude wird RC 2 empfohlen, insbesondere bei leicht zugänglichen Fenstern und Fenstertüren im Erdgeschoss, an Terrassen und Balkonen.

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Farben, Dekore und Oberflächen

Weiß ist längst nicht mehr die einzige Farb-Option. Auf das Profil können witterungs- und UV-beständige Dekorfolien dauerhaft aufgebracht werden, was ein sehr breites Gestaltungsspektrum öffnet.

Verfügbar sind Unifarben von Anthrazit über Grau- und Brauntöne bis Schwarz sowie Holzdekore, die Maserung und Struktur echter Hölzer nachbilden. Neben glatten Oberflächen sind genarbte, fein strukturierte und matte Ausführungen möglich. Innen- und Außenseite lassen sich unterschiedlich gestalten, sodass die Außenseite zur Fassade passt und innen ein neutraler Farbton zum Wohnstil gewählt werden kann. Bei farbigen Profilen sorgt ein farblich abgestimmter Profilkern dafür, dass beim geöffneten Fenster kein heller Spalt sichtbar wird. Anders als lackierte Holzfenster müssen die Oberflächen nicht nachgestrichen werden.

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Pflege und Reinigung

Kunststofffenster brauchen in der Regel wenig Pflege. Für Rahmen und Glas genügen in der Regel lauwarmes Wasser und ein mildes, nicht scheuerndes Reinigungsmittel mit einem weichen Tuch. Scheuermittel, aggressive oder chlorhaltige Reiniger sollten nicht verwendet werden, weil sie die glatte Oberfläche dauerhaft aufrauen können.

Gut zu wissen, weil es oft beobachtet und berichtet wird: Das Material PVC lädt sich elektrostatisch auf und zieht dadurch Staub an. Sichtbarer Staub auf dem Rahmen ist damit eine Materialeigenschaft und kein Qualitätsmangel. Antistatische Kunststoffreiniger kann diesen Effekt verringern.

Um Kunststofffenster funktional und langlebig zu erhalten, kann man in jährlichen Abständen Dichtungen reinigen und mit einem geeigneten Pflegemittel geschmeidig halten sowie bewegliche Beschlagteile nachfetten. Sollte ein Flügel mit den Jahren schleifen, lässt er sich über die Justierschrauben an den Beschlägen nachstellen.

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Nachhaltigkeit und Recycling

Das im Fensterbau verwendete Hart-PVC kommt ohne Weichmacher aus und lässt sich ohne nennenswerten Qualitätsverlust wiederverwerten, auch mehrfach. Altfenster werden über ein bundesweites Rücknahmesystem gesammelt, in Glas, Metall und Kunststoff getrennt und zu Regranulat aufbereitet, das erneut in die Profilproduktion einfließt.

Wie viel das bringt, zeigt der Vergleich der Herstellung. Eine Tonne PVC-Rezyklat verursacht einen um 85 Prozent niedrigeren CO₂e-Fußabdruck als konventionell hergestelltes Material. Schüco produziert die Kunststoffprofile selbst und hat den Rezyklatanteil in den Produkten stetig gesteigert. Für Bauvorhaben mit besonderen Anforderungen sind Profilvarianten mit ausgewiesenem, höherem Recyclinganteil verfügbar.

Zusammen mit der langen Nutzungsdauer und der über Jahrzehnte eingesparten Heizenergie verbessert das die Bilanz über den gesamten Lebenszyklus.

FAQs zu Kunststofffenstern

Was kosten Kunststofffenster?

Was Kunststofffenster kosten, lässt sich nicht pauschal beziffern, weil viele Faktoren zusammenkommen. Unter den hochwärmedämmenden Fenstersystemen gelten sie als besonders wirtschaftlich. Den Preis bestimmen Größe und Öffnungsart, Bautiefe und Profilsystem, die Art der Verglasung, die Oberflächen- und Farbwahl, die Sicherheitsausstattung sowie mögliche Sonderformen. Hinzu kommen die Kosten für den fachgerechten Einbau, die je nach baulicher Situation variieren. Sinnvoll ist es daher, den Bedarf genau zu klären und ein individuelles Angebot einzuholen.

Werden Kunststofffenster gefördert?

Kunststofffenster können gefördert werden, wenn sie die technischen Anforderungen erfüllen und der Fenstertausch als energetische Maßnahme an der Gebäudehülle unter ein laufendes Programm fällt. Ob dies im Einzelfall möglich ist, hängt von den aktuellen Programmbedingungen und technischen Anforderungen ab. Antrag und Abwicklung laufen je nach Programm über das BAFA oder die KfW. Aktuell wird für eine Förderung ein Uw-Wert von 0,95 W/(m²K) oder besser verlangt, was in der Praxis eine Dreifachverglasung bedeutet. Die genauen Bedingungen, Sätze und Fristen ändern sich regelmäßig. Sinnvoll ist es daher, die Förderfähigkeit früh und individuell zu prüfen und die Antragstellung vor dem Einbau zu klären.

Welchen U-Wert erreichen Kunststofffenster?

Kunststofffenster erreichen je nach Profilsystem Rahmenwerte bis zu Uf 0,79 W/(m²K) und damit Passivhaustauglichkeit. Für gesetzliche Vorgaben und Förderungen ist dabei immer der Uw-Wert des gesamten Fensters maßgeblich, nicht der Ug-Wert der Verglasung oder der Uf-Wert des Rahmens allein. Aktuell gilt beim Fenstertausch im Bestand ein Höchstwert von Uw 1,3 W/(m²K). Der konkrete Wert des fertigen Fensters hängt von System, Fenstergröße, Verglasung und Ausführung ab.

Wie lange halten Kunststofffenster?

Kunststofffenster halten in der Regel mehr als 30 Jahre. Wichtig ist natürlich auch, dass alle Komponenten ebenso lange funktionieren, insbesondere die Dichtungen, weil sie maßgeblich zum Funktionserhalt beitragen. Der von Schüco verwendete Kunststoff ist licht- und witterungsbeständig und auch bei höheren Temperaturen formbeständig. Regelmäßige Anstriche wie bei Holzfenstern sind nicht erforderlich, meist genügen milde Reinigungsmittel und Wasser sowie die jährliche Kontrolle von Dichtungen und Beschlägen.

Warum ziehen Kunststofffenster Staub an?

Kunststofffenster ziehen Staub an, weil sich PVC elektrostatisch auflädt. Die geladene Oberfläche zieht Staubpartikel an, die sich sichtbar auf Rahmen und Falz absetzen. Auf Funktion und Qualität des Fensters lässt das keinen Rückschluss zu, es ist eine Eigenschaft des Werkstoffs. Wer den Effekt verringern möchte, verwendet zur Reinigung einen antistatischen Kunststoffreiniger anstelle von normalem Spülmittel.

Kunststoff- oder Aluminiumfenster?

Ob ein Kunststoff- oder ein Aluminiumfenster besser passt, hängt vom Bauvorhaben, dem Budget und den persönlichen Prioritäten ab. Jedes Rahmenmaterial hat seine eigenen Stärken. Kunststofffenster überzeugen durch sehr gute Dämmwerte bei wirtschaftlichen Kosten, geringen Pflegeaufwand und eine große Auswahl an Farben und Dekoren. Aluminiumfenster eignen sich besonders für hohe Stabilität, große Formate, schmale Ansichten und langlebige, veredelte Oberflächen. Für Bauvorhaben, die beide Aspekte verbinden sollen, gibt es Kunststoffprofile mit außenliegender Aluminium-Deckschale.