Bürogebäude Obel

Ein Reallabor für Lüftung

Mit dem Neubau ihres Bürogebäudes haben Obel Architekten gemeinsam mit Schüco ein Reallabor für moderne Lüftungstechnik geschaffen. Drei unterschiedliche Lüftungssysteme – von manueller Fensterlüftung bis zur automatisierten, fensterintegrierten Lösung mit Wärmerückgewinnung – werden unter realen Bedingungen wissenschaftlich ausgewertet. Erste Ergebnisse zeigen: Die Luftqualität liegt durchweg über den Erwartungen.

Details zur Referenz

Gebäudetyp Büro und Verwaltung
Produktbereiche Fenster Fassaden Lüftung Gebäudeautomation
Schüco Systeme AWS 75 BS.HI+ Magnetschalter FWS 50 BSC TipTronic SimplySmart VentoTherm Twist
Merkmale Neubau Smart Building Investoren
Standort Donauwörth, Deutschland
Fertigstellung 2022
Architekten Obel Architekten
Fachbetrieb Pröchel GmbH
Bildnachweis © Markus Guhl

Obel gestaltet eigenes Büro

Der klar gegliederte Baukörper mit rund 2.000 m² Fläche bietet Platz für etwa 75 Mitarbeitende und fällt durch seine markante Lamellenfassade aus sägerauem Fichtenholz auf. Die vertikal angeordneten Balken erzeugen ein lebendiges Licht-Schatten-Spiel, schützen vor direkter Sonneneinstrahlung und tragen zur passiven Kühlung bei. Gleichzeitig dienen sie als Tragstruktur für die umlaufenden Stahlbalkone, die als zweiter Rettungsweg fungieren. Die massive Bauweise aus Stahlbeton sorgt für eine hohe Speicherfähigkeit, wodurch die nachts gespeicherte Kühle tagsüber ein angenehmes Raumklima schafft.

Drei Lüftungsvarianten unter einem Dach

Im Gebäude werden drei Lüftungssysteme geschossweise unter realen Bedingungen getestet: klassische Fensterlüftung mit Schüco AWS 75.SI, mechatronisch gesteuerte Fenster mit TipTronic SimplySmart und das fensterintegrierte System VentoTherm Twist mit Wärmerückgewinnung. Zur wissenschaftlichen Auswertung ist das Gebäude umfassend mit Sensorik ausgestattet, die kontinuierlich Raumklima, Luftqualität, Energieverbrauch und Nutzerverhalten erfasst. Erste Messungen zeigen vielversprechende Ergebnisse: Die Luftqualität liegt über den Erwartungen. In den folgenden Messphasen soll besonderes Augenmerk auf die Effektivität der Nachtauskühlung und die Ermittlung der energetischen Vorteile der automatisierten Systeme gerichtet werden.

Die Fenster im ersten OG sind mit dem mechatronischen Beschlag Schüco TipTronic SimplySmart ausgestattet und können über die Gebäudeleittechnik oder per App gesteuert werden.

Dezentrale Lüftung

Die eingesetzten Lüftungssysteme  arbeiten dezentral und kommen ohne zentrale Technik oder Luftkanäle aus. Das spart Energie und Platz und ermöglicht flexible architektonische Lösungen, besonders bei Sanierungen. Die mechatronischen Fenster sind an die intelligente Gebäudehüllensteuerung Schüco Building Skin Control gekoppelt, die über die KNX-Leittechnik automatisch auf Klimadaten reagiert. Eine App erlaubt individuelle Anpassungen, etwa zur Optimierung des Raumklimas.

Im zweiten OG sorgt das dezentrale fensterintegrierte Lüftungssystem Schüco VentoTherm Twist für kontrollierte Frischluftzufuhr mit Wärmerückgewinnung.

Nachhaltig durch intelligente Energiekonzepte

Ergänzt wird das Konzept des Neubaus durch ein nachhaltiges Energie- und Klimasystem: „Die Energieversorgung für Heizung und Kühlung erfolgt über Geothermie mit Erdkörben in einem geschlossenen Kreislaufsystem und zwei Wärmepumpen“, erklärt Wolfgang Obel. „Und die Stromversorgung erfolgt weitgehend über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.“ Sämtliche Systeme werden ebenso wie die Lüftung zentral über die KNX-basierte Gebäudeleittechnik gesteuert. Individuelle Eingriffe sind auch hier komfortabel per App möglich. Im Zusammenspiel von Architektur und innovativer Gebäudetechnik ist ein hocheffizientes Gebäude entstanden, das sich mit einfachen, aber sehr dauerhaften und ressourcenschonenden baulichen Komponenten das ganze Jahr über effizient, komfortabel und nutzerfreundlich regulieren lässt.

Wald aus Vogelperspektive mit sich drehenden Pfeilen als Recyclingsymbol

Schüco Carbon Control

Der „Europäische Green Deal“ zielt auf Klimaneutralität bis 2050 ab und macht den CO₂-Wert von Gebäuden zum Hauptkriterium für Investitionen und Ausschreibungen.

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