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Kulturwandel schafft Zukunftsfähigkeit

Die Umsetzung neuer architektonischer Ideen und Denkansätze erfordert eine stete Weiterentwicklung der eigenen Grenzen, aber auch den Anforderungen von Bauherren und der Gesellschaft.

PROFILE: Planen mit Schüco Systemen bedeutet für Sie?

Sergei Tchoban: In erster Linie Qualität, Kreativität bei neuen oder ungewöhnlichen Lösungen und Zuverlässigkeit. Das sind heutzutage doch eher seltene Eigenschaften geworden.

PROFILE: Was ist für Sie eine intelligente Fassade?

Sergei Tchoban: Intelligent und auch nachhaltig ist eine Fassade, wenn sie gut altert, sich leicht pflegen lässt und nicht im Laufe der Zeit zu einer energetischen Falle wird. 

PROFILE: Wie sieht Ihre Vision von der Gebäudehülle der Zukunft aus?

Sergei Tchoban: Vielleicht gibt es irgend­wann einmal gar keine Gebäudehülle mehr? Wenn die Menschheit beispielsweise es schaffen würde, den Klimaschutz anders zu meistern, was einen Einfluss auf das Innen-Außen­-Verhältnis einer baulichen Struktur oder eines Ensembles nach sich ziehen könnte. Ernst gesprochen aber: Für mich ist es eine Hülle, die auch nach 100 Jahren gut aussieht. 

PROFILE: Ist der Wunsch nach Individualität und serieller Fertigung ein unvereinbarer Gegensatz?

Sergei Tchoban: Im Gegenteil. In Zukunft wird immer mehr seriell vorgefertigt, was den Prozess unter anderem für die Arbeiter präziser und komfortabler gestaltet. Und die Vorfertigung wird sicherlich in vielen individuellen Weisen möglich sein, so dass der Kreativität im Gestaltungsprozess keine Grenzen gesetzt werden.

PROFILE: Wie flexibel müssen Gebäude in Zukunft sein? In welchen Nutzungszyklen?

Sergei Tchoban: Wir sehen, wie flexibel sich bereits 100 Jahre alte Fabrikgebäude für Nachnutzungen zeigen. In Zukunft werden sich die Nutzungszyklen immer weiter verkürzen, auf etwa 15–20 Jahre, vielleicht weniger. Gebäude und auch Fassaden müssen deshalb noch stärker den Veränderungen standhalten können – durch Flexibilität der statischen und haustechnischen Struktur sowie des Fassadenaufbaus. 

PROFILE: Nutzen Sie digitale Tools und Methoden wie BIM etc. in Ihrem Büro?

Sergei Tchoban: Ja, natürlich. Das dient nicht nur bei komplexen Bauten, sondern auch bei Gebäuden einfacher Ordnung der größeren Genauigkeit bei der Planung, aber auch zur besseren Einschätzung der Kosten. Das wiederum gibt allen Beteiligten mehr Sicherheit und uns, den Architekten, mehr Spielraum für Gestaltung.

Fotos: Alexey Narodizky, Roland Halbe, Holger Talinski & SPEECH, Moskau