Der Formfaktor beschreibt das Verhältnis der Gebäudehülle zur Nutzfläche und entscheidet über die Menge an Embodied Carbon, das für die Herstellung der Gebäudehülle aufgewendet werden darf. So darf bei einem Gebäude mit einem ungünstigen Formfaktor bei konstantem, nutzflächenbezogenem Embodied Carbon nur wesentlich weniger Embodied Carbon in der Fassade verbaut werden, als dies bei einem Gebäude mit einem günstigeren Formfaktor erlaubt ist.
Für einen guten Formfaktor und eine materialsuffiziente Lösung ist es daher wichtig, das Design eines Gebäudes auf eine möglichst kompakte Gebäudehülle in Kombination mit einer möglichst großen Nutzfläche auszurichten.
Dabei beeinträchtigt eine CO₂-günstige Fassadenkonstruktion nicht zwangsläufig die gestalterische Freiheit beim Entwurf. Denn auch CO₂-optimierte Konstruktionen bieten viel Gestaltungsfreiraum, ohne allerdings die Gesamtbilanz des Gebäudes negativ zu belasten.