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Leuchtturmprojekt

Das Rathaus Löhne ist der erste Verwaltungsbau in Deutschland, der auf Passivhausniveau saniert wurde. Die Einhaltung der geforderten U-Werte, nahezu wärmebrückenfreie Anschlüsse und die Demontage und Montage der Fenster bei laufendem Betrieb waren gefordert. Metallbau Vos aus Geldern löste die Aufgabe mit den Schüco Systemen FW 50+.SI und AWS 75 BS.SI.

Die Gründe für die Sanierung lagen auf der Hand: Die Gebäudehülle des 1968 und 1977 in zwei Abschnitten errichteten Baus entsprach nicht mehr den energetischen Anforderungen heutiger Zeit. So stellte das Amt für Immobilienwirtschaft bereits 2007 erste Überlegungen zur Sanierung an und präsentierte zwei Jahre später ein nachhaltiges Konzept. Das Ziel: das Rathaus so mit Passivhaustechnologie auszurüsten, dass in Kombination mit einer effizienten Lüftung der Heizwärmebedarf um einen Faktor 10 sinkt. Das entspricht dem Niveau eines Passivhaus-Neubaus. Gegenüber dem alten Zustand liegt die errechnete CO2-Ersparnis bei circa 55.600 kg/a – das entspricht etwa 74%!

Die Herausforderungen
Klar, dass so ein Bauvorhaben für alle Beteiligten besondere Aufgaben mitsich brachte. Schüco Partner Vos Metallbau war beauftragt, das Gebäude unter anderem mit neuen Fensterbändern auszustatten. „Für uns lagen die Herausforderungen in der Einhaltung der bauphysikalisch geforderten U-Werte und in der annähernd wärmebrückenfreien Anschlussausbildung der Fenster“, so der Technische Leiter Ramon Wirsching. Zum Einsatz kamen dabei das Pfosten-Riegel-System Schüco FW 50+.SI für 700 Festfelder und Schüco AWS 75 BS.SI für 200 schwimmende Fenster.

„Das Rathaus Löhne ist ein besonderes Bauvorhaben. Es ist der erste Verwaltungsbau in Deutschland, der auf Passivhausniveau saniert wurde“

Aufgabe gemeistert
So löste Metallbau Vos die Aufgaben: „Gefordert waren zum Beispiel Werte wie ein Ucw 0,83 W/(m2K) und ein Ug-Wert von 0,64 W/(m2K) bei einem Gesamtenergiedurchlass von größer oder gleich 61%. Um diese bauphysikalischen Größen mit einem Dreifach- Isolierglas zu realisieren – ohne eine teure Kryptongasfüllung zu verwenden – haben wir eine spezielle Wärmeschutzbeschichtung eingesetzt.“ Auch die annähernd wärmebrückenfreie Anschlussausbildung der Fenster meisterte das Metallbau-Vos-Team: Dazu wurden die tragenden Anschlusskonsolen durch Ausfräsungen im Pfosten konstruktiv nach innen gelegt. „Und dort, wo dieses Vorgehen nicht möglich war, wurden – in Abstimmung mit dem Bauherrn – Edelstahlanker eingesetzt. Denn sie haben eine deutlich schlechtere Wärmeleitfähigkeit“, ergänzt Ramon Wirsching.

Bei laufendem Betrieb
Eine weitere Anforderung bei diesem Bauvorhaben war, dass die Sanierung des Rathauses bei laufendem Betrieb erfolgte. Zu Spitzenzeiten war das Unternehmen Vos mit zwölf Monteuren auf der Baustelle. „Die Fensterbänder – zum Teil mit einer Länge von 40 Metern – haben wir etagenweise getauscht. Die Rathaus-Mitarbeiter sind dann entweder in einen anderen Stock gezogen oder – bei kleineren Elementen – einfach nur fünf Meter vom Fenster weggerückt“, erzählt Ramon Wirsching. 15 Monate war Metallbau Vos mit dem Bauvorhaben insgesamt beschäftigt. „Ein Projekt“, so Wirsching, „das uns sicherlich als Referenz dienen wird. Wir werden es auf unserer Homepage zeigen.“