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Häufig gestellte Fragen

Nachhaltigkeit allgemein

1. Wie ist Nachhaltigkeit definiert, wo kann man dazu mehr erfahren?

Einen guten Einstieg in das Thema nachhaltiges Bauen bietet die Website des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung:
http://www.nachhaltigesbauen.de/nachhaltiges-bauen/informationsportal-nachhaltiges-bauen.html
Dort werden die drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und soziale/kulturelle Aspekte im Zusammenhang mit Gebäuden ausführlich und gut verständlich beschrieben.

2. Gibt es unterschiedliche Zertifizierungssysteme für Gebäude?

Weltweit gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Zertifizierungssystemen. Viele sind nur regional eingesetzt und haben sich aus diversen Initiativen entwickelt. International sind LEED, BREEAM und DGNB im Einsatz und marktführend. Für den nationalen französischen Markt ist HQE das führende System.

Die drei großen Systeme haben unterschiedliche Schwerpunkte. Eine Annäherung ist erst einmal nicht zu erwarten. Architekten, Planer und Hersteller sind bei der Bauplanung und -ausführung in der Pflicht die jeweiligen Anforderungen zu berücksichtigen. Letztendlich wählt der Bauherr das für sein Gebäude geeignete Zertifizierungssystem aus.

3. Welche Anforderungen sind bei zertifizierten Gebäude für Fassaden und Fenster zu berücksichtigen?

Bei allen Systemen wirkt sich eine hohe Energieeffizienz immer positiv aus. Im weiteren haben die Systeme ihre Anforderungen in Kriterien spezifiziert. Gebäudezertifizierer und Planer setzen die Anforderungen dann gebäudespezifisch in den Leistungsbeschreibungen um. Da dieser Prozess sehr vom Gebäudekonzept und von der zu erreichenden Qualitätsstufe abhängt, sind pauschale Angaben nicht möglich. Die Erfahrung zeigt, dass Schüco-Systeme sehr gut für Zertifizierungsgebäude einsetzbar sind.

4. Sind besondere Dokumentationen erforderlich?

Zunehmend werden Angaben zu Umweltauswirkungen von Produkten als zusätzliche Unterlagen benötigt. Schüco stellt dazu die passenden EPD´s (Environmental Product Declarations) über SchüCal für Aluminiumsysteme, und für Kunststoffe brachenübliche Muster EPD´s zur Verfügung. Speziell für LEED werden Informationen zur Regionalität und zum Recyclinganteil abgefragt.

5. Wie sind die Fenster-Materialien Aluminium, Kunststoff und Holz bezogen auf die Nachhaltigkeit zu bewerten?

Am Ende der Nutzungsphase einer Gebäudehülle sind Rückbau und Recycling wichtig. Holz ist prinzipiell erneuerbar, Fensterrahmen aus Holz müssen nach Rückbau verbrannt oder deponiert werden. Altfenster aus PVC werden bereits seit langem durch die Organisation Rewindo verwertet und wieder für Fensterprofi le eingesetzt. Für Aluminiumfenster und -fassaden entstand 2011 durch zertifizierte Verwerter in Deutschland eine leistungsfähige Recycling-Organisation unter dem Dach von A/U/F. Aus Altaluminium werden so wieder hochwertige Profi le hergestellt, beliebig häufig und mit hoher Energieeffizienz. Alles einmal verbaute Aluminium bildet damit einen Werkstoff-, Wertstoff- und Energiespeicher für kommende Generationen, der durch echtes Recycling stofflich unzählige Male wiederverwendet werden kann, ohne seine Beschaffenheit und Eigenschaften dabei einzubüßen. Die drei Werkstoffe sind in der Summe für Fenster ökologisch nahezu gleichwertig. Fenstersysteme aus Kunststoff bieten ökonomische, Aluminiumsysteme funktionale und gestalterische Vorteile.

Cradle to Cradle® (C2C)

6. Was bedeutet Cradle to Cradle (C2C)?

Cradle to Cradle ist Englisch für “Von der Wiege zur Wiege” und beschreibt die Zirkulation von Materialien in geschlossenen, potentiell unendlichen Kreisläufen. Im Kern geht es darum, dass Materialien nicht mehr zu „Abfall“ werden, sondern dass alle Inhaltsstoffe nach Ablauf der Nutzung wieder als Nährstoffe für den biologischen oder den technischen Kreislauf dienen. Voraussetzung dafür ist die toxikologische Unbedenklichkeit aller Inhaltsstoffe – und eine Produktgestaltung, die die Trennbarkeit der Bestandteile voraussieht. Anders formuliert: Cradle to Cradle ist die wissenschaftliche Grundlage für die Umsetzung der Circular Economy im Bauwesen.

7. Warum C2C-Zertifizierung?

Das Cradle to Cradle Products Innovation Institut C2CPII mit Sitz in San Francisco (USA) hat ein ganzheitliches Bewertungsschema geschaffen, nach dem Produkte entwickelt, qualifiziert und zertifiziert werden können, die den C2C-Anforderungen genügen.  So wie in den letzten Jahren die Nachfrage nach Gebäudezertifizierungen (LEED, BREEAM, DGNB) stetig angestiegen ist, so steigt zunehmend die Forderung nach nachhaltigen Materialien und Produkten. C2C ist eine Produktzertifizierung, das heißt: eine unabhängige Bestätigung der Produktqualität. Das Zertifikat gilt unter anderem als Nachweis der Einhaltung von Schadstoffemissionen bei Montage, im Gebrauch und Rückbau, und kann bei Ausschreibungen mit Forderung von Nachhaltigkeitsaspekten als Nachweis dienen. Auch in LEED, BREEAM und DGNB sind C2C-zertifizierte Produkte bereits anrechenbar.

Für die EU stellt die Transformation zur Kreislaufwirtschaft eine zentrale Zukunftsstrategie für die europäische Wirtschaft dar, die seit 2015 unter anderem mit dem Circular Economy Package gefördert wird. Nachweislich kreislauffähige Produkte werden daher in Zukunft merklich an Bedeutung zunehmen, etwa bei öffentlichen Ausschreibungen.

8. Was zeichnet ein C2C-zertifiziertes Produkt aus?

Cradle to Cradle-zertifizierte Produkte sind toxikologisch analysiert und in hoher Qualität recycelbar. Abhängig von der Zertifizierungsstufe (Basic, Bronze, Silber, Gold oder Platin) sind 75, 95, oder 100 Massenprozent der Inhaltsstoffe untersucht und optimiert und die Recyclingprozesse am Ende des Lebenszyklus abgesichert. Gleichzeitig muss Schüco durch seine Lieferanten den Nachweis erbringen, dass die vom C2CPII geforderten Grenzwerte und Stoffverbote in allen Bestandteilen eingehalten werden. Hier wird eine Untersuchungstiefe bis auf die Ebene der chemischen Substanz (100ppm) erreicht. Der C2C-Standard fordert bei der Produktherstellung außerdem die Nutzung von erneuerbarer Energie, verantwortungsvollen Umgang mit Wasser, sowie hohe Sozialstandards. Damit sind C2C-zertifizierte Produkte nachweislich besser für Mensch und Natur und gehen einen Schritt weiter auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft.

9. Wie läuft eine Zertifizierung ab?

Das Zertifikat wird vom unabhängigen Cradle to Cradle Product Innovation Institut (C2CPII) in San Francisco erteilt. Dazu muss Schüco nachweisen, dass alle Anforderungen des Zertifizierungsstandards eingehalten werden und dies umfangreich dokumentieren sowie mit entsprechenden Nachweisen und Messergebnissen. belegen.  Alle Unterlagen werden bei der Zertifizierungsstelle zur Konformitätsprüfung eingereicht. Nur, wenn alle Anforderungen erfüllt sind, wird das Zertifikat erteilt. Zudem ist alle zwei Jahre eine Re-Zertifizierung erforderlich.

Da die Prüfung der eingesetzten Inhaltsstoffe tief in die Lieferkette eingreift und die stoffliche Zusammensetzung bis auf 100ppm (0,01%) genau untersucht, ist das Einbeziehen der Zulieferer und Sublieferanten erforderlich.

Dabei können Lieferanten ihre Betriebsgeheimnisse - zum Beispiel Produktionsverfahren - wahren, indem sie vertrauliche Informationen mittels Geheimhaltungsvereinbarung (engl. Non-Disclosure Agreements, NDAs) absichern. Werden Stoffe entdeckt, die nicht den strengen Anforderungen des C2C-Standards entsprechen, müssen diese substituiert werden. Dieser Produktoptimierungsprozess ist ein wichtiger Bestandteil der C2C-Zertifizierung. 

Für die Auditierung, Optimierung und den gesamten Zertifizierungsprozess arbeitet Schüco mit EPEA Internationale Umweltforschung aus Hamburg und der Drees & Sommer SE zusammen.

10. Was ist der Unterschied zwischen Recycling im Allgemeinen und im Sinne C2C?

Das heute umgesetzte Recycling ist in der Regel ein „Downcycling“. Das heißt im Recyclingprozess der Materialien geht technische Qualität verloren. So wird zum Beispiel Fensterglas heute nicht wieder zu hochwertigem Fensterglas recycelt, sondern wird meist zu Behälterglas oder anderen minderwertigen Produkten, bis diese schlussendlich auf der Deponie landen; mineralischer Bauschutt wird zu Straßenunterbau, statt wieder für Wände und Fundamente verwendet zu werden. Recycling nach dem Cradle to Cradle-Prinzip zielt hingegen darauf, dass alle Materialien in gleichbleibender Qualität zirkulieren können. So bleiben die Werte, die in Herstellungs- und Veredelungsprozessen geschaffen wurden, dauerhaft erhalten.

Schüco engagiert sich daher neben der C2C-Initiative intensiv bei der Recyclinginitiative A/U/F, um den Stoffkreislauf im Fenster- und Fassadenbau nachhaltig zu verbessern.

11. Wo ist der Unterschied zu anderen Labels?

Die Cradle to Cradle-Zertifizierung ist im Gegensatz zu unternehmensbezogenen Zertifikaten wie ISO 14001 (Umweltmanagement) oder Gebäudezertifikaten wie DGNB auf ein spezifisches Produkt bezogen. Nach ISO 14024 ist die C2C-Zertifizierung eine „Typ I“ Umweltdeklaration, vergleichbar mit dem Blauen Engel oder natureplus. Das heißt, festgelegte Kriterien werden durch externe Experten geprüft und verifiziert und die Ergebnisse über das Label als qualitative und nachprüfbare Information kommuniziert - in diesem Fall als Bewertungsstufe Basic, Bronze, Silber oder Platin. Im Gegensatz zur EPD (Environmental Product Declaration), die eine „Typ III“ Umweltdeklaration darstellt welche für jedes Produkt ausgestellt werden kann, erhalten die C2C-Zertifizierung nur Produkte, welche die hohen C2C-Standards an Materialgesundheit und Rezyklierbarkeit einhalten sowie die Anforderungen bezüglich Energie, Wasser und Sozialstandards erfüllen.

12. Welche Produkte / Systeme von Schüco sind bereits C2C-zertifiziert?

Produkte mit C2C-Bronze:

Wir haben einen Systembaukasten erstellt, der die Planung von Fenster, Tür- und Fassadensystemen nach C2C-Bronze Standard in der Konstruktionssoftware SchüCal ermöglicht. Aus zertifizierten Artikeln lassen sich so auf das jeweilige Bauvorhaben abgestimmte Gesamtprodukte zusammenstellen, die eine C2C-Verifikation erhalten. Zum Einsatz kommen die Systeme Schüco AWS, Schüco ADS SimplySmart und Schüco FWS, die den C2C-Bronze Standard erreicht haben.

Bis Ende 2017 wird der Systembaukasten auf Silber-Niveau optimiert.

Produkte mit C2C-Silber:

Drei Produkte sind bereits nach dem hohen C2C-Silber Standard zertifiziert: Schüco FWS 50.SI, Schüco AWS 75.SI+ und Schüco AWS 65 NL.

zu den Zertifikaten

13. Welche Unterstützung bietet sich mir beim Einsatz von SchüCal?

Die Planungs-, Kalkulations- und Bestellsoftware SchüCal ermöglicht bereits heute die bequeme C2C-Verifikation von Schüco Gesamtprodukten. Mit wenigen Klicks kann geprüft werden, ob das konfigurierte Element C2C-konform ist. Grundlage für die Verifikation sind immer die bestehenden Zertifikate für Einzelprodukte und Baukastensysteme.

14. Werden in Zukunft weitere Schüco-Produkte zertifiziert?

Ja! Schüco hat eine C2C-Roadmap entwickelt, um den kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu strukturieren. Anfang 2018 soll der C2C-Baukasten auf Silber-Niveau vorliegen. Perspektivisch sollen alle Schüco-Aluminiumsysteme nach C2C zertifiziert sein. C2C-Kriterien werden Schritt für Schritt auch in die Entwicklung neuer Produkte und weiterer Produktkategorien integriert. Schüco-Mitarbeiter erhalten intensive Schulungen zum Thema.

15. Was kann ich tun, wenn für mein geplantes System noch keine C2C-Zertifizierung vorliegt?

Wenn eine C2C-Zertifizierung im Projekt benötigt wird und die Planung keine Lösung mit C2C-konformen Produkten erlaubt, besteht die Möglichkeit einer Einzelzertifizierung. Diese ist mit Kosten und Zeitaufwand verbunden. Im Falle von Sonderkonstruktionen der Aluminium-Profile fällt der Aufwand geringer aus, da die serienmäßigen Aluminium-Systeme von Schüco bereits zertifiziert sind. Bitte sprechen Sie uns an.

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