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Virtuelle Einblicke

Schüco Partner K&S Fassaden Technik GmbH Brüel zeigt Schülern auf dem Berufswandertag, wie modern das Handwerk heute ist.

„Die Kinder sollen eine Vorstellung von der Arbeitswelt bekommen und erleben, wie viele verschiedene Berufe es gibt“, sagt Margitta Dobbertin, Lehrerin an der Regionalen Schule in Brüel in Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam mit Kollegen betreut sie den sogenannten Berufswandertag – die Schüler informieren sich nicht auf einer Azubi-Messe, sondern wandern in Gruppen direkt zu Betrieben in der Region. Dort können sie sich live die Arbeit anschauen, die Atmosphäre im Unternehmen kennenlernen und natürlich Fragen stellen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf handwerklichen Tätigkeiten.

„Die Jugendlichen bekommen auf diese Weise direkt einen ganz guten Einblick, was wir leisten“, sagt Ralf Schumacher, Geschäftsführer der K&S Fassaden Technik GmbH. Sein Betrieb war für viele Schüler ohne Frage ein Highlight. Spannend fanden sie die Führung durch die verschiedenen Abteilungen ohnehin, vor allem von den Produktionsbereichen waren sie begeistert, doch Ralf Schumacher hatte noch eine Überraschung für sie vorbereitet: ein virtueller Showroom. Schüco-Techniker Frank Müllerskowski war mit Gebietsmanager Oliver Steinigke angereist und betreute das System vor Ort.

Frank Müllerskowski von Schüco (links) zeigt, wie viel Spaß modernes Handwerk machen kann. Die Schüler wandern mit 3DBrillen virtuell durch ein Eigenheim.

Handwerk ist cool

Joanne setzt eine 3D-Brille auf, und dann geht es los: Vor ihren Augen erscheint ein Mehrfamilienhaus. Sie startet im Flur, geht weiter in die Küche, ins Wohnzimmer, öffnet dort ein Fenster – alles virtuell natürlich, mit dem Steuerungsgerät in ihrer Hand. Joanne ist begeistert: „Wenn man am Fenster steht, hat man das Gefühl, als ob man in der Luft schwebt. Fühlt sich ganz schön echt an. Ziemlich cool, so virtuell durch Räume zu wandern.“ Ralf Schumacher freut sich sehr über diese Reaktion, auch wenn das Interesse an solch einem Tag natürlich nicht automatisch in einer Bewerbung mündet. „Wir denken in die Zukunft“, sagt er. Es ist wichtig, dass die Schüler uns möglichst früh als modern und innovativ wahrnehmen. Denn ein Berufswunsch entwickelt sich ja häufig langsam.“

„Ich habe vieles dazugelernt. Man konnte richtig in den Beruf hineingucken." (Josefine Reimannl)

Bewerber gesucht

Die Teilnahme am dritten Berufswandertag ist für Ralf Schumacher selbstverständlich. Er war von Anfang an mit seinem Unternehmen dabei. „Wir nutzen jede Chance, um die Jugendlichen anzusprechen“, sagt er. Denn die Situation sei nicht einfach. Er beschäftigt 30 Mitarbeiter, drei davon sind Lehrlinge. Doch im neuen Ausbildungsjahr wird wohl kein neuer hinzukommen – es hat sich bis heute kein geeigneter Kandidat beworben. „Das ist leider keine Seltenheit“, bestätigt Frank Müllerskowski. „Der Nachwuchsmangel im Handwerkist extrem hoch.“ Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat zwar im vergangenen Jahr einen Anstieg der abgeschlossenen Ausbildungsverträge verkündet, doch die Zahlen geben ein unvollständiges Bild wieder. Denn es sind vor allem die Betriebe im Westen Deutschlands, die deutlich zulegen konnten. Im Osten Deutschlands hingegen hat sich der Mangel sogar noch weiter vergrößert. In einer Kleinstadt wie Brüel mit noch nicht einmal 3.000 Einwohnern ist es besonders schwer, freie Stellen zu besetzen. Denn die Zahl der Schulabgänger in der Region ist relativ klein. Ralf Schumacher ist daher froh, dass er seinen Auftritt für den Berufswandertag dank Schüco aufrüsten konnte. „Wir wollten es diesmal anders aufziehen und interessanter gestalten. Moderne Technik wie Computer und 3D spricht die Jugend mehr an“, ist er überzeugt. „Die Reaktionen haben gezeigt, dass dieser Plan aufgegangen ist. Jetzt hoffen wir auf gute Bewerbungen.“

Ralf Schumacher, Geschäftsführer der K&S Fassaden Technik GmbH Brüel, führte die Schüler durchs Unternehmen