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Bauen mit Weitblick

Eingebettet in das Erzgebirgische Becken liegt die Stadt Glauchau mit ihren rund 23.500 Einwohnern. Eine Stadt im Grünen mit zahlreichen Parkanlagen, die wie viele andere Kommunen einen großen und vielfältigen Gebäudebestand zu betreuen hat.

Neben der Infrastruktur sind es insbesondere die öffentlichen Gebäude, die in den Städten und Gemeinden schon lange zum Bestand gehören und daher einen entsprechend großen Instandhaltungsbedarf aufweisen. Gerade mit Blick auf die Energie einsparverordnung und damit auch auf die Unterhaltskosten entsprechen viele kommunale Immobilien noch nicht dem aktuellen Standard. Hier stellt sich die Frage, neu bauen oder sanieren, ebenso wie die Frage, mit welchem System und mit welcher Technik man die Anforderungen an die Energie effizienz am besten und nachhaltigsten umsetzt? Eine Problematik, der sich auch die Stadt Glauchau gestellt hat, die in den letzten Jahren drei Schulgebäude mit Fördermitteln des Bundes und des Landes saniert hat. Welche Antworten im Fachbereich Planen und Bauen gefunden wurden, welche Schüco Systeme zum Einsatz kamen und welche Verarbeiter die baulichen Herausforderungen gemeistert haben, lesen Sie auf der folgenden Seite.

"Die Stadt Glauchau investiert in Schulen."

Die Straßenfront wurde als hinterlüftete Keramikfassade ausgebildet mit Schüco FW50+.HI inklusive Nachtauskühlung über Schüco TipTronic.
Die verdeckt liegenden Motoren der TipTronic-Flügel erlauben auch optisch ansprechende Lösungen.

Georgius-Agricola-Gymnasium - der Tadition verpflichtet

Der Altbau des Georgius-Agricola-Gymnasiums stammt aus dem Jahr 1902 und ist seitdem fester Bestandteil des Glauchauer Stadtbilds. Allein die Räumlichkeiten und die Anforderungen an die Energieeffizienz entsprachen nicht heutigen Standards. Sanierung und Anbau sind jetzt fertiggestellt. Schall-, Brand- sowie Wärmeschutz und nicht zuletzt der zusätzliche Flächenbedarf machte bauliche Maßnahmen am Georgius-Agricola-Gymnasium in Glauchau unumgänglich. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht und die Stadt mit einer nachhaltigen Nutzung ihrer Ressourcen plant, fiel die Entscheidung auf die Sanierung des Altbaus. Dazu kam eine Umnutzung der ebenfalls denkmalgeschützten Sporthalle und ein Erweiterungsbau. „Neben der Anpassung des Flächenbedarfs ging es vor allem um die Verbesserung der energetischen Standards, des Brandschutzes sowie um die Optimierung des Raumklimas“, erläutert Veit Schindler von der PGG Planungsgesellschaft in Glauchau, verantwortlich für Planung und Ausführung des Projekts. In allen Fällen griffen die Bauherren auf Schüco Systeme zurück. Im Altbau kamen zum Beispiel Schüco ADS 80 FR 30 sowie als Rauchabschluss Schüco T30/F30 zum Einsatz. Aufgrund der Lage an einer relativ viel befahrenen Straße entschied man sich an dieser Front für eine Lüftungsanlage. Der Neubau mit der hochwertigen Keramikfassade schließt sich an die Rückseite

Im Übergang vom Altbau zum Neubau entstand das neue Haupttreppenhaus.

Optimale Parameter

„Für die Gebäudeautomation ist es unabdingbar, dass Planer und Ausführende eng zusammenarbeiten. Das gilt natürlich auch für ein komplexes System wie Schüco TipTronic“, so Koschkar. „Hier kommt es darauf an, die optimalen Parameter für die elektronischen Bauteile zu finden, um den Nutzeranforderungen zu entsprechen.“ Die Motoren der TipTronic-Flügel sind verdeckt angeordnet und von außen nicht zu sehen „Hier sehen wir einen weiteren Vorteil der Schüco Systeme. Damit konnten wir unsere gestalterischen Vorstellungen ohne Brüche umsetzen“, so Veit Schindler. Die Ausführung übernahm WS Metallbau aus Heinsdorfergrund bei Reichenbach im Vogtland.

Der Erweiterungsbau ist als Kubus mit traditioneller Putzfassade und Schüco FW 50+.HI ausgeführt.

Grundschule Sachsenallee – bewährtes System

Die Sachsenallee in Glauchau ist das größte Wohngebiet der Stadt. Es wurde in den 1980er-Jahren in Plattenbauweise errichtet. Hier findet sich auch die Sachsenallee Grundschule mit etwas mehr als 200 Schülern. Das Gebäude bot, was Grundkonstruktion und Raumplan anging, keinen Anlass zum Handeln. Allerdings war die Bausubstanz sanierungsbedürftig. Deshalb entschied die Stadt Glauchau, die Schule entsprechend zu modernisieren. Die Fassade wurde wärmegedämmt und mit neuen Fenstern ausgestattet. Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem Georgius-Agricola-Gymnasium entschieden sich die Bauherren bei der Klimatisierung der Räume auch hier für eine Nachtauskühlung auf Basis des Systems Schüco TipTronic. Ausführende Firma war die kopol-Baugesellschaft, Glauchau. Ein Unternehmen, das bereits Erfahrungen mit Schüco TipTronic sammeln konnte.

Optisch ansprechend und energetisch überzeugend: die Südostfassade zum Schulhof, ausgestattet mit Schüco AWS 75 und TipTronic für die Oberlichter.

Bestens aufgestellt

„Wir sind sowohl was die technische Ausstattung unseres CNC-Maschinenparks angeht als auch personell bestens aufgestellt für technisch anspruchsvolle Aufgaben wie diese“, erläutert Frank-Rüdiger Kokott, Senior-Chef der kopol-Baugesellschaft. Die Glauchauer Metallbau-Firma ist seit fünf Jahren Schüco Partner, weil, so der Firmenchef, die wichtigsten Innovationen in der Fenster- und Türen-Branche aus dem Hause Schüco stammen: „Das bedeutet für uns, wir werden gefordert und gefördert.“ So haben die Mitarbeiter von kopol nicht nur die TipTronic Schulungen besucht, die Schüco anbietet. Auch Schüco Techniker waren in Glauchau vor Ort, um den Metallbauer für das System fit zu machen. Die charakteristischen Fensterbänder der Ostfassade des vierstöckigen Gebäudes stattete das kopol-Team mit dem System Schüco AWS 75 aus. Die TipTronic Flügel befinden sich in den Oberlichtern und sorgen über die Nachtauskühlung für ein angenehmes Raumklima – ohne den technischen Aufwand für eine Klimaanlage. Im Flur und im Treppenhaus sind die TipTronic Flügel zusätzlich mit den Rauchmeldern verbunden und dienen auch als Rauch- und Wärme-Abzug. Da die Sanierung bei laufendem Betrieb durchgeführt wurde, verlegte die kopol-Baugesellschaft die geräuschintensiven Arbeiten nach Möglichkeit in die unterrichtsfreie Zeit am Nachmittag.

Von Nutzern sehr geschätzt: Die Nachtauskühlung bietet Komfort auf hohem Niveau.

Teamwork ist gefragt

Vollfunktionsfähige TipTronic Flügel herzustellen, ist eine Sache. Das komplexe System auch in die gesamte Gebäudeautomation einzubinden, eine andere. Hier arbeitete die kopol-Baugesellschaft eng mit den Fassadenplanern von Schüco und der Firma ERS Systeme zusammen. „Wir haben uns bereits im Vorfeld eng mit dem Team um Uwe Koschkar abgestimmt, das für die Elektroplanung im Gebäude mit verantwortlich war. Die enge Zusammenarbeit ist aus unserer Sicht unerlässlich, damit an der Schnittstelle von Metallverarbeiter und Elektroplaner keine Reibungsverluste entstehen“, so Frank-Rüdiger Kokott. Dennoch muss man bei einem derart komplexen System auch Zeit einplanen, um die einzelnen Parameter an die lokalen Verhältnisse anzupassen.

Die ideale Lösung

„Gerade für öffentliche Gebäude, die nachts in der Regel nicht genutzt werden, bietet sich die Nachtauskühlung zur Klimatisierung an. Das System Schüco TipTronic ist dafür aus unserer Sicht ideal geeignet.“ Frank-Rüdiger Kokott, kopol Baugesellschaft, Glauchau

In der Ansicht nicht zu sehen: Die Motoren für das System TipTronic werden verdeckt im Flügel eingebaut.

Grundschule Am Rosarium – ein Ort zum Lernen

Vom Raumkonzept her war die Grundschule Am Rosarium – ein klassischer Stahlbeton-Skelettbau aus DDR-Zeiten – noch immer uneingeschränkt nutzbar. Nur der Zustand des Gebäudes ließ zu wünschen übrig, insbesondere die Energieeffizienz und Teile der Innenausstattung. Deshalb beschloss die Stadt Glauchau 2006, die Sanierung in Angriff zu nehmen. Um auch Schülern mit Handicap gerecht zu werden, sollte zunächst ein Aufzug eingebaut werden. In einem weiteren Bauabschnitt tauschten Monteure die Fenster aus und brachten einen Vollwärmeschutz auf – alles bei laufendem Betrieb. Nur für die Arbeiten im Inneren musste der Schulbetrieb ausgelagert werden. Hier wurden Die Grundschule Am Rosarium mit dem neu angebauten Aufzugturm und der modernisierten Fassade leichte Veränderungen am Grundriss umgesetzt, wie die Einrichtung von eigenen Garderoben-Räumen, die aus Brandschutz-Gründen erforderlich war. Bei den Fenstern fiel die Wahl auf das System Schüco AWS 70.HI. Wenn ich Aluminiumfenster plane, arbeite ich gerne mit Schüco zusammen“, erläutert Klaus Zimmermann, Architekt aus Glauchau, der die Sanierung geplant und begleitet hat. „Durch die technische Beratung des Außendiensts habe ich schon viele nützliche Anregungen bekommen.“

Die Grundschule Am Rosarium mit dem neu angebauten Aufzugturm und der modernisierten Fassade

Von Vorteilen überzeugt

Die Überlegung, eine Klimaanlage einzubauen, wurde verworfen. Nicht nur aus Kostengründen, sondern auch wegen des Wartungsaufwands, der damit einhergeht. Stattdessen setzte Klaus Zimmermann auf die Nachtauskühlung, die in der Grundschule über das Schüco System TipTronic realisiert wurde. „Als ich das Prinzip den Verantwortlichen der Stadtverwaltung vorstellte, waren sie schnell überzeugt. Früher wäre es Aufgabe des Hausmeisters gewesen, für die erforderliche Lüftung zu sorgen. Wenn das Wetter umschlug, hieß das unter Umständen, mitten in der Nacht die Fenster wieder zu schließen.“ Das ist mit dem modernen System nun nicht mehr nötig. Die Montage der Schüco Fenster in Kombination mit TipTronic führte MF Fassadentechnik aus Bautzen durch. Seit 2008 ist das Unternehmen im Bereich Metallbau Schüco Partner, seit 2011 auch in der Kunststoff-Sparte. „Für uns ist es immer eine große Hilfe, wenn wir, ebenso wie der Fachberater Fassadenplanung, der Metallbauer und der Elektroplaner frühzeitig zu einem solchen Projekt einbezogen werden. Damit kann man schon im Vorfeld mögliche Fehlerquellen identifizieren und ausschalten“, sagt Uwe Koschkar, ERS Systeme, der das System programmiert hat. Ähnlich sieht das auch Manuel Molter von MF Fassadentechnik: „Wenn es bei einem Bauvorhaben viele Schnittstellen gibt, ist es wichtig, die Aufgaben schon in der Ausschreibungsphase genau zu definieren und sich dann in den Projektphasen gut abzustimmen.“

Komfort per Knopfdruck: Gibt es tagsüber Lüftungsbedarf, lässt sich das System Schüco TipTronic auch manuell bedienen.

Manuel Molter von der MF Fassadentechnik GmbH aus Bautzen

Nachhaltig und wirtschaftlich

"In der Nachtauskühlung mittels Schüco TipTronic sehe ich eine sehr nachhaltige und moderne Lösung. Im Vergleich zur Nutzung eines herkömmlichen Klimasystems verbraucht man damit zum Beispiel viel weniger Strom. Klimageräte arbeiten zudem häufig noch mit Gasen, die nicht sehr klimaverträglich sind“, so Manuel Molter von der MF Fassadentechnik GmbH aus Bautzen. Das Unternehmen führte übrigens auch am Neubau des Schulhorts der Grundschule Am Rosarium die Schüco Fenster- und Fassadensysteme FW 50+.HI und AWS 75 BS.HI inklusive Schüco TipTronic und Hochleistungssonnenschutz CTB aus.

Wachstumsmarkt Gebäudeautomation

Außer im Einfamilienhausbereich gibt es heute kaum noch Fenster und Türen, die keine elektronischen Bauteile enthalten. Angefangen bei Sensoren für die Alarmanlage bis zu komplexen Systemen wie Schüco TipTronic. Gerade vor dem Hintergrund der Energieeinsparung bieten Automatisierungsfunktionen enormes Potenzial, auch für Verarbeiter. „Werden Funktionen im Gebäude zunehmend automatisiert, verändern sich auch die Anforderungen an die Verarbeiter“, sagt Uwe Koschkar aus Weißwasser, der mit seiner Firma ERS Systeme seit 2007 Schüco Stützpunktpartner ist. „Neben dem klassischen Handwerk sind hier zunehmend Kenntnisse im Bereich Elektrotechnik gefragt. Das gilt ja nicht nur beim Bau dieser Fenstersysteme, sondern insbesondere, wenn es dann um die Verkabelung und die Einbindung in die Gebäudeautomation geht.“ Aus diesem Grund stellt Schüco Verarbeitern umfangreiche Informationen zur Verfügung, die passenden Ausschreibungstexte ebenso wie Fertigungsinformationen sowie klar definierte Schnittstellenlösungen zum Elektrogewerk. Außerdem stehen die Schüco Fachberater Partnern zum Thema Gebäudeautomation schon zu Planungsbeginn zur Seite. „Schüco TipTronic ist aus unserer Sicht ein System mit einem riesigen Potenzial, beginnend bei der Rauch- und Wärmeableitung bis zu den Möglichkeiten der Klimatisierung über eine intelligent gesteuerte Nachtauskühlung. Dieses Potenzial lässt sich am besten umsetzen, wenn sich alle Beteiligten frühzeitig zusammensetzen und während der gesamten Bauphase in engem Kontakt bleiben. Wenn in der Kette Beratung, Herstellung, Einbau und Verkabelung bis zur Einweisung des End kunden keine Lücken entstehen, ist auch ein optimales Produkt gewährleistet."

Großes Potenzial

Neben TipTronic bietet Schüco noch zahlreiche weitere Systeme zur Gebäudeautomation: von Einzellösungen für Fenster und Türen bis zur Automatisierung der gesamten Gebäudehülle. Etwa das Schüco Door Control System (DCS): Mit den Funktionen Zutrittskontrolle und Fluchttürsicherung lässt sich die Begehbarkeit von Türen flexibel so steuern, dass trotzdem Anforderungen an die Einbruchsicherheit, Barrierefreiheit oder an Flucht- und Rettungswege entsprochen wird. Bauherren und Architekten, die mittels Licht gezielt Akzente setzen wollen, bietet Schüco mit der LED-Fassadenbeleuchtung Schüco LightSkin powered by Zumtobel eine optimale Lösung. Der Vorteil: Alle Systeme sind miteinander kompatibel.

Schüco RWA mit TipTronic lässt sich zusätzlich auch für die tägliche Be- und Entlüftung sowie für die Nachtauskühlung einsetzen.

Interview mit Frau Joppe als stellvertretende Fachbereichsleiterin im Fachbereich Planen und Bauen.

Nicht alles, was machbar ist, ist auch sinnvoll.

Städte und Gemeinden können in der Regel nicht aus dem Vollen schöpfen. Um so wichtiger ist das Augenmaß und die Nachhaltigkeit bei der Sanierung öffentlicher Gebäude. Darüber sprachen wir mit Heike Joppe vom Bereich Planen und Bauen der Stadt Glauchau.

Frau Joppe, Glauchau mit den zahlreichen Parkanlagen ist eine Stadt im Grünen. Liegt hier der Grund, warum sich die Stadt dem nachhaltigen Bauen verpflichtet fühlt?
Als Kommune sind wir für knapp 120 Gebäude zuständig, für Schulen, Kindergärten ebenso wie für Wohnungen oder die Feuerwehrgebäude. Dabei legen wir großen Wert auf einen nachhaltigen Umgang mit dem Bestand, insbesondere mit Blick auf unsere Ressourcen. Die Frage lautet: Wie können wir mit dem vorhandenen Budget das Optimum herausholen? Und das gilt ja nicht nur für Neubau oder Sanierung, sondern auch für den Unterhalt. Wie sieht das konkret aus? Nehmen wir als Beispiel die Schulen, die wir zuletzt saniert beziehungsweise durch „Nicht alles, was machbar ist, ist auch sinnvoll.“ Neubau erweitert haben. Sicher ist hier vieles technisch machbar, aber ist es auch sinnvoll? Daher haben wir abgewogen, zu welchen Kosten man mit welchen Maßnahmen welche Ergebnisse erzielen kann. Da Schulen nicht permanent genutzt werden – denken Sie nur an die Ferien und die Wochenenden – haben wir nach Lösungen gesucht, bei denen der technische Aufwand in angemessenem Verhältnis zur Nutzung dieser Gebäude steht.

Zu welchen Antworten sind Sie gekommen?
Auf Basis dieser besonderen Nutzungsverhältnisse haben wir gemeinsam mit den Planern verschiedene Möglichkeiten durchgesprochen. Im Ergebnis haben wir uns gegen eine Vollklimatisierung entschlossen und setzen auf Nachtauskühlung. Denn die müssen wir nicht permanent betreiben, das senkt die Kosten und ist zugleich einfacher in der Handhabung. Der Nutzer muss das System ja auch annehmen.

Wie wurde das umgesetzt?
Letztlich verbaut wurde das TipTronic System von Schüco. Hier entscheiden Sensoren abhängig von den Innen- und Außentemperaturen, ob das Fenster geöffnet oder geschlossen wird. Damit lässt sich das Raumklima sehr gut steuern. Bei starkem Wind oder Regen schließen die Fenster automatisch. Und, was uns für die Schulen besonders wichtig ist: Die Fenster lassen sich trotzdem manuell bedienen. Die Rückmeldung aus der ersten Schule bestätigte unsere Entscheidung. Daher setzen wir das System auch in den anderen Objekten ein.

Warum wurde saniert und nicht neu gebaut?
Das muss man natürlich von Fall zu Fall entscheiden. Unsere Schulen aus den 1970er- Jahren sind konstruktiv und was die Raumaufteilung angeht völlig in Ordnung. Die Bausubstanz ließ allerdings zu wünschen übrig. Gerade unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten war die Sanierung der richtige Weg, insbesondere da wir in Bauabschnitten arbeiten und einen großen Teil der Maßnahmen bei laufendem Betrieb abwickeln konnten. Mal abgesehen davon, dass man für einen Neubau auch einen Baugrund benötigt.

Das gilt wohl auch für historische Gebäude wie das Georgius- Agricola-Gymnasium?
Genau. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und ist damit Teil unseres Stadtbilds. Durch die Sanierung in Kombination mit dem Erweiterungsneubau konnten wir das im Bestand halten und damit einen städtebaulichen Verlust vermeiden. Dabei war für uns wichtig – wie schon oben angedeutet –, dass der Einsatz von technischen Möglichkeiten der Automation in einem gesunden Verhältnis steht zum Aufwand und den Unterhaltungskosten. Ich denke, mit der Lösung für unsere Schulen haben wir dabei einen guten und vor allem nachhaltigen Mittelweg gefunden.

Als stellvertretende Fachbereichsleiterin im Fachbereich Planen und Bauen der Stadt Glauchau war Heike Joppe mitverantwortlich für die Sanierung der Schulen.