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Das Vorzeigeprojekt - Allianz Riviera

Eine transluzente Gebäudehülle und das offene Tragwerk erlauben Blicke in und aus dem Stadion Allianz
Riviera. Auch was die Nachhaltigkeit angeht, bietet das als Plusenergie-Bauwerk ausgeführte Objekt
gute Perspektiven – zum Einsatz kam unter anderem das bewährte Fassadensystem Schüco FW 50+.

Palmen gesäumte Boulevards, historische Gebäude, Strände mit türkis-blauem Wasser, Luxusyachten – Nizza im Südosten Frankreichs hat Sehenswertes zu bieten. Mit dem Mehrzweckstadion Allianz Riviera, das etwa fünf Kilometer westlich vom Zentrum der Hafenstadt liegt, ist eine Attraktion hinzugekommen. Schüco Partner Gualini aus dem italienischen Costa di Mezzate war an dem bereits mit mehreren Preisen (siehe Kasten) ausgezeichneten Bauwerk beteiligt. Das Unternehmen führte Arbeiten mit dem bestens wärmegedämmten Fassadensystem Schüco FW 50+ aus. Als Plusenergie-Bauwerk und Teil des unter Nachhaltigkeitsaspekten angelegten Stadtentwicklungsgebietes Eco Vallée Plaine du Var gilt das Mehrzweckstadion als Vorzeigeprojekt. So befinden sich beispielsweise auf einer Fläche von rund 8.500 m2 4.000 Photovoltaikmodule, die Innenräume unterhalb der Zuschauertribünen werden durch Geothermie gekühlt beziehungsweise geheizt und der Rasen wird mit Wasser aus drei Regenwasserauffangbecken versorgt.

Etwa fünf Kilometer westlich vom Stadtzentrum Nizzas gelegen, ist das Stadion Teil des nach Nachhaltigkeitsstandards geplanten Stadtentwicklungsgebiets Eco Vallée Plaine du Var.
Die transluzente Gebäude-hülle und das offene Tragwerk erlauben gute Ausblicke ins und aus dem Stadion.

Charakteristisch für das Stadion ist das netzartige, wellenförmige Stahl-Holz-Raumfachwerk, das sich über einem massiven Sockelbau aufspannt. Auch bei der Wahl des Baumaterials achtete man im Entwurf auf Nachhaltigkeit: Holz kam zum Einsatz, weil es eine hohe Druckfestigkeit bei relativ geringem Gewicht besitzt und weil sich damit im Vergleich zu einer herkömmlichen Bauweise etwa 3.000 t Kohlendioxid einsparen ließen.

Das Tragwerk selbst besteht nur aus wenigen baugleichen, seriell gefertigten Standardelementen sowie Knoten. Angesichts dieser komplexen Geometrie nutzten die Planer ein parametrisches 3-D-Modell. Dieses optimierten sie während der Entwurfs- und Detailplanung immer weiter.

Das Konzept von den Architekten Wilmotte & Associés aus Paris sieht für das Stadion eine Form vor, die sich ideal in die hügelige Landschaft einbettet. Leicht und transparent wirkt der Bau. Auch die Dachhaut, eine weiße PVC-Folie, spiegelt dieses Entwurfskonzept wider. Ebenso die einlagige Membran aus Ethylen-Tetrafluorethylen (ETFE), die Handwerker über dem Spielfeld und an den vertikalen Flächen des Tragwerks anbrachten. Ähnlich wie bei der Allianz Arena in München lässt sich die Membran von innen beleuchten. Das verleiht dem Gebäude Symbolkraft und trägt zur Identifikation mit dem Ort und der spielenden Mannschaft bei.
Welche Teams hier auf einer Fläche von 131 auf 73 m an den Start gehen, ist in diesem Jahr besonders spannend: Im Juni sind in der Allianz Riviera drei EM-Vorrundenspiele und das dritte Achtelfinalspiel geplant.

Auf insgesamt drei Rängen sind 35.624 Sitzplätze verteilt. An nicht fußballerischen Veranstaltungen können bis zu 45.000 Zuschauer teilnehmen.
Mit seiner gewellten Form und dem leichten Tragwerk fügt sich die Arena in die hügelige Landschaft ein.
Ähnlich wie bei der Allianz Arena in München lässt sich die Membran des Stadions beleuchten.

Höchste Transparenz

„Wir haben bei dem Stadion immer auf die doppelte Transparenz geachtet. Dass man aus dem Stadion herausschauen kann, dass man sich nicht eingepfercht fühlt, sondern immer wieder den Kontakt nach außen hat. Auch die Glasfassade bettet das Projekt in die Landschaft ein. Wir haben jetzt unsere eigene Dépendance in der Allianz Riviera. Links schauen wir aufs Spielfeld, rechts auf die Berge.“


Ralf Levedag, Projektleiter bei Wilmotte & Associés Architectes für die Allianz Riviera

Allianz Riviera, Nizza

Die Stadt Nizza hatte 2009 einen Generalwettbewerb ausgelobt, an dem man nur im Team aus Bauunternehmen, Architekturbüro und Tragwerksplaner teilnehmen konnte. Das Ergebnis des Wettbewerbs ist ein Mehrzweckstadion, das schwerpunktmäßig der Fußballverein OGC Nizza nutzt. Die Betreiber eröffneten das Stadion im September 2013. Das Stadion, ein Plusenergie-Bauwerk, ist nach dem französischen Gebäudezertifizierungssystem HQE (Haute Qualité Environnementale) ausgezeichnet und erhielt bereits den International Architecture Award 2014 und den Prix National de la Construction Bois 2015.