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Villa Kymmendö

Smådalarö, Schweden

Kurzinformation

Gebäudeart
Wohnen und Leben
Produkte
Schiebesysteme, Sicherheit
Serien
ASS 50
Standort
Smådalarö, Schweden
Fertigstellung
2009
Architekten
Jordens Arkitekter
Fachbetrieb
Öjebyns Glas & Aluminium
Bildnachweis
Lindman Photography

Galerie

Objektdetails

Eine Welt für sich

Die Villa Kymmendö steht inmitten des privaten Eilands auf einer kleinen Anhöhe, ist rundum verglast und von windgeformten Kiefern, Felsen und dem Meer umringt. Geplant wurde es von Jordens Arkitekter.

Eine auskragende Ebene lässt das Gebäude scheinbar über dem Boden schweben. Zwei zehn Meter breite, auskragende Ebenen fassen ein rundum verglastes Areal von rund 230 Quadratmetern Wohnfläche zusammen. Die 36 Meter lange Bodenplatte fungiert zudem als umlaufende Veranda und Terrasse mit unverstelltem Meeresblick. Das Dach, eine Brettschichtholzkonstruktion, wird an den Längsseiten getragen von sieben filigranen, innenliegenden Stahlrundstützen; zwei weitere äußere Stützen halten das auskragende Terrassendach. Den Raumabschluss bildet die rund 30 Zentimeter vor der Tragstruktur liegende Glas-Aluminium-Schiebekonstruktion (Schüco ASS 50). Jeweils 2,45 Meter breite, feststehende und bewegliche Elemente wechseln einander ab; ein Paar entspricht jeweils dem Abstand der Stützen.

Ortstypischen gotländischen Kalksandstein verwendeten sie durchgehend als Bodenbelag, für die Arbeitsflächen und die Umfassung der Küchenzeile, für Sanitärwände und -tische. Im zentralen Block befinden sich vier Schlafzimmer mit Nischen – die Betten sind doppelstöckig und wie Schreibtisch und Schränke als Einbaumöbel konzipiert. Eine weitere Einheit bilden das gegenüberliegende Bad und der Treppenraum. Er dient zur Erschließung von Lager, Technik-, Wasch- und Hobbyraum im Keller. Der durch Glastür und Trennwand separierte Elternbereich an der nördlichen Stirnseite beherbergt Schlafzimmer, Schrankraum und Bad. Offen gestaltet ist der nach Süden ausgerichtete, rund 80 Quadratmeter große Wohn-, Kamin- und Kochbereich. Über die Schiebeelemente ist er zu Veranda und Terrasse hin erweiterbar.

Vom konzeptionellen Ansatz her unterscheidet sich die Villa Kymmendö deutlich von der Bauweise, die traditionell im Stockholmer Schärengarten vorzufinden ist. Statt eines Satteldachs wählten Jordens Arkitekter ein Flachdach, statt farbenfroher Holzfassaden eine Architektur, die sich im wahrsten Sinne des Wortes von der Umgebung »abhebt«. Das eigentliche Dach setzten Jordens Arkitekter in der Ansicht zurück, die Attika verblendeten sie mit dunklem Blech und die Bodenplatte mit dem hellen Gotlandstein. Unweigerlich fühlt man sich bei der Villa Kymmendö an Mies van der Rohes Farnsworth House erinnert: Die auskragenden Platten (nicht aber die innen liegenden Stützen), die (hier deckenhohen) Raummöbel, ja selbst die Vorhänge weisen Parallelen zu dem berühmten Vorbild auf. Sichtbare Installationen oder hinzugefügte Elemente gibt es in der Villa Kymmendö so gut wie keine; auch hier orientierte sich das schwedische Büro offensichtlich an der reduzierten Sprache des Farnsworth House.

Die Villa Kymmendö ist umringt von alten, windgeformten Kiefern, Felsen und Meer. Die umlaufende Glashaut lässt das Haus immateriell erscheinen und es mit der natürlichen Umgebung verschwimmen.