1. Architekten
  2. Magazin
  3. Alle Beiträge
  4. Neue Firmenzentrale für BBVA Madrid/ES
Zur Übersicht

Neue Firmenzentrale für BBVA Madrid/ES

In Anlehnung an südländische Strukturen mit niedriger Bebauung und engen Gassen entwarf das Büro Herzog & de Meuron für den neuen Hauptsitz der Bank BBVA in der nördlichen Peripherie von Madrid ein Stadtgewebe. Als Highlight und Stadtmarke erhebt sich daraus ein ovaler Turm. Ein hoher Anteil an Verglasung mit schlichten Schüco Profilen an Türen und Fassadenelementen lässt trotz hoher Dichte viel Tageslicht ins Innere.

Objekt:
Sede BBVA
Standort:
Madrid, Spanien
Bauherr:
BBVA – Banco Bilbao Vizcaya Argentaria S.A.
Architekten:
Herzog & de Meuron SL, Barcelona/ES (Design); CBRE FM Arquitectos, Madrid/ES; Ortiz y León Arquitectos, Madrid/ES (Ausführung)
Bauzeit:
Planung: 2007–2010,
Bauphase 1: 2009–2013,
Bauphase 2: 2013–2015

Das gestalterische Konzept des gesamten Komplexes lebt von der Spannung aus Abschottung und Öffnung.

Gesamtfläche:
Grundstück: 59.125 m2,
Bruttogeschossfläche: 251.979 m2
Generalunternehmer:
UTE Nueva Sede BBVA, Madrid/ES (Drees & Sommer, CBRE FM Arquitectos, Herzog & de Meuron SL)
Fassadenplanung:
ENAR
Schüco Systeme:
ADS 75
FW 60+ Sonderanfertigung

Während sich das Gebäude nach innen konzentriert und im Inneren durch geschosshohe Verglasungen maximal öffnet, erscheint es nach außen kompakt und verschlossen.

Das Architektenteam des Büros Herzog & de Meuron stand vor der Herausforderung, einen repräsentativen Bürokomplex für 6000 Mitarbeiter in einem ansonsten relativ charakterlosen Viertel mit niedriger Bebauung und kaum städtebaulicher Struktur entstehen zu lassen. Das Quartier ist durch einen Mix an Bürogebäuden, Gewerbe- und Wohnblöcken charakterisiert, eine Autobahntrasse grenzt direkt an das Baugrundstück an. Bereits vorhandene Teilbebauung – es befanden sich nicht fertiggestellte Bürogebäude auf dem Grundstück – musste weiterhin integriert werden. Die wenigen Einflüsse der Umgebung aufnehmend, entstand eine Art dreigeschossiger Gebäudeteppich, der sich – durchschnitten von Gängen, Höfen und Gärten – flächig auf das Grundstück legt. Die bestehenden Gebäude wurden entkernt, geöffnet und gehen vollständig in die neue Struktur über. In Ermangelung an äußeren Einwirkungen orientiert sich der Komplex gestalterisch und funktionell vollständig nach innen und auf sich selbst. Neues Highlight ist ein ovales Hochhaus, das scheinbar aus der niedrigen Sockelbebauung herausgeklappt wurde. Es hinterlässt einen runden Platz, der mit Hunderten von Bäumen bepflanzt wurde.

Der Hochhausturm ist weithin sichtbar und gibt dem BBVA-Gebäude seinen repräsentativen Platz in der Skyline von Madrid. Gestalterisches Highlight der Außenfassade von Sockel und Turm sind feststehende Sonnenschutzelemente, die in fünf Varianten dem Sonnenverlauf folgend im unteren Teil in einer fließenden Form abgeschrägt sind. Dadurch erhöhen sie die Sicht sowie den Tageslichteinfall. Überstehende Sichtbetondecken sorgen weiterhin für natürlichen Sonnenschutz in den ansonsten vollständig geöffneten Geschossen. Die großflächige Verglasung der Innen- und Außenfassaden des Sockels sowie des Turms werden durch 42.000 m2 Schüco Pfosten-Riegel-Fassadensystem FW 60+ in Sonderanfertigung ermöglicht. Großformatige Glastüren mit Aluminiumrahmen ADS 75 fügen sich unauffällig in die Glasfassade ein. Das Gebäude lebt durch die Spannung von Glas und Beton, von Öffnung und Abschottung sowie dem Kontrast der verwendeten Materialien.

Abhängig von der Himmelsrichtung und vom Sonnenstand wurden fünf verschiedene, fest montierte Sonnenschutzelemente eingesetzt.
Die architektonische Ausarbeitung des gesamten Komplexes erscheint gewollt ungeschliffen, beinahe wie im Rohbauzustand.
Unverkleidete Betonstützen lassen deutlich die Struktur erkennen.

Text: Bettina Sigmund
Fotos: Schüco International KG