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Eine sichere Sache – das Schüco Technologiezentrum

Das Schüco Technologiezentrum in Bielefeld gehört zu den weltweit größten Prüfzentren für Fenster-, Türen- und Fassadentechnik. Es steht für die Optimierung von Qualität, Sicherheit und Langlebigkeit aller Schüco Produkte. Ein Komplettumbau und ein Erweiterungsbau machen das Technologiezentrum nun noch leistungsfähiger.

Das Unternehmen Schüco steht seit der Gründung im Jahr 1951 mit seinen Produkten und Systemen für Qualität, Sicherheit und Langlebigkeit. Dies beruht auch auf dem Dienstleistungsportfolio des Schüco Technologiezentrums in Bielefeld mit Europas größten Prüflaboren für Fenster und Fassaden, das nun durch einen Umbau und einen Erweiterungsbau ergänzt wurde. Das Technologiezentrum bietet nahezu alle relevanten Prüfverfahren für Fenster-, Tür-, Fassaden-und Solartechnik an. Pro Jahr fanden bislang um die 1.200 Prüfungen statt, mit dem Um- und Erweiterungsbau wird die Anzahl weiter steigen.

Historie des Schüco Technologiezentrums
Das Technologiezentrum kann auf eine über 40-jährige Entwicklung und daraus resultierende Erfahrung zurückblicken. Die ersten Schritte des heute unabhängigen, international anerkannten Technologiezentrums gehen auf das Jahr 1967 und die Gründung der Abteilung „Versuch“ zurück. Diese war zunächst für die Optimierung von Produkten verantwortlich. Durch Prüfungen mechanischer Zustände Dauergebrauchstauglichkeiten oder simulierter Gewalteinwirkungen wurden Fenster und Türen in ihrer Funktion getestet. Die Ergebnisse wirkten sich dann auf die Systementwicklung aus. Im Jahr 1980 wurde der erste Fassadenprüfstand in Betrieb genommen und die Prüfung erster Objekte konnte beginnen. Im Laufe der Jahre ist das Technologiezentrum gewachsen, das Portfolio hat sich enorm erweitert, Bandbreite und Kompetenz von Mitarbeitern und Prüftechnik wuchsen dabei ebenso wie die Zahl und Spezialisierungen der verschiedenen Prüfstände. 1988 folgte der Bau und die Inbetriebnahme des Prüfstandes für Materialbeschuss, 1990 wurde die erste Stereolithographie-Anlage zur Erstellung von 3D-Mustern in Betrieb genommen, im Jahr 1997 wurden die Abteilungen Versuchswerkstatt und Prüfwesen zu einem Bereich, dem heutigen Technologiezentrum, zusammengelegt. Die erste Erweiterung fand 2000 und 2001 statt, so dass die Möglichkeit geschaffen wurde, Dichtheitsprüfungen an Fassaden und akustische Prüfungen an Großmustern mit modernster Fenstertechnik durchzuführen. Im Jahr 2005 wurde das Schüco Technologiezentrum als weltweit anerkanntes Prüflaboratorium nach DIN/EN/ISO/IEC 17025 akkreditiert, seit 2006 werden dort im dualen Ausbildungssystem Ingenieure der Mechatronik und seit 2009 auch der Elektrotechnik ausgebildet. Im Oktober 2010 begannen die Baumaßnahmen zur Erweiterung des Technologiezentrums, das im Sommer 2012 in Betrieb genommen wurde.

Das Leistungsspektrum des Technologiezentrums umfasst die Beratung der internen technischen Entwicklungsabteilungen beim Bau von Prototypen und die Prüfung von Fenstern, Türen, Fassaden und Sonnenschutz. Auch Einzelkomponenten und Zubehörteile wie Materialverbunde, Rahmenprofile, Beschläge, Motoren und Antriebe, Dicht- und Dämmmaterialien, Oberflächen und Verbindungstechnik können hinsichtlich unterschiedlichster Aspekte geprüft werden. So können neben der mechanischen Prüfung, der Bauteil-, Werkstoff- oder Lebensdauerprüfung auch Bauakustikprüfungen, Sicherheitsprüfungen oder Umweltsimulationen durchgeführt werden, um nur einige zu nennen. Ob Kälte, Wärme, Feuchte oder UV-Strahlung, Dichtigkeit, U-Werte, Einbruch, Durchschuss oder Brandschutz – sämtliche Elemente der Gebäudehülle können auf ihre Beständigkeit und Leistungsfähigkeit getestet werden. Dieses Angebot steht übrigens nicht nur den Schüco Abteilungen zur Verfügung, sondern auch allen Kunden, die das Technologiezentrum mit objektspezifischen Prüfungen und dem Rapid Prototyping, der digital gesteuerten Herstellung von Musterbauteilen, als Dienstleister beauftragen können. Von diesem Angebot machen Auftraggeber aus der ganzen Welt Gebrauch und lassen ihre Prüfmuster zertifizieren.

Neues Angebot im Erweiterungsbau
Da das bestehende Technologiezentrum am Firmensitz in Bielefeld vollständig ausgelastet war, entschied man sich dazu, die Prüflabore mit einem Um- und Erweiterungsbau zu vergrößern. Die zusätzlichen Räumlichkeiten ermöglichen nun, auch das Portfolio zu ergänzen und erweitern: In der neuen „Prüfhalle Dichtheitsprüfungen“ wurden die bereits bestehenden Fensterprüfstände zusammengezogen und um einen weiteren ergänzt, der nun die Prüfung von Elementen mit einer maximalen Größe von 5 x 5 m ermöglicht. Für die sogenannten dynamischen Schlagregenprüfungen nach internationalen Standards steht nun beispielsweise auch der Flugzeugpropeller einer Dornier 228 zur Verfügung. Neben größerer Umweltsimulationstechnik, wie einer Differenz-Klimakammer für kleinere Fassadenelemente, einem Hagelschlagprüfstand oder Testverfahren zur Erdbeben-Standhaftigkeit von Fassaden, wurde besonders der Bereich für e-technische Prüfungen aufgebaut. Dazu gehört neben IP-Schutzart-Prüfungen insbesondere die Fähigkeit, EMV-Prüfungen durchzuführen. Dies sind Prüfungen, die die Bewertung der elektromagnetischen Verträglichkeit von elektronischen Komponenten ermöglichen. Mit den neuen Räumlichkeiten und technischen Möglichkeiten ist Schüco nun in der Lage, noch besser als bisher sowohl die neuen technischen Entwicklungsgebiete als auch Kundenobjekte prüftechnisch auf höchstem Niveau zu begleiten. Architekten können sich übrigens selbst davon überzeugen. Das Schüco Technologiezentrum kann in geführten Rundgängen besichtigt werden.


Erfahren Sie mehr zum Schüco Technologiezentrum!

Herr Welk, Sie sind Leiter des Technologiezentrums. Worauf basiert der Erfolg des Zentrums?

Das Spannende ist zweifelsohne die ständige Optimierung und Weiterentwicklung des TZ in seiner fachlichen, personellen und organisatorischen Struktur. Wir haben gerade den zweiten massiven Ausbau im Abstand von 10 Jahren erlebt. Es ist für die Mitarbeiter und auch für mich ein tolles Gefühl, das alles gestalten und diese Entwicklungen begleiten zu dürfen. Die besondere Herausforderung besteht aus meiner Sicht darin, uns beständig so weiterzuentwickeln, dass wir auch in Zukunft sagen können „Schüco kann sich mit uns sehen lassen."

Deshalb auch der neue Erweitungsbau?

Es hatte sich schon Mitte des letzten Jahrzehnts gezeigt, dass einige Kundenwünsche aufgrund
begrenzter Kapazitäten nicht mehr zu erfüllen waren. Dazu kamen neue technologische Felder, die es erforderlich machten, auch hier prüftechnische und messtechnische Kompetenzen zu erweitern bzw. zu vertiefen. So erwuchs aus der Zusammenarbeit zwischen der Unternehmenskoordination und dem TZ ein Vorschlag, dem die Geschäftsleitung dann zustimmte.

Welche Vorteile ergeben sich für den Kunden durch die erweiterte Kompetenz?

Wir werden flexibler hinsichtlich unserer Kapazitäten sein und haben erweiterte Möglichkeiten zur
Verfügung. Kurz, wir sind in der Lage, unsere Kunden – interne wie externe – deutlich umfassender zu betreuen. Externe Kunden wenden sich an das Schüco TZ i.d.R. mit dem Ziel, ihren Auftraggebern die Übereinstimmung der von ihnen gefertigten Produkte mit den Anforderungen der Leistungsverzeichnisse nachzuweisen. Viele nutzen auch die Möglichkeiten, ihre eigenen Konstruktionen qualitätstechnisch zu überprüfen, bevor die Fertigung startet. Neben den qualitativen Aspekten spielen auch Planungssicherheit und Kostenkontrolle eine Rolle. Früh erkannte Mängel führen in der Folge zu keinen Beanstandungen, Nacharbeiten, Austäuschen oder Fehlkonstruktionen! Die durch die Akkreditierung nachgewiesenen Kompetenzen in den Feldern Anlagen, Personal und Organisation geben unseren Kunden die Sicherheit, dass alle erzielten Ergebnisse vertrauenswürdig und belastbar sind.