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Office Tower Ankara

Im Westen Ankaras haben Anmahian Winton Architects mit dem Büroturm 312 Vista eine von Weitem sichtbare, elegante Landmark in der türkischen Hauptstadt geschaffen. Das 14-stöckige Gebäude bietet einheimischen und internationalen Hightechunternehmen gehobene Business-Flächen in anspruchsvollem Design und mit modernster IT-Infrastruktur. Im Erdgeschoss sind Lobby und Rezeption sowie ein Café untergebracht. Städtebaulich übernimmt der Neubau eine wichtige Rolle in dem sich rasch entwickelnden, heterogenen Areal.

Objekt:
Office Tower Ankara
Standort:
Ankara, TR
Architekten:
Anmahian Winton Architects
Generalunternehmer:
Tepe-Tesan Joint Venture; AECOM
Fertigstellung:
2017
Verarbeiter:
Pimeks Group
Schüco System:
ADS 70, AWS 70, FW 60+

Werden die innen liegenden Holzlamellen geschlossen, lenkt nichts von der ruhig gestalteten Glasfassade ab, deren gleichmäßiges Muster aus horizontalen Stahlprofilen und vertikalen Stößen gebildet wird.

Der in etwas Abstand zur Schnellstraße angeordnete, schlanke Baukörper lässt Platz für einen Bambushain, der als Puffer zu einer Grünfläche dient und eine Fußgängerverbindung zwischen den angrenzenden Wohngebieten und den entlang der Straße verteilten Geschäften bildet. Durch die klare Formensprache hebt sich das Gebäude deutlich von der Umgebung ab. Die reduzierte, geometrische Glasfassade erhält durch horizontale, umlaufende Lamellen eine filigrane Struktur und räumliche Tiefe. Die über 4 Meter hohen Decken verleihen den Büros Großzügigkeit und lassen das Tageslicht tief ins Gebäudeinnere dringen.

Außen liegende Stahllamellen verringern die Wärmeeinstrahlung in den Sommermonaten und sorgen für solare Wärmegewinne im Winter. Die leicht gekrümmten Profile sind minimal versetzt angeordnet, wodurch sich das Erscheinungsbild der Fassade je nach Blickwinkel und Sonneneinstrahlung verändert.

Bei teilweise geöffneter und teilweise geschlossener Verschattung wirkt die Fassade belebt und lässt die Struktur des Gebäudes erahnen.

Im Inneren ermöglichen bewegliche, ebenfalls horizontal angeordnete Holzlamellen den Nutzern die Belichtung der Büros nach persönlichen Vorlieben. Die aus maßgefertigten Aluprofilen mit Paneelen aus Holzwerkstoff gefertigten Lamellen bieten eine indirekte, blendfreie Belichtung der Arbeitsplätze, ohne den Blick nach außen zu behindern. Darüber hinaus erfüllen sie durch ihre Materialität auch eine ästhetische Funktion, indem sie den modernen Büroräumen eine natürliche, warme Note verleihen. Das kinetische Fassadensystem unterstützt wesentliche Anforderungen an eine zeitgemäße Büroarchitektur: Es reduziert die Wärmebelastung, den Energieverbrauch und den Einsatz mechanischer Belüftung.

Im Tagesverlauf verändert das Gebäude sein Erscheinungsbild je nach Nutzerverhalten und nach Sonnenstand. Die zurückhaltend gestaltete, reflektierende Glasfassade wird durch die Innenlamellen aufgelockert, ohne dabei ihre ruhige Gesamtwirkung zu verlieren. Die steuerbaren Lamellen erlauben es, das ganze Gebäude oder einzelne Bereiche optisch abzuschotten oder den Blick auf das Geschehen im Inneren freizugeben.

Text: Brigitte Bernhardt
Fotos: Florian Holzherr

Die innen liegenden Holzlamellen lassen sich individuell einstellen und erlauben den Ausblick in die Umgebung.