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Gläserne Hülle für das INSS, Granada/ES

Das neue Bürogebäude des Nationalen Instituts für Soziale Sicherheit (INSS – Instituto Nacional de la Seguridad Social) befindet sich in einem Stadtentwicklungsgebiet im Norden Grenadas, in dem immer noch rege gebaut wird. Mit seiner winkelartigen Form, die einem Bumerang ähnelt, bedeckt es das dreieckige Grundstück nahezu komplett. Orientiert an den drei umgebenden Straßen und mit einer faszinierenden Höhenentwicklung, trägt der repräsentative Neubau entscheidend zur Gestaltung der neu entstehenden Stadtlandschaft bei.

Objekt
INSS Granada
Standort
Calle Iznalloz, Granada/ES
Bauherr
INSS (Instituto Nacional de la Seguridad Social, Ministerio de Empleo y Seguridad Social, Regierung von Spanien)
Architekten
MIZIEN Arquitectura (Ivan Bercedo, Jorge Mestre)
Projektleitung
Jorge Mestre, Ivan Bercedo
Bauleitung
MIZIEN / APPLUS, Jorge Mestre, Ivan Bercedo, Javier Haro

Auftragnehmer
UTE Teginser Granadal
Fertigstellung
2016
Gesamtfläche
6 000 m2
Schüco Systeme
Schüco ALB beweglich, Schüco FW 50+, Schüco AWS 65

Eine zweischalige Glashaut umhüllt das dreigeschossige Gebäude. Die innere Fassade mit ihrer Schallschutzverglasung minimiert die Lärmbelastung der drei angrenzenden Straßen und besitzt eine geringe thermische Emissivität. Die äußere Schicht aus vertikalen, beweglichen Verbundglaslamellen des Schüco System ALB mit zum Teil grünen, blauen oder gelben Zwischenschichten verleiht dem Bau sein charakteristisches Aussehen. Entsprechend des aktuellen Sonnenstands und der Daten einer mit Licht- und Windsensoren ausgestatteten Wetterstation steuert eine Software automatisch die genaue Position und Stellung der Lamellen. Diese optimieren den Lichteinfall, reduzieren so die direkte Einstrahlung der unbarmherzigen Sonne Südspaniens und damit die Wärmelasten im Inneren. Ausreichend große Lamellenabstände gewährleisten dennoch eine hohe sowie blendfreie Versorgung mit Tageslicht. Die Doppelfassade hat zudem einen bedeutenden Einfluss auf die Energiebilanz des Gebäudes, da sie hilft, die Betriebskosten für die Klimatisierung zu senken. Das im Süden 17 Meter weit auskragende Obergeschoss schafft im Erdgeschoss einen vor Sonne und Regen geschützten Freiraum. Hier befindet sich der Haupteingang zum großzügigen Foyer, das zugleich die Wartezone und den Servicebereich aufnimmt. Im Obergeschoss finden sich weitere Büroräume. Je nach Tageszeit und Wetter erscheint die außergewöhnliche Form des Verwaltungsbaus durch die sich stets ändernde Lamellenfassade aus jedem Blickwinkel anders und schafft so lebendige Impulse im Quartier.

Text: Eva Schönbrunner
Fotos: Schüco International KG

Nur wenn die Lamellen ausgestellt sind, wird die dahinterliegende zweite Fassadenschicht sichtbar.