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Arbeiten am Humboldthafen Berlin/DE

Zwischen Berliner Hauptbahnhof und Regierungsviertel bauten KSP Jürgen Engel Architekten Deutschlands »grünsten«, DGNB-zertifizierten Büroneubau. Das Gebäude mit klar umrissenen Volumina und rhythmisch strukturierter Fassade bietet – unmittelbar am Wasser des Humboldthafens – Räume mit hoher Aufenthaltsqualität.

Objekt:
HumboldtHafenEins
Standort:
Humboldthafen 1 (Kapelle-Ufer/Alexanderufer), Berlin-Mitte
Bauherr:
OVG Real Estate GmbH
Architekten:
KSP Jürgen Engel Architekten
Tragwerksplanung:
Happold Ingenieurbüro
Fassadenberater:
MOSBACHER + ROLL
DGNB Auditor / Planer:
Happold Ingenieurbüro

Arbeiten mit bester Aussicht. Der Entwurf schafft mit öffentlichen Verbindungswegen zur Uferpromenade und dem Arkadengeschoss die Voraussetzungen für eine hohe Aufenthaltsqualität am Wasser.

Generalunternehmer:
Bilfinger Hochbau GmbH
Fertigstellung:
2015
Grundstücksgröße: ca. 6.120 m²
Hauptnutzfläche: 23.855 m²
Brutto-Grundfläche: 45.320 m²
Brutto-Rauminhalt: 170.030 m³
Systemlieferant:
Metallbau Möller GmbH
Schüco Systeme:
Schüco FW 50+.HI
Schüco AWS 75.SI

Der strenge Wechsel aus Fensterflächen und Betonelementen in unterschiedlichen Breiten rhythmisiert die Fassade und erzeugt den Eindruck von Plastizität.

KSP Jürgen Engel Architekten haben am Humboldthafen, Berlins ältestem Hafenbecken, den ersten Stadtbaustein fertiggestellt. Das Areal gilt als zukunftsträchtiges Entwicklungsgebiet: In attraktiver Lage zwischen Charité, Hauptbahnhof und Regierungsviertel soll sich hier in den nächsten Jahren ein lebendiges, großstädtisches Quartier entwickeln. Der Büroneubau mit Blick auf den Spreebogen gliedert sich mit seinen 120 Meter langen Ansichten und klar umrissenen Volumina um drei Innenhöfe. Dabei schafft der Entwurf die Voraussetzung für eine hohe Aufenthaltsqualität am Wasser: Während ein sechsgeschossiger Gebäudekopf rund zehn Meter frei in Richtung Hafenbecken auskragt, verbindet eine offene Freitreppe darunter die Hugo-Preuß-Brücke mit Arkadengeschoss und Uferpromenade. Der mittlere Innenhof bietet außerdem einen öffentlichen Zugang zum Wasser. Die markante, weithin sichtbare Fassade strukturieren die Architekten durch einen strengen Wechsel aus vertikalen Fensterflächen und weißen Betonelementen. Die bis zu 900 Kilogramm schweren, vorgefertigten Module aus glasfaserarmiertem Beton sind am Pfosten-Riegel-System Schüco FW 50+ Hl montiert, das in der äußeren Profilkammer durch Stahlplatten verstärkt wurde. Die Architekturbetonelemente in vier unterschiedlichen Breiten rhythmisieren und erzeugen einen Eindruck von räumlicher Tiefe und Plastizität. Hauptmieter des Gebäudes mit rund 30.000 Quadratmetern Mietfläche ist ein international tätiges Wirtschaftsprüfungsunternehmen. Der schlanke Baukörper bietet seinen Nutzern eine optimale Tageslichtnutzung und natürliche Belüftung. Auch in energetischer Hinsicht ist der Entwurf, der 2011 als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervorging, ambitioniert: HumboldtHafenEins erhielt ein DGNB Platin-Zertifikat mit der bislang höchsten Bewertung für einen Büroneubau in Deutschland.


Text: Britta Rohlfing
Fotos: Hiepler Brunier