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Zimmer mit Aussicht Hotel AWA Puerto Varas/CL

Das 2016 eröffnete Boutiquehotel AWA liegt östlich des Städtchens Puerto Varas, dem touristischen, kulturellen und sozialen Zentrum der Seenregion im sogenannten kleinen Süden Chiles. Hier – gut 1000 km entfernt von der Hauptstadt Santiago – beginnen die endlosen Weiten Patagoniens auf der chilenischen Seite des Kontinents, die sich bis weit in den Süden nach Feuerland erstrecken.

Objekt: Hotel AWA
Standort: Los Riscos, Puerto Varas/CL
Bauherr: Familie Fuentes Hernández
Architekten: Arquigestion, Mauricio Fuentes Penrroz/CL
Bauleitung: Jürgen Tölle
Bauzeit: 2013–2016
Gesamtfläche: 2358 m2
Generalunternehmer: Piedra Linda Limitada
Fassadenplanung: Anodite Raum Design S.A.
Projektleitung: Daniel Anselmi
General Manager: Jose Luis Priego
Schüco Systeme: AWS/ADS 65, AWS 65 WF, AOC 60, FW 50+

Hinter der gebäudehohen Glasfassade auf der Südseite verbergen sich die Treppen und Flure des Hotels. Eine vorgesetzte Struktur aus Stahlträgern soll an die Äste eines Baums erinnern.

Direkt am malerischen Llanquihue See gelegen, hat die Architektur des Hotels ohne Zweifel ein Ziel: die fantastische Aussicht auf den meist schneebedeckten Vulkan Osorno, der den Panoramablick über den See bestimmt. Da das Klima in dieser Region gemäßigt kalt und regnerisch ist, war es wichtig, die passive Solarenergienutzung über die Verglasung zu optimieren. Selbstverständlich sollte auch der Blick aus jedem Winkel des Hotels so spektakulär wie möglich sein. Zunächst betritt man das Gebäude über einen zweigeschossigen gläsernen Würfel und erreicht die Rezeption und die gemeinschaftlichen Aufenthaltsbereiche. Heimische Hölzer als Türfüllung und Bodenbelag auf den Treppenstufen und Naturstein aus der Umgebung bestimmen hier die Oberflächen.

Die Glasflächen reichen vom Boden bis zur Decke und werden nur durch wenige Profile geteilt, so dass der atemberaubende Blick auf den See und die Landschaft den Raum bestimmt.

Die Aufenthaltsbereiche, das Restaurant und der Spa-Bereich mit einem nach außen ragenden Pool sind Richtung Sonne und See nach Norden orientiert. Die Hotelzimmer befinden sich in den Obergeschossen. Durch die außergewöhnliche Anordnung der Zimmer im Grundriss – sie sind zur Längsachse des langen Gebäuderiegels um 90 Grad gedreht – erhält jeder der quadratischen, ebenfalls nach Norden ausgerichteten Räume zwei vom Boden bis unter die Decke reichende Panoramaverglasungen in verschiedene Richtungen. Das verwendete Aluminiumfenstersystem zeichnet sich durch schmale Ansichtsbreiten der Profile aus, sodass die Glasflächen so groß wie möglich sind. Da der äußere Blendrahmen den Rahmen der Öffnungsflügel komplett überdeckt, erscheint die Umrahmung noch schlanker. Das Hotel AWA spielt mit dem Kontrast zwischen modernen, zeitgemäßen Materialien wie Glas und Sichtbeton, verliert dabei aber das ursprüngliche Baumaterial Holz und lokale Traditionen nicht aus den Augen. Doch Hauptakteur ist in jedem Fall der malerische Blick über den See und auf den Vulkan.

Text: Eva Schönbrunner
Fotos: Ariel Nuñez

Dank bewusst gewählter Blickachsen ist der aktive Vulkan Osorno aus nahezu jedem Bereich des Hotels sichtbar.
Alle Zimmer sind nach Norden zur Sonne hin orientiert, sodass viel Licht nach innen fällt. Der Pool des Spa-Bereichs ragt als verglaster Riegel Richtung Wasser.