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Perspektiven aufzeigen für die »Zukunftsstadt 2050«

Globalisierung, Urbanisierung, Klimawandel und Digitalisierung – sie stehen für die drängenden Fragen unserer Zeit. Es heißt daher Stellung zu beziehen, auch für die Akteure aus Städtebau und Architektur. So fand nun im September in Detmold und Bielefeld eine interdisziplinär angelegte, einwöchige Hochschulkonferenz zur „Zukunftsstadt 2050“ statt.

Fernab des Alltagsgeschäfts bot sie Master-Studenten und Experten Gelegenheit, in Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden über die Zukunft der Stadt zu referieren und unkonventionelle Lösungsansätze zu entwickeln. Veranstalter der Konferenz waren die Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur (Hochschule Ostwestfalen-Lippe/OWL) zusammen mit der Schüco International KG als Partner des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierten „Wissenschaftsjahres 2015 – Zukunftsstadt". Eingeleitet wurde die Konferenz durch einen dreitägigen Workshop an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Detmold: Master-Studierende der Fächer International Façade Design and Construction, Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Nachhaltiges Bauen untersuchten in zehn internationalen Teams von sechs bis acht Teilnehmern exemplarisch den Ist-Zustand der vier Metropolregionen Mumbai, Lagos, Bogotá, Berlin und der Regiopole Ostwestfalen-Lippe. In einem zweiten Schritt entwickelten sie mögliche Szenarien von „Zukunftsstadt und Schule“. Nach eigenen Worten fanden die jungen Teilnehmer sehr leichten Zugang zum Thema, zumal sich auch der Austausch der Kulturen und Fächer inspirierend auf ihre Arbeit auswirkte:

„Die Zusammensetzung der Gruppenmitglieder aus unterschiedlichen Fachgebieten führt zu konstruktiven, komplexen Ergebnissen. Durch den Austausch und die Mischung aus strukturellem Denken und kreativen Ideen konnten wir einzigartige Erfahrungen sammeln,“ äußerte sich beispielsweise die Innenarchitekturstudentin Verena Solle des Workshops Berlin 2.´Anhand virtueller Schulbauprojekte erörterten die u.a. aus Ägypten, Syrien und Indien stammenden Studenten gesellschaftspolitische Themen und befassten sich mit den Fragen des Städtebaus und der Mobilität, der Energieversorgung sowie fassadentechnischer Anforderungen. Die Ergebnisse spiegelten dabei eine große Bandbreite der Entwurfsmöglichkeiten wider: von der „schwimmenden“ Schule bis hin zum modular aufgebauten Gebäudesystem, vom Konzept des gemeinsamen Essens als Schlüssel zur Bildung bis hin zum Lernen in „wandernden“ Schülergruppen als Gegenentwurf zum Frontalunterricht. Anschließend ging eine interdisziplinäre Podiumsrunde vertiefend auf die Schwerpunktthemen des Tages ein. Am zweiten Symposiumstag richteten Referenten aus Hochschule und Wirtschaft, darunter Prof. Thomas Auer (TU München, Transsolar), Dr. Alexander Rieck (Fraunhofer IAO, L-A-V-A) und Prof. Dr.- Ing. Winfried Heusler (Hochschule OWL, Schüco International KG), den Fokus in Vortrag und Podiumsdiskussion auf die Themenblöcke „Mensch, Raum und Technik“, „Bauprodukte und Bauprozesse“ sowie „Fassaden im städtischen Umfeld der Zukunft“.

So vielfältig und zum Teil kontrovers die angesprochenen Themen und Argumente auch waren, so herrschte doch allgemeiner Konsens in Bezug auf das Ziel dieser Veranstaltung: „Zukunftsstadt“ gestalten heißt gemeinsam Verantwortung übernehmen und für Menschen aller Gesellschaftsschichten Perspektiven aufzeigen – über Ländergrenzen hinweg. Der zweite Teil der Konferenz, ein zweitägiges Symposium mit Fachvorträgen und Diskussionsrunden, fand im Tagungszentrum der Schüco KG in Bielefeld statt. Zunächst stellten die Studentinnen und Studenten die Ergebnisse des Workshops vor – eine Ausstellung der Arbeiten bot in den darauf folgenden Tagen vielseitige Inspiration für die teilnehmenden Gäste und Referenten. Danach beleuchteten Prof. Eckhard Gerber (Gerber Architekten) und Prof. Axel Häusler (Hochschule OWL) den Bezug von Städtebau und Architektur, sowie die zunehmende Digitalisierung unserer Lebenswelt.

Weitere Informationen:

Master-Workshops an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe beleuchteten unter dem Themenschwerpunkt Bildung die Entwicklungspotenziale der fünf Regionen Mumbai, Lagos, Bogotà, Berlin, OWL.