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Gebaute Bewegung Hauptbahnhof Arnheim/NL

Nahezu 20 Jahre dauerte die Umund Neugestaltung des Areals um den Hauptbahnhof von Arnheim. Seit 1996, als UNStudio den Wettbe werb für den Stadtentwicklungsplan gewann, arbeitete das Amsterdamer Büro gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Arup an dem Projekt. Mit der Fertigstellung des neuen Empfangsgebäudes war es weit gehend abgeschlossen.

Objekt:
Hauptbahnhof von Arnheim/NL
Bauherr:
Pro Rail B.V., Utrecht/NL
Planung und Realisation:
UNStudio, Ben van Berkel, Amsterdam/NL
Tragwerksplanung:
ARUP, London/GB
Verwendetes Stahlprofilsystem:
VISS Basic von Schüco Stahlsysteme Jansen
Systemlieferant:
Jansen AG, Oberriet/CH
Schüco Systeme:
Türen-Serie Janisol

Licht, Weite und Durchlässigkeit prägen das neue Empfangs terminal. Mit geschwungenen Glasfassaden enormen Formats öff net es sich als neues Tor zur Stadt.

Die neue Transferhalle beherbergt sämtliche Bahnhofsfunktionen und ersetzt auch den Vorplatz. Ihre fließende Form resultiert aus der Analyse der unterschiedlichen Fortbewegungsarten der täglich rund 55 000 Nutzer. Die Topografie des Geländes, die einen Höhenunterschied von drei Metern aufweist, begünstigte die Anordnung der verschiedenen Verkehrsströme auf zwei Ebenen unter einem weit gespannten Dach. Zentrales Element der Transferhalle ist der »Twist«, eine in sich gedrehte Stütze, aus der heraus sich eine flache Rampe entwickelt, die das ebenerdige Niveau mit der darüberliegenden Ebene verbindet. Sie bündelt den Nutzerstrom und lässt ihn sich auf kürzestem Weg wieder entflechten. Alle Übergänge sind fließend und vor allem stufenlos gestaltet. Grundlage der Wegeführung sind kontinuierliche Sichtbezüge. Dazu leisten geschwungene Glasfassaden enormen Formats einen wichtigen Beitrag.

Die Architekten von UNStudio haben ein Volumen gestaltet, bei dem die Grenzen zwischen innen und außen miteinander verschmelzen. Die aus diesem gestalterischen Anspruch resultierende Glasfassade ist eine Objektlösung, wie sie nur mit Stahlprofilen realisiert werden kann.

UNStudio wünschte sich eine filigrane, kaum wahrnehmbare Konstruktion. Bei Höhen von bis zu sechs und Längen von bis zu 25 Metern ließen sich diese Fassaden nur als Stahlkonstruktion freitragend errichten. Realisiert wurden sie als objektspezifische Lösung mit dem Stahlprofilsystem VISS Basic. Das trägerunabhängige Aufsatzsystem gewährt Architekten eine große gestalterische Freiheit bei gleichzeitig hoher Planungs- und Prozesssicherheit, denn VISS Basic basiert auf dem bewährten VISS System: Mit VISS Basic lassen sich thermisch getrennte Fassaden auf frei wählbare Unterkonstruktionen aufbringen. Die objektspezifische Fassade des Arnheimer Bahnhofs konnte mit schmalen Profilansichten von nur 50 Millimetern realisiert werden.

Text: Anne Marie Ring
Fotos: Frank Hanswijk, Rotterdam/NL
Bildrechte: Jansen AG, Oberriet/CH

Mit dem Neubau gestalteten die Architekten auch den Vorplatz. Hier schaffen Rampen und Treppen einen neuen Raum von hoher Aufenthaltsqualität.