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Global Living - Abu Dhabi Etihad Türme und Portugal

Identifikation

Die Fassaden der Etihad Türme sind eine objektspezifische Sonderkonstruktion auf der Basis der Schüco Systeme UCC 65 SG und AOC SG. Sie wurde in Deutschland und den VAE getestet und zugelassen.
Portugal

mpt Paula Teles & Álvaro Fernandes Andrade, Porto/PT
Der nordportugiesische Ort Pocinho am Rio Douro ist bekannt für seinen Wassersport. Der Stausee am Damm Barragem do Pocinho, inmitten einer der ältesten Weinbauregionen, ist seit nicht allzu langer Zeit zu einem über die Landesgrenzen hinaus beliebten Trainingsort für Ruderteams geworden. Dieses neu entdeckte Potenzial mündete im Neubau eines Hochleistungszentrums und Olympiastützpunkts für Rudersport. Eine trotz geringem Budget anspruchsvolle Architektur kleidet nun die Hänge von Pocinho. Der durchgängig eingeschossige, überirdische Gebäudeteil mit Aufenthalts- und Trainingsräumen besteht aus aneinandergereihten weißen Baukörpern, die entweder das terrassierte Gelände nachzeichnen oder parallel zum Hang stehen. Die Schlafräume, die Platz für 130 Sportler bieten, wurden unter die Erde versetzt und werden über Dachfenster Schüco AWS 75 RO belichtet. Für die bestmögliche Inszenierung des Tals und Sees wählten die Architekten vollverglaste Fassaden des Systems Schüco FW 50+ mit Fenstern AWS 60.

Portugal

Abu Dhabi Etihad Türme
Als das wohlhabendste der Vereinigten Arabischen Emirate hat Abu Dhabi um die Jahrtausendwende begonnen, sich von der Erdölförderung als einziger Einnahmequelle unabhängig zu machen. In dem Bestreben, die Wirtschaft zu differenzieren, werden der Tourismus, Handel und Dienstleistungen entwickelt. Den Rahmen für dieses Wachstum formuliert die »Abu Dhabi Economic Vision 2030«. Weil explizit die Erschließung durch weitere Hochhäuser zur »Vision 2030« zählt, ändern sich die Konturen der Skyline entlang der knapp 8 km langen Corniche in immer kürzeren Abständen. In unmittelbarer Nachbarschaft des noblen Emirates Palace Hotel haben DBI Architekten mit den Etihad Towers die Silhouette der Millionenstadt um ein unverkennbares Wahrzeichen bereichert. Der neu geschaffene Gebäudekomplex gleicht einer hoch aufragenden Skulptur. Die insgesamt fünf Türme, von denen drei aus einem mehrgeschossigen Sockel herauswachsen, sind zwischen 54 und 74 Etagen hoch; der höchste misst 305 Meter. Im Ranking der Superlative bieten sie 500.000 m2 Nutzfläche, einen 2500 m2 großen Ballsaal – den größten in Abu Dhabi –, eine 135.000 m2 umfassende Vorhangfassade aus Aluminiumprofilen und graublau beschichteten Gläsern und eine 6000 m2 große Structural Glazing Fassade. Die objektspezifischen Fassadenkonstruktionen wurden mit deutschem Know-how und Produkten »Made in Germany« realisiert. Für die Planung zeichnet die Priedemann Fassadenberatung GmbH mit Sitz im brandenburgischen Großbeeren verantwortlich.

Abu Dhabi

6000 m2 Structural Glazing Fassade wurden in den Etihad Türmen insgesamt verbaut. Eine besondere Herausforderung liegt angesichts des hohen Staub in der Luft darin, die Gläser sauber zu halten.
h Das Sockelgeschoss mit Shoppingmall, Bars und Restaurants fungiert als Drehscheibe für die unterschiedlichen Nutzungen des Komplexes.

Schüco-Systems UCC 65 SG realisiert, für die 23 Meter hohe Fassade des Podiums im Sockelgeschoss kam ebenfalls ein modifiziertes Design des Systems AOC SG zum Einsatz. Beide Fassadenlösungen wurden sowohl in Deutschland als auch in den Emiraten mit einem mock up getestet und zugelassen. Als »atemberaubend« beschreiben die Gäste des luxuriösen »Jumeirah at Etihad Towers« den Panoramablick durch die Structural Glazing Fassade des »Hotelturms «. Im »Büroturm« haben sich u.a. die EADS, die französische Botschaft und eine südkoreanische Ölgesellschaft nieder gelassen. Die drei »Wohntürme« beherbergen knapp 900 luxuriöse Apartments und einige Penthäuser, von denen auch der Bauherr selbst eines bezogen hat. Der Lebensraum in den Etihad Towers wurde überaus gut angenommen; bereits zur Eröffnung waren mehr als die Hälfte der Wohnungen an Menschen aus über 60 Nationen vergeben. Zu dem offensichtlich attraktiven Angebot vor Ort zählen die Geschäfte, Restaurants und Bars im Sockelgeschoss, das als Drehscheibe der unterschiedlichen Nutzungen fungiert. Viele noble Marken haben hier ihre Flagship-Stores eröffnet, etliche davon sind erstmals in den VAE vertreten. Nicht zuletzt dienten die Etihad Towers als Kulisse für den jüngsten Dreh von »Fast and Furious 7«. Auf der Flucht vor seinen Verfolgern durchbricht Dominic »Dom« Toretto die Fassaden mit einem feuerroten Sportwagen, um von einem Turm in den benachbarten zu »fliegen«. Bleibt die Frage, wie der PS-starke Flitzer in die 45. Etage kam. Vielleicht wollte Dom ihn ja nicht im Parkhaus abstellen.

DBI ARCHITEKTEN

mit Sitz in Brisbane/ Australien haben im Jahr 2012 ein Büro in Dubai eröffnet. Das 70-köpfige Planungsteam ist interdisziplinär in den Bereichen Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung, Innenarchitektur und Design tätig. Für die Etihad Towers wurde das Büro mit zahlreichen Architekturpreisen ausgezeichnet.