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Wir fördern Architekturtalente!

Gemeinsam mit dem Architekturmagazin DETAIL unterstützt Schüco talentierte und engagierte Architekturstudenten. Mit dem DETAIL Stipendium werden vier Master-Studenten ein Jahr lang gefördert. Ein monatlicher Beitrag von fünfhundert Euro gibt den Stipendiaten die Möglichkeit, sich auf ihr Studium zu konzentrieren und dieses mit Erfolg zu absolvieren. Darüber hinaus profitieren die Stipendiaten von einem kostenfreien Jahresabonnement der Zeitschrift DETAIL, dem Zugang zur DETAIL Inspirationsdatenbank sowie von begleitenden Veranstaltungen und dem großen Netzwerk von DETAIL und Schüco.

Aus insgesamt 121 eingereichten Portfolios wählte die Fachjury vier beeindruckende Arbeiten aus – die Gewinner des DETAIL Stipendiums 2018/2019 sind Paul Felix Eckert, Tobias Haag, Jonas Hamberger und Niklas Heiss. Die Jury zeigte sich von der Qualität und Bandbreite der eingereichten Portfolios sowie von der Individualität und Komplexität der Arbeiten beeindruckt.

Paul Eckert: Università della Svizzera Italiana, Mendrisio, Schweiz
Tobias Haag: Technische Universität München, Deutschland
Jonas Hamberger: Technische Universität München, Deutschland
Niklas Heiss: Technische Universität Wien, Österreich

Die Stipendiaten wurden anhand der eingereichten Unterlagen von einer Fachjury ausgewählt. Beeindruckt zeigte sich die Jury von der Qualität und Bandbreite der eingesandten Projekte. Für die Bewertung waren Kriterien wie Qualität, Kreativität, Individualität, Herangehens- und Arbeitsweise, Entwicklung und Eigenständigkeit sowie Komplexität und Vielfalt.

Auswahlverfahren

Mitglieder der Fachjury waren:

  • Lionel Esche, DETAIL Stipendiat 2017/2018, Universität der Künste Berlin
  • Thomas Haltenhof, Leitung Inside- und Foresightmanagement, Schüco International KG
  • Prof. Dipl.-Ing. Florian Nagler, Florian Nagler Architekten, München
  • Per Pedersen, Geschäftsführer Staab Architekten GmbH, Berlin
  • Hon. Prof. Meike Weber, Senior Vice President Business Development, DETAIL
Gruppenfoto der Jury (v.l.n.r.): Florian Nagler, Thomas Haltenhof, Per Pedersen, Lionel Esche, Hon. Prof. Meike Weber; Foto: Julian Weninger, München

Portraits

Paul Eckert, Università della Svizzera Italiana, Schweiz

Lebenslauf

Paul Eckert, geboren 1991 in Stuttgart, begann 2011 an der Universität Stuttgart Architektur und Städtebau zu studieren. Nach erfolgreich abgeschlossenem Bachelorstudium arbeitete er im Praktikum für David Chipperfield Architects in Berlin und Caruso St John in Zürich. Seit September 2017 studiert er im Master an der Accademia di architettura in der Schweiz. 


„Architektur zu studieren bedeutet für mich eine Faszination an einer Vielzahl von Dingen. Ihre Themen sind unumgänglich und fundamental und das aus einer grossen Freude am Entdecken gesprochen. In dieser Hinsicht begeistert mich die Neugierde von Kindern, wegen ihrer blühenden Phantasie, der natürlichen Begeisterung für ihre Umgebung und ihrer Nähe zum Material. Neugierde ist eine treibende Kraft und die Architektur eine Profession, die danach verlangt, ihre Bestandteile immer wieder aufs Neue zu thematisieren und zu hinterfragen."

Projektbeispiel:

Alpenraum

Im Spannungsfeld zwischen dem Bergmassiv der Heiterwand und dem Panorama der Lechtaler Alpen liegt diese Schutzhütte. Gebaut nur dem eigentlichen Zweck dienend, dem Wanderer Schutz in großer Höhe zu geben. Fernab einer immer schneller werdenden, beliebigen Welt, verzichtet er bewusst auf den Komfort der Stadt und sucht den Kontakt mit der Natur. Im Vordergrund steht die Rückbesinnung auf den ursprünglichen Gedanken des Bergsteigens, abseits der ausgetretenen Wanderpfade des Bergtourismus. Die Zuwendung zum Berg und die damit verbundene Eingliederung in die sensible Gebirgslandschaft findet in der monolithischen Formsprache ihren Ausdruck. Die Fassade aus Kupfer hüllt das Gebäude in ein metallisches und langlebiges Material, in welchem sich die Bergwelt spiegelt. Gleichzeitig altert und reagiert das Material. Später erkennt man Spuren des herablaufenden Wassers, wie bei der Erosion eines Gesteins. Allmählich holt sich die Natur das zurück, was ihr gehört. Die Lage am Steilhang und der sich daraus ergebende Höhenversprung ermöglicht die Erweiterung durch ein Untergeschoss. Es fallen kaum Erdarbeiten an, die in den Bergen einen großen Aufwand darstellen.

Über eine Schwelle tritt der Bergsteiger in den Schutz der Hütte ein. Seine Augen müssen sich an den wenig erleuchteten Flur gewöhnen. Die Geborgenheit des dunklen Raums umgibt ihn. Die Erschließung orientiert sich zum Felsmassiv der Heiterwand, während sich die Schlafräume in die Weiten der Lechtaler Alpen öffnen. Der Wanderer steigt im Gebirge auf, die Luft wird dünner und es wachsen nur noch Gebirgsgräser. Im direkten Zusammenhang steht die Schutzhütte selbst. In den Obergeschossen wird die Anzahl der Betten und die Breite der Treppe stetig verringert, der Platz wird immer enger.

Durch Vorfertigung und Modulbauweise kann die Hütte in kürzester Zeit aufgebaut werden. Die Module wurden aus den Abmessungen eines einzelnen Schlafplatzes heraus entwickelt. Da das gesamte Material mit dem Helikopter angeflogen werden muss und Emissionen sowie hohe Kosten entstehen, wurde die Anzahl der Massivholzelemente so gering wie möglich gehalten. Die Hütte ist nur für eine Sommernutzung ausgelegt und kommt ohne zusätzlichen Dämmstoff aus. Lediglich der Winterraum im Untergeschoss verfügt über eine getrennte Klimazone mit eigener Heizmöglichkeit.

Jurystatement zu den eingereichten Arbeiten von Paul Eckert:

Das Portfolio von Paul Eckert überzeugt durch Projekte aus ganz unterschiedlichen Genres, die aber allesamt durch ihre herausragende Qualität überzeugen – ob durch sensible Einfügung am Ort, kräftige Setzung eines hohen Hauses oder sensible künstlerische Übersetzung einer einfachen Hausstruktur. Trotz der Vielfalt der Themen passt auch die stimmige, einheitliche und angemessene Präsentation der Arbeiten.

Tobias Haag, Technische Universität München

Lebenslauf

Tobias Johannes Haag, geboren 1992, studierte Architektur und Stadtplanung an der Universität Stuttgart. Studienbegleitend arbeitete er in mehreren Architekturbüros und war von 2014 bis 2016 Tutor am Institut für Raumkonzeptionen und Grundlagen des Entwerfens der Universität Stuttgart bei Prof. Markus Allmann. Nach einem Praktikum bei Foster + Partners in London beendete er 2016 sein Bachelorstudium bei den Gastprofessoren Kevin Carmody und Andy Groarke. Im Anschluss arbeitete er 2016/17 bei Christ & Gantenbein in Basel. Tobias war Teilnehmer an mehreren Workshops, unter anderem bei Adam Kahn, Florian Beigel & Philip Christou, sowie der Porto Academy 2016. Zur Zeit studiert er im Master Architektur an der Technischen Universität München.

„Architektur ist das vorherrschende Thema in meinem Leben. Dies liegt natürlich an der Intensität des Studiums, aber vor allem an der Vielseitigkeit der Disziplin, die mit der Zeit auch die Wahrnehmung gänzlich unarchitektonischer Themen beeinflusst. Ich kann vielen Interessen nachgehen, mich mit Kunst genauso beschäftigen wie mit Schund, und dennoch fast alles auf Architektur beziehen."

Projektbeispiel:

Main street is almost alright

Der Frankfurter Ring ist Ort eines städtebaulichen Bruches in München. Hier endet die Wohnbebauung Schwabings und geht in Gewerbegebiete ohne erkennbare städtebauliche Struktur über, die sich nach Thomas Sieverts als Zwischenstadt beschreiben lassen. Die Zeilenbebauung aus den 60er Jahren ist ein Fremdkörper zwischen gerasterten Bürogebäuden und den Trapezblechfassaden von Autohäusern und Hallen. Um in diesem Kontext zu bestehen kommt nur ein massiver Eingriff in Frage. Die Freiräume zwischen den L-förmig, beziehungsweise C-förmig angeordneten Zeilen werden komplett aufgefüllt und damit alle drei Höfe mit dem Bestand zu einer Großform verbunden. Der massive Block strukturiert sich durch ein Netz aus Innenhöfen verschiedener Größen. Die neue Struktur kann sich so gegen die Gewerbebauten behaupten. Zusätzlich ermöglicht die massive Erhöhung der Dichte und eine Maximierung der Wohn- und Gewerbeflächen eine neue Form von zwischenstädtischer Urbanität. Nur so ist an diesem Ort eine hohe Lebensqualität möglich.

Eine genaue Analyse der Abstände, Tiefen, sowie Erschließung und Fassadenverhältnisse der hausmannschen Blockrandbebauung der Rue Eugène-Süe und Rue Simart in Paris dient als Grundlage für die Entwicklung des Gebäudes. Die Höfe haben vergleichbare Größen, im Gegensatz zu Paris hat der Block jedoch nur drei statt sechs Wohngeschosse, sowie ein zurückgesetztes Staffelgeschoss. Im Erdgeschoss ist Platz für einen Großverteiler auf circa 1500m2, sowie Gemeinschaftsflächen und kleinere Ladengeschäfte an der Erschließungsgasse, die C-förmig entlang der Bestandsgebäude verläuft.

Bis auf wenige Ausnahmen haben alle Wohnungen Fenster zu drei Höfen. Von der zentralen, meist L-förmigen Wohnhalle mit Öffnungen zu zwei Höfen sind die restlichen Räume zugänglich. Auch im Bestand gelingt dies durch die Verzahnung der Grundrisse mit der neuen Hofüberbauung.

Die günstigen Massenwohnungsbauten zu Beginn des 20. Jahrhunderts in New York, wie sie Edward Hopper in seinen melancholischen Bildern festhält, dienen als Analogie für die Ausgestaltung der Fassaden. Diese sind kostengünstig in Putz mit WDVS und hochformatigen Kunststofffenstern ausgeführt. Im Zusammenspiel mit den vorgehängten Feuerbalkonen, die Zugang zum gemeinschaftlichen Dachgarten bieten, sind sie eine zeitgenössische Übersetzung ihres amerikanischen Vorbildes.

Die einfache Bauweise des Gebäudes in handelsüblichen und günstigen Materialien, sowie die hohe Dichte ist ein auf die Spitze getriebener Beitrag zur Zukunft des Wohnens in der europäischen Stadt und eine angemessene Antwort auf den Charakter der umgebenden Agglomeration. Main street ist definitiv alright.

Jurystatement zu den eingereichten Arbeiten von Tobias Haag:

Tobias Haag erhält ein Stipendium, weil seine Arbeiten sich mit wichtigen Themen unserer Zeit – Nachverdichtung, Bauen im Bestand – beschäftigen und dabei eine ungeheure Frische ausstrahlen. Sie überzeugen auch durch Originalität und hohe räumliche Qualität und werden auch konsistent präsentiert.

Jonas Hamberger, Technische Universität München

Lebenslauf

Jonas Hamberger, geboren 1992 in Immenstadt im Allgäu, studierte Architektur im Bachelor an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, an welcher er als Tutor im Bereich der Tragwerkslehre arbeitete und mit dem Deutschlandstipendium 2014/15 ausgezeichnet wurde. In Würzburg war er mehrere Jahre als 2. Vorsitzender im Verein zur Förderung der jungen Architekturszene e.V. tätig und arbeitete im Zuge seines Praxissemesters zehn Monate bei Buchner Bründler Architekten in der Schweiz. Seit 2017 absolviert er sein Masterstudium an der Technischen Universität München und arbeitet parallel im Büro Kofink Schels.


„Architektur ist für mich etwas Allgegenwärtiges. Allgegenwärtig in meiner Gedankenwelt und steht doch immer im Bezug zum Leben und dem jeweiligen soziokulturellen Kontext. Mich reizt dieser Bezug zum Leben. Seit ich Architektur studiere, hat sich mein Interessensfeld sicherlich geändert und ändert sich noch. Kunst und Fotografie, aber auch Design und dessen theoretische Parallelen zur Architektur beschäftigen mich. Außerdem reise ich gerne. Die Erfahrungen beim Reisen, die sich häufig nur durch die Traditionen und geografischen Faktoren an einem bestimmten Ort erleben lassen, faszinieren mich."


Projektbeispiel:

HORTUS CONCLUSUS

Auf der Cuvrybrache in Berlin Kreuzberg soll ein Friedhof entstehen. Ein Ort, der die Freifläche mit ihrer einzigartigen Lage an der Spree erhält und mit einer Nutzung versieht, die unabhängig vom kommerziellen Gedanken nicht nur bestimmten Menschen vorbehalten ist. Ein Friedhof im Zentrum der Stadt, der das Thema des Sterbens aus seiner verdrängten Position zurück zur Alltäglichkeit führt und sich mit der räumlichen Qualität des eingefriedeten Raumes beschäftigt.

Um eine möglichst großzügige Freifläche im Zentrum zu erhalten, werden die benötigten Nutzungen wie Trauerhallen, Krematorium und Verwaltung in die Erde versenkt. Diese sind im Grundriss durch ihren Funktionsablauf strukturiert und werden durch die beiden Höfe gegliedert, welche die zwei zentralen Orte im Untergeschoss bilden. Die Volumetrien der Nutzungseinheiten im Untergeschoss formen eine ablesbare Topografie im Erdgeschoss und verorten sich vertikal mit dem gefassten Raum.

Der Garten im Erdgeschoss wird durch eine ruinenartige Topografie aus Grabfeldern gegliedert. Diese ergibt sich aus der Überlagerung von gebauter Struktur und Landschaft. Das Thema der Ruine als Symbol des Verschmelzens von Mensch und Natur.

Um die Grünfläche legt sich ein raumbildender Blockrand, der als Urnenkolumbarium dient. Er ist in vier Stockwerken organisiert und fasst die Freifläche nach dem Thema des geschützten Gartens. Im Erdgeschoss schwebt der Riegel und bildet durch die Anordnung einer Kolonnade einen ersten offenen Schwellenraum zwischen innen und außen, zwischen Stadt und Garten. Die Kolumbarien sind durch eine Raumstruktur aus Enfiladen strukturiert. Diese schaffen durch ihre Dualität zwischen privatem und öffentlichem Raum einen weiteren Schwellenraum, der den Trauernden die Möglichkeit gibt, ihren Hinterbliebenen ungestört zu gedenken.

Erschlossen wird der gesamte Friedhof über Rampen, die sich im Bereich des Blockrandes befinden und als vertikales Schwellenobjekt dienen. Sie verdeutlichen das intensive Wahrnehmen des durchschrittenen Weges und bereiten den Trauernden über eine differenzierte Ausformulierung der einzelnen Rampen auf die bevorstehende Situation vor.

Um Zeit spürbar zu machen, ist Veränderung unabdingbar. So werden die Materialien roh verwendet, um deren Alterung anschaulich zu machen. Auch die Erinnerung spielt eine wichtige Rolle. Genau wie die Hinterbliebenen in ihr schwelgen, sollen auch die Materialien ihre Geschichte erzählen.

Jurystatement zu den eingereichten Arbeiten von Jonas Hamberger:

Die Arbeiten von Jonas Hamberger zeigen einen gelungenen Umgang mit symbolischen Referenzbezügen, welche er gezielt einsetzt und klar in eine eigene Formensprache übersetzt. Dabei ergibt sich ein geschlossenes und individuelles Bild seiner Arbeiten, die sich in der Darstellung als auch in der Architektur auszeichnen.


Niklas Heiss, Technische Universität Wien, Österreich

Lebenslauf

Niklas Heiss, geboren 1991 in Brixen (Italien) besuchte die Oberschule für Geometer in Bozen/Südtirol und schloss 2014 sein Bachelorstudium im Fachbereich Architektur ab. Seit 2015 arbeitet er als studentischer Mitarbeiter am Institut für Gestaltungslehre und Entwerfen (Lehrstuhl András Pálffy), wo er zwischen Ausstellungsgestaltung, Modellfotografie und Grafik tätig ist.

Neben dem Studium arbeitet Niklas Heiss als Bühnenbildner für das Theaterkollektiv VonPiderZuHeiss (Brixen, Wien), absolvierte mehrere Praktika bei Delueg Architekten (Brixen) und war auf verschiedenen Baustellen in Südtirol als Bauarbeiter im Einsatz.


„In den vergangenen Jahren hat Architektur einen wichtigen Stellenwert in meinem Alltag eingenommen. Das Arbeiten an Entwurfs- und Gestaltungsaufgaben ist eine sehr spannende und fordernde Beschäftigung, die mich kreativ vorantreibt und dazu animiert, meine Umwelt kritisch zu beobachten.
Während meiner Ausbildung habe ich erkannt, dass vor allem Geduld und Einsatz erforderlich sind, um komplexe Aufgabenstellungen in einfache, klare, räumliche Strukturen und Konstruktionen zu übersetzen. Das wiederholte Prüfen einer Idee am Modell oder die Auseinandersetzung mit bestimmten Fragestellungen über die Zeichnung sind Arbeits- und Planungsfelder, die mir große Freude bereiten."


Projektbeispiel:

HAWA Campus Mettmenstetten

Die Gemeinde Mettmenstetten liegt im Südwesten des Kantons Zürich. Der Bauplatz der Entwurfsaufgabe befindet sich im östlichen Randbereich des 5000 Einwohner zählenden Ortes, in einem von flacher Landschaft umgebenen Industriegebiet. Auf einer zwei Hektar großen Freifläche, umschlossen von ein- bis zweigeschossigen Gewerbebauten, soll der bestehende Industriekomplex des Großunternehmens HAWA um einen Neubau erweitert werden. HAWA nimmt bereits seit über 50 Jahren eine Vorreiterrolle in Entwicklung und Verkauf von Türsystemen ein.

Der zu planende Neubau soll Gebäude- und Tragwerksstrukturen für Forschung, Industrie und Innovation vorsehen und so die beengten Arbeitsverhältnisse innerhalb der bestehenden Struktur entlasten. Hochlager und Archive, zudem ausgedehnte Räume für Produktion und Montage, bilden den Kern des umfangreichen Raumprogramms.

Die Herausforderung der Aufgabe lag vor allem in der Notwendigkeit begründet, das Volumen des neuen Industriebaus innerhalb der Gemeinde so zu integrieren, dass es mit seinem erheblichen Umfang als Bestandteil der Ortschaft und nicht als Fremdkörper angenommen wird.

Strickwerk

Das Projekt versucht räumliche Bezüge zu den dispersen Nachbarschaften herzustellen und auf diese Weise Gemeinschaften zu schaffen, die zuvor als Bebauungsstruktur nicht bestanden haben. Die räumlichen Konturen zum Umfeld können aber nicht isoliert betrachtet werden, zumal sie auch das Ergebnis der inneren Anordnung komplexer Produktionsabläufe darstellen. Beide Aspekte sollen in ein strukturelles und damit auch räumliches Konzept eingeordnet werden, das vor allem von der Wiederholung einer Detaillösung bestimmt wird: der Knoten spielt hier die wesentliche Rolle, der als zentraler Fügungspunkt von Bauelementen dient. Ein Träger hält jeweils ein orthogonal dazu liegendes gleichartiges Element und wird folglich selbst gehalten. Durch die Wiederholung dieses Fügungsprinzips in der Horizontalen, bildet sich ein weitgespanntes Dach. Ferner hat sich das Aufständern der Konstruktion auf strukturgerechten Stützengruppen bewährt, die sich in vier Reihen mit zwei Spannweiten artikulieren.

Es entsteht damit ein offenes System, das dem möglichen Wunsch nach räumlicher Veränderung im Inneren genauso Rechnung trägt, wie Tendenzen zu einer zukünftigen Erweiterung der Anlage.

 

Jurystatement zu den eingereichten Arbeiten von Niklas Heiss:

Die Arbeiten von Niklas Heiss zeichnen sich durch den gekonnten Umgang mit dem architektonischen Kanon der Reihung, des Rasters, der Modularisierung und der Fügung aus. Von der großen Geste bis zur Detaillösung überzeugen die Projekte auf der ganzen Linie. Im Dialog mit dem Bestand und dem urbanen Kontext entstehen hochwertige Lösungen, welche den Ort bereichern und das Potential besitzen ihn neu zu prägen.

DETAIL-Stipendiaten: Meet + Greet bei Schüco

Das Meet & Greet im Rahmen des diesjährigen DETAIL-Stipendiums powered by Schüco fand am 24. Juni 2018 in der Firmenzentrale von Schüco in Bielefeld statt. Die vier Gewinner erhielten eine exklusive Führung durch den Schüco Showroom, bekamen Einblicke in die umfangreiche Produktpallette und konnten Produkt-Neuheiten direkt vor Ort testen.

Um den Stipendiaten 2018 auch die Möglichkeit zu geben, hinter die Kulissen zu schauen, fand anschließend eine Führung durch das Technologie- und Prüfzentrum von Schüco statt. Zum Abschluss gab es für die Stipendiaten eine Architektur- und Kunstführung durch die Kunsthalle Bielefeld, in der aktuell Arbeiten der Künstler Michel Majerus und Olaf Nicolai zu sehen sind.

Von links: Dr. Winfried Heusler (Schüco), Thomas Haltenhof (Schüco), Niklas Heiss (Stipendiat), Tobias Haag (Stipendiat), Jonas Hamberger (Stipendiat), Paul Eckert (Stipendiat), Annett Köberlein (Detail), Martina Zwack (Detail), Dr. Jörg Teunissen (Schüco)