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Wir fördern Architekturtalente!

Gemeinsam mit dem Architekturmagazin DETAIL unterstützt Schüco talentierte und engagierte Architekturstudenten. Mit dem DETAIL Stipendium werden vier Master-Studenten ein Jahr lang gefördert. Ein monatlicher Beitrag von fünfhundert Euro gibt den Stipendiaten die Möglichkeit, sich auf ihr Studium zu konzentrieren und dieses mit Erfolg zu absolvieren. Darüber hinaus profitieren die Stipendiaten von einem kostenfreien Jahresabonnement der Zeitschrift DETAIL, dem Zugang zur DETAIL Inspirationsdatenbank sowie von begleitenden Veranstaltungen und dem großen Netzwerk von DETAIL und Schüco.

Auch für 2017/2018 wird das Stipendium wieder vergeben und die Gewinner stehen fest.
Aus insgesamt 95 eingereichten Portfolios wählte die namhaft besetzte Fachjury vier herausragende Arbeiten aus – die Gewinner kommen dieses Jahr aus Berlin, Dresden und Graz.

Benno Schmitz: Technische Universität Berlin, Deutschland
Lionel Esche: Universität der Künste Berlin, Deutschland
Maximila Anne Maria Ott: Technische Universität Dresden, Deutschland
Jakob Zöbl: Technische Universität Graz, Österreich

Die Stipendiaten wurden anhand der eingereichten Unterlagen von einer Fachjury ausgewählt. Beeindruckt zeigte sich die Jury von der Qualität und Bandbreite der eingesandten Projekte. Für die Bewertung waren Kriterien wie Qualität, Kreativität, Individualität, Herangehens- und Arbeitsweise, Entwicklung und Eigenständigkeit sowie Komplexität und Vielfalt.

Auswahlverfahren

Jurymitglieder:

  • Thomas Haltenhof, Leitung Inside- und Foresightmanagement, Schüco International KG
  • Prof. Dr.-Ing. Winfried Heusler, Senior Vice President Global Building Excellence, Schüco International KG
  • Prof. Andreas Hild, Geschäftsführer, Hild und K Architekten
  • Angelika Hinterbrandner, Stipendiatin 2016/2017, Technische Universität Graz
  • Dr. Sandra Hofmeister, Chefredakteurin DETAIL
  • Prof. Wolfram Putz, Partner, Graft Architekten
  • Hon. Prof. Meike Weber, Senior Vice President Business Development, DETAIL

Die Jury tagte nicht öffentlich und entschied mit einfacher Mehrheit. Sie begründete ihre Entscheidung in einem einfachen Votum. Die Entscheidung der Jury ist endgültig und nicht anfechtbar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Hon. Prof. Meike Weber, Prof. Dr.-Ing. Winfried Heusler, Angelika Hinterbrandner, Prof. Andreas Hild, Dr. Sandra Hofmeister, Thomas Haltenhof, Prof. Wolfram Putz, Foto: © Julian Weninger, München

Portraits

Lionel Esche, Universität der Künste Berlin

Architektur nimmt für mich eine Schlüsselrolle ein bei der Frage, wie wir miteinander leben wollen. Architektur als Mutter der Künste – wie es der Architekt Volkwin Marg einmal so treffend umrissen hat – als immer währender Teil des Ganzen im Zusammenspiel von Theorie und Praxis, von Dauerhaftigkeit und Beständigkeit, von Logik und Sinnfälligkeit und von Effizienz und Schönheit in der Architektur.“

Lionel Esches Projekte zeigen einen bereits ausgereiften und breit interessierten Architekten, der die kunstgeschichtliche Herkunft der Architektur genauso versteht wie die kontemporäre Debatte. Er beherrscht die analogen und die digitalen Medien auf professionellem Niveau. Seine Arbeiten weisen eine – heutzutage eher selten gewordene – phänomenologische Sensibilität auf. Dabei ist er keiner klassischen modischen Haltung zuzuordnen, sondern verspricht, sich zu einem außergewöhnlichen, interessanten und selbstständigen Architekturautor zu entwickeln.

Beispielprojekt: Theresiengymansium, München

Nahe zur Theresienwiese, in der Isarvorstadt, befindet sich das Theresiengymnasium. Der Altbau, mit seinen zwei Flügeln und seinem kräftigen Mittelrisalit und der in den Sechziger Jahren elegante und schlichte Neubau präsentiert sich zur Straße und dem Kaiser Ludwig Platz.

Linonel Esche nutzt drei Baukörper, diese spannen sich an der Wand auf und bilden die einzelnen Räume. Die Wand rahmt den städtebaulichen Innen und Außenraum und bildet die Räumlichkeiten der Schule. Den naturwissenschaftlichen Baukörper führt den Gast über eine gewendelte Treppe in die oberen Geschosse und in den Untergrund. Eine raumschichtige Wand trennt den Garten von dem dritten Baukörper, dem handwerklichen Baukörper. Hier gelangen wir über ein großes Auditorium in die oberen Geschosse. Die Fassade wird als ein Kleid gedacht, welches sich über den Baukörper stülpt, im starken Dialog mit dem Altbau formuliert der Baukörper eine eigene Übersetzung vergangener Stile.

Benno Schmitz, Technische Universität Berlin

„Die Architektur hat in vielerlei Hinsicht große Bedeutung in meinem Leben. Ich nehme die gebaute Umwelt kritischer wahr.“

In den Projekten von Benno Schmitz geht es neben der gebauten Architektur auch um experimentelle Herangehensweisen, um 3D-Druck und Parametrik. Die Arbeiten beinhalten eine parametrische Morphogenese und Produktionsprozesse auf dem Stand der Technik. Er nutzt die Technik als Werkzeug.

Beispielprojekt: Museum of Contemporary Arts, Bonn

Am Museum of Contemporary Arts in Bonn treffen die Grenzen von Stadt- und Naturlandschaft aufeinander. Der unterirdische Gebäudekörper des Museums mit dem Eingang, den Ausstellungshallen und den Nebenräumen ist längsorientiert, parallel zum ehemaligen Steinbruch. 

Benno Schmitz spielt bei diesem Projekt mit der Dualität von Material, Konstruktion und Atmosphäre. Er unterscheidet die Funktionen der unterschiedlichen Gebäudeteile indem er durch die Verwendung von dunklem Beton im oberirdischem inneren Teil den Blick der Besucher auf die außenliegende Landschaft leitet. Der unterirdische Teil ist aus hellem pigmentierten Beton und mit Tageslichtdecken ausgeführt, um der Kunst einen schönen ruhigen Raum zu bieten.

Maximila Anne Maria Ott, Technische Universität Dresden

„Ich denke, dass sich meine Sichtweise im Laufe des Studiums und mit der immer intensiveren Auseinandersetzung mit der Architektur verändert hat und ich vieles das ich lese oder sehe auf die Architektur rückbeziehe und in meine Entwürfe miteinbeziehe.“

Die Arbeiten Maximila Otts zeigen ein erstaunlich geschlossenes Bild und weisen eine hohe Eigenständigkeit auf. Auch im Detail werden Visionen erzeugt, die in ihrer Gesamtheit sowohl in der Darstellung als auch in der Durchdringung eine hohe Kohärenz erreichen. Eine Stärke der Arbeit liegt unter anderem darin, dass sie den Betrachter in der Historie abholt, dann aber einen eigenen Standpunkt erreicht.Eine räumlich und atmosphärisch sehr einfühlsame Arbeit.


Beispielprojekt: Schlosspark Sanssouci, Potsdam

Im ehemaligen Obstgarten des Schlosses Sanssouci soll hinter einer alten Ziegelmauer ein Lapidarium mit Museum, Café und Restaurierungswerkstatt entstehen. Maximila Anne Maria Ott erhält in ihren Entwürfen die existierende Mauer und stärkt ihre Bedeutung durch eine neue höhere Mauer, aus dieser Mauer heraus entsteht ein Hofhaus. Durch eine Ädikula die, die Mauer unterbricht betritt man den Patio, der durch drei eingestellte Pavillons gegliedert wird. Der Patio bildet das Zentrum des Lapidariums, er ist Rückzugsort von der Außenwelt und Ausstellungsraum zugleich. Die Restaurierungswerkstatt befindet sich in einem separaten Gebäude welches mit der Rückseite des Hauptgebäudes einen Werkhof formt, der den Besuchern Einblicke in den Prozess gewährt und so Teil des Museums wird.


Jakob Zöbl, Technische Universität Graz

„Architektur ist allgegenwärtig, sie ist notwendig und umgibt uns alle. Mir gefällt genau diese Komplexität, das breite Spektrum das diese Disziplin bietet. Architektur ist für mich ein Handwerk, eine Leidenschaft, eine Kunst.“

Jakob Zöblzeigt in seiner Arbeit, dass er die Mittel der Architektur beherrscht – von der großen Geste bis hin zur konstruktiven Durchdringung vergleichsweise kleiner Objekte. Die Bandbreite reicht von eher konstruktiv geprägten bis hin zu atmosphärisch, stimmungsvollen Architekturen, die auch den Innenraum einbeziehen. Der Stipendiat geht seinen eigenen Weg in der historisierenden Semantik und versucht, eine eigene Poesie zwischen den Zeiten zu finden.


Beispielprojekt: Pavillon im Park

Der Entwurf von Jakob Zöblversucht an einem Ort, der historisch gesehen ein Grenzraum zwischen Altstadt und Gründerzeitbauten ist, einen Zusammenhang zwischen Fotografie und Architektur herzustellen.

Das Erdgeschoss ist offen konzipiert, frei gespielt von baulicher Struktur und gewährt Einblicke und Durchblicke. Im Untergeschoss befindet sich die Wechselausstellung. In einem Rundgang durchschreitet man die unterschiedlichen Raumsequenzen. Im ersten Obergeschoss gelangt man ins Schaulager des Museums, welches zusätzlich von oben durch ein Wasserbecken belichtet wird. Rund herum sind die Personalräume und Büros mit eigener Erschließung angeordnet. Durch einen schmalen Durchgang betritt man das oberste Geschoss. Elliptisch angeordnete Säulen leiten durch die Dauerausstellung. Ein völlig introvertierter, frei gespielter Raum, in dessen Mitte - ein begehbarer Innenhof. Ein Ort der Ruhe im urbanen Kontext, mit einem gerahmten Ausblick nach oben.


Bauplatz
Betonmodell
Grundriss Untergeschoss
Grundriss Erdgeschoss
Lageplan Erdgeschoss
Grundriss 1.Obergeschoss
Grundriss 2. Obergeschoss
Schnitt

DETAIL-Stipendiaten besuchen Schüco

Am 27.06.2017 waren die vier Gewinner des DETAIL-Architektur-Stipendiums 2017/2018 bei Schüco in Bielefeld zu Gast und zeigten sich beeindruckt vom neugestalteten Showroom, den Aktivitäten im Technology Center, sowie den Plänen zum weiteren Ausbau des Standortes Bielefeld.

Von links: Thomas Haltenhof (Schüco), Prof. Dr. Winfried Heusler (Schüco), Maximila Anne Maria Ott (Stipendiatin), Lionel Esche (Stipendiat), Jakob Zöbl (Stipendiat), Prof. Meike Weber (DETAIL), Martinak Zwack (DETAIL), Benno Schmitz (Stipendiat), Heinz Koring (Schüco)