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Design Cover Concept

Der opake Anteil an der Gebäudehülle nimmt zu. Volltransparente Fassadenlösungen werden also seltener. Schüco bietet daher zukünftig nicht nur Fassadensysteme für die transparenten Bereiche: Auf der BAU wurde nun mit dem Design Cover Concept eine Studie mit geschlossenem Workflow präsentiert, die architektonischen Vorstellungen an Kaltfassadenverkleidungen mit frei parametrisierbaren, opaken Flächen gerecht werden.

Manuel Almeida - Construções L Almeida O Buildeng

Die Zukunft ist jetzt

PROFILE: Worauf legen Sie bei der Fassadengestaltung Wert?
Manuel Almeida: Für mich ist es wichtig, dass das System sowohl einfach ist als auch sehr gute akustische wie thermische Ergebnisse erzielt.
PROFILE: Werden volltransparente Fassadenlösungen langfristig wieder seltener?
Manuel Almeida: Ja, ich denke schon, dass der opake Anteil der Gebäudehülle zunehmen wird. Darum interessiert uns auch das Design Cover Concept so sehr.
PROFILE: Finden Sie die Möglichkeiten, die das Konzept als standardisiertes System bietet, attraktiv?
Manuel Almeida: Auf jeden Fall. Aber natürlich ist dann ein Partner wichtig, der technisch versiert ist und vielfältige Lösungsvorschläge auf Lager hat.
PROFILE: Sind vollständig digital geplante Systeme interessant für Sie? Manuel Almeida: Natürlich! Die digitale Planung ist sehr wichtig. Nicht nur künftig; sie ist die Gegenwart!

Javier García Ferrés - Arquitectos y consultores Barcelona /E

Neues, nachhaltiges Gesicht

PROFILE: Vollverglaste Gebäude werden langfristig seltener – stimmen Sie dem zu?
Javier García: Ja! Schon allein aus energetischen Gründen wird das so sein. Ein Nullenergiehaus ganz aus Glas ist im Moment nicht denkbar. Ein Projekt, an dem ich beteiligt war, sollte im Passivhausstandard errichtet und der Fensteranteil von 40% nicht überschritten werden. Die übrige Fassadenfläche sollte aus Paneelen mit Isolierfunktion bestehen. Glas und Paneele, sonst nichts. Meine Kollegen und ich zerbrachen uns den Kopf über eine alternative Lösung; eine pure Glasfassade wäre hier absolut kontraproduktiv gewesen.
PROFILE: Welche Konsequenz ziehen Sie daraus?
Javier García: Wenn es die Anforderungen unmöglich machen, nurein einziges Material zu verwenden muss man zwangsläufig nach einer Alternative suchen. Andernfalls begeben Sie sich in einen unlösbaren Konflikt. Das Design Cover Concept sehe ich in diesem Zusammenhang als eine absolut zukunftsorientierte Denkweise.

Tijana Radovanovic - Architektin, Belvit /SRB

Monolithische Strukturen

PROFILE: Was sind für Sie die entscheidenden Aspekte bei der Fassadenplanung?
Tijana Radovanovic: Was uns im Moment besonders interessiert, sind Fassadensysteme, die sich auch auf das Dach anwenden lassen. Speziell für eines unserer aktuellen Projekte suchen wir ein Sys tem, das erlaubt, Fassade und Dach eins werden zu lassen, sodass sie eine monolithische Struktur ergeben.
PROFILE: Sie würden sich also von Schüco wünschen, dem Thema Dach mehr Aufmerksamkeit zu widmen?
Tijana Radovanovic: Ja, Glasgärten auf dem Dach oder etwas Ähnliches könnte ich mir gut vorstellen!
PROFILE: Da könnte das Design Cover Concept für Sie interessant sein!
Tijana Radovanovic: Ja, auch wenn ich denke, dass Glasfassaden nicht an Bedeutung verlieren werden. Hinterlüftete Fassaden werden nur einfach immer wichtiger, und die Frage nach dem richtigen Material.

Bert Tilicke - Tr. Architekten Rössing-Tilicke Köln /GER

Methode mit Zukunft

PROFILE: Was sagen Sie zum Design Cover Concept?
Bert Tilicke: Ich glaube, das ist schon jetzt eine Methode, ein Gebäude zu gestalten. Das Spektrum ist ja schon wirklich groß: Metall, Perforationen, etc. Das wird bestimmt weiter fortschreiten. Der Glasanteil wird aber nach wie vor sehr wichtig sein; womöglich in Form von halbtransparenten Flächen?! Ein spannendes Thema!
PROFILE: Was ist Ihnen bei der Fassadengestaltung wichtig?
Bert Tilicke: Dass man einen guten Support hat – deswegen kommen wir so gerne zu Schüco. Es ist ja inzwischen schon so vieles möglich, von den Beschlägen, den Öffnungsmöglichkeiten her, da kann man leicht den Überblick verlieren. Man braucht wirklich einen guten Partner, mit dem man zusammenarbeiten und mit dem man auch gemeinsam entwickeln kann.
PROFILE: Was wünschen Sie sich von Schüco in naher Zukunft?
Bert Tilicke: Schüco ist auf einem guten Weg.

Dr. Alexander Rieck - LAVA Stuttgart/GER

Prozesse, Produktion und Performance

Schüco ist mit der parametrischen Entwicklung von Fassaden und einer durchgängigen Prozesskette einen wichtigen Schritt gegangen. Nun müssen alle zusammen – Architekten, Ingenieure, Softwareentwickler,Maschinenbauer und die Bauindustrie – diesen Prozess weiter vorantreiben.

PROFILE: Welche Vorteile sehen Sie in der´ Weiterentwicklung von Kaltfassaden?
Dr. Alexander Rieck: Derzeit arbeiten wir verstärkt an performanten Fassadensystemen. Hier kom men funktionale Aspekte wie Energie, Sonnenschutz, Ausblick, etc. in einer sehr dynamisch gestalteten Fassade zusammen. Planung, Produktion und Montage sind die eigentlich interessanten Aspekte, wenn es um eine ökonomische Entwicklung geht. Ich sehe die Vorteile in der produktionstechnischen Position und in der Bauorganisation, die Durchgängigkeit der Daten ist der Schlüssel dazu. Bei der Kaltfassade haben wir alle Aspekte einfacher unter Kontrolle, bei Warmfassaden ist das deutlich komplexer. Ein einheitliches System aus einer Hand ist von Vorteil, da die Schnittstellen definiert sind.
PROFILE: Das Schüco Design Cover Concept basiert auf digitalen Planungstools und einem lückenlosen Workflow. Wird die geschlossene Datenkette den Bau verändern?
Dr. Alexander Rieck: Zum einen gibt es den großen Vorteil der Effizienz – von der Planbarkeit bis zur Qualitätssicherung. Durch neue Softwarelösungen werden alle Schnittstellen abgedeckt, auch die Produktionskette wird integriert. Das passiert auch in anderen Branchen unter dem Begriff »Industrie 4.0«. Diese Entwicklung wird nun auf den Bau appliziert. Schüco ist ein Vorreiter, dieser Prozess ist der richtige Weg. Mit dem Rahmenbau wurde ein Anfang gemacht, nun geht es darum, über die weiteren Möglichkeiten nachzudenken

Mark Coles - Associate WilkinsonEyre. Architects London /GB

Sehr viel mehr als eine plane Fläche

PROFILE: Weshalb finden Sie die Studie zum Design Cover Concept relevant?
Mark Coles: Aufgrund der Anforderungen zur Energieeffizienz von Gebäuden ist bereits ein Trend zu erkennen – die Gebäudehülle wird wieder geschlossener und massiver anstatt hochtransparent. Deshalb sind modulare Systeme, die beides können, die opak und auch lichtdurchlässig sein können, extrem interessant. Weiterhin ermöglicht die Studie der dreidimensionalen Vorhangfassade verschiedene Formen und Oberflächenstrukturen.Dadurch sind gestalterisch absolut neue Möglichkeiten gegenüber den bisherigen Flächen gegeben. Das Design Cover Concept ermöglicht neue Texturen, mehr gestalterische Freiheiten in der Modellierung der Elemente und hebt die Vorhangfassade auf ein voll kommen neues Level.

Roy Veldman - IBP Interieurbouw Terwolde/NL
Gerhard Kippers Kippers Interieurarchitectuur Drogteropslagen/NL

Organisches Gesamtkonzept

PROFILE: Welche Anwendungen könnten Sie sich für das dreidimensionale Design Cover Concept vorstellen?
Gerhard Kippers: Das ist ein tolles System, um ein Gebäude mit einer simplen Grundstruktur zu etwas Besonderem zu machen. Ich sehe großes Potenzial im Bereich der Corporate Architecture. Unter nehmen können damit ausdrücken, dass sie modern und innovativ sind. Ich würde mir das System auch für die Nutzung im Gebäudeinneren wünschen, als Atrium zum Beispiel.
Roy Veldman: Das spannende ist die Kombination der organischen Form mit den Möglichkeiten einer Vorhangfassade, die man einfach vor bestehende Strukturen setzen kann – sowohl im Außenals auch im Innenbereich, bei Neubauten und Sanierungen. Bei diesem System geht es nicht mehr um die Einzelteile einer Fassade, sondern um ein gestalterisches Gesamtkonzept. Schüco ist jetzt Architekt!

Markus Weinig- spatialsense, München/GER

Einfach und verständlich

PROFILE: Gehören technische Innovation und Einfachheit für Sie zusammen?
Markus Weinig: Definitiv. Viele technisch hochentwickelte Produkte sind ja gerade deswegen so erfolgreich, weil sie einfach zu bedienen sind und schlicht aussehen. Auf die Architektur bezogen, trifft das genauso zu: Je „einfacher“ die technische Ausstattung ist, desto eher ist sie für verschiedene, unterschiedliche Nutzer zugänglich.
PROFILE: Gegensätze zu vereinen hört sich nicht ganz so leicht an.
Markus Weinig: Das stimmt. Etwas technisch Innovatives zu entwickeln und es gleichzeitig einfach aussehen zu lassen, das ist eine Herausforderung. Das gelingt ja auch nicht jedem.
PROFILE: Das Design Cover Concept ist Schücos neueste Entwicklung im Fassadenbereich, sehen Sie darin Vorteile?
Markus Weinig: Wenn es ein gutes System ist, dürfte es auch für den Markt attraktiv sein. In dieser Hinsicht bietet eine in Serie hergestellte Fassade gegenüber einer individuellen Anfertigung sicher viele zusätzliche Qualitäten.