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Architekturpreis Berlin 2016

Die Verleihung des Architekturpreises 2016 – gefördert und übergeben von Schüco – ging am 3. Juni im Palais am Funkturm über die Bühne. Über hundert Teilnehmer hatten ihre Projekte eingereicht und hofften, die Jury zu überzeugen. Am Ende gewann eine originell umfunktionierte Kirche aus Berlin-Kreuzberg.

Berlin wächst. Laut Bevölkerungsprognosen könnten in der deutschen Hauptstadt schon in wenigen Jahren rund vier Millionen Menschen leben. Sie alle brauchen Platz zum Wohnen und Arbeiten. Darum prägen immer mehr Gebäude das Stadtbild. Gleichzeitig steigt der Anspruch an architektonische Raffinesse, technische Innovation und nachhaltige Gestaltung. Die besten Bauten in Berlin werden alle drei Jahre vom Verein Architekturpreis Berlin e.V. prämiert. Doch wie muss ein Gebäude beschaffen sein, um den Architekturpreis Berlin zu gewinnen?

Die diesjährigen 111 Teilnehmer zeigten, dass anspruchsvolle Baukunst ganz unterschiedlich sein kann. Von extravaganten Apartmenthäusern über sozial-ökologische Gebäude bis hin zu preiswertem Wohnungsbau war alles vertreten. Das machte es der Jury – bestehend aus Architekten und Kulturschaffenden – nicht leichter, einen Gewinner auszuwählen. Am 3. Juni 2016 mussten sich die Juroren unter Vorsitz des designierten Volksbühnen-Intendanten und früheren Direktors der Londoner Galerie Tate Modern, Chris Dercon, jedoch einig sein. Denn da sollte der Preis feierlich im Palais am Funkturm übergeben werden.

Diese Aufgabe wurde Dr. Georg Spranger, Leiter Marketing & Corporate Development bei Schüco, zuteil. Architekturförderung spielt für ihn und das Unternehmen Schüco eine große Rolle. So formulierte er es auch auf der Bühne: „Ein Wettbewerb wie dieser, der Spitzenleistungen auszeichnet, trägt einen großen Teil dazu bei, eben solche Spitzenleistungen sichtbar zu machen und auf diese Weise Architekten zu motivieren. Das finden wir von Schüco toll und wichtig und sind gerne bei einer Veranstaltung wie dieser dabei.“

Im Anschluss an seine Worte wurden die Sieger verlesen: Der Architekturpreis Berlin 2016 ging an das Büro Brandlhuber + Emde, Burlon für den Umbau der St. Agnes-Kirche in Kreuzberg in ein Kunst- und Kulturzentrum.

Die Jury war sich einig: Mit minimalen aber hochpräzisen Eingriffen haben die Architekten die Kirche in ein Begegnungszentrum umfunktioniert. Zentraler Punkt der Umbauten ist eine Betonplatte, die so konstruiert und in das 1974 von Werner Düttmann errichteten Betongebäude eingezogen wurde, dass sie jederzeit wieder entfernt oder ausgetauscht  werden kann. Der sensible Umgang mit der St. Agnes-Kirche in der Alexandrinenstraße zusammen mit der flexiblen Nutzung bezeichnete die Jury als: „grandios!“ und belohnte die kreative Leistung mit einem Preisgeld in Höhe von 12.000 Euro.

Zusätzlich wurden noch weitere Auszeichnungen vergeben, zwei davon dotiert mit 3.000 Euro. Über den ersten Sonderpreis zum Thema „Parks und Plätzen“ freuten sich die Levin Monsigny Landschaftsarchitekten mit dem Projekt Umfeld Fernsehturm. Den zweiten zum Thema „Neues Urbanes Wohnen“ erhielten die Praeger Richter Architekten mit ihrem Ausbauhaus Neukölln.

Der Publikumspreis ging mit 418 von insgesamt 5.126 online abgegebenen Stimmen an den Architekten Martin Schmitt für die Kantine der École Voltaire in der Kurfürstenstraße.

Die Preisgelder wurden von Schüco, der Berliner Stadtreinigung (BSR) und der Investitionsbank Berlin (IBB) gestiftet.