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In der Höhle Archeopark Pavlov/CZ

Unterirdisch, dunkel und verwinkelt, durchbrochen von kleinen Lichtflecken und Sonnenstrahlen, die sich durch die wenigen Öffnungen ihren Weg ins Innere der Ausstellungsfläche des Museums Archeopark im tschechischen Pavlov suchen: Das ausdrucksstarke Sichtbetongebäude erinnert an eine Höhle.

Objekt:
Archeopark Pavlov/CZ
www.archeoparkpavlov.cz
Bauherr:
Südmährische Region (Jihomoravský kraj), Ministerium für Regionalentwicklung (ROP Jihovýchod), Europäische Union
Architekten:
Architektonická kancelář Radko Květ, Brno/CZ
Fertigstellung:
2016
Verarbeiter:
Alu A.S.
Schüco Systeme:
Schüco Fassade AOC 50, Aufsatzkonstruktion auf Holz

Eine innen liegende Glaswand trennt den Besucherbereich von der Ausgrabungsstätte. Das Schüco System AOC 50 TI verbindet und trennt beide Bereiche.

Der Archäologische Park in der südmährischen Region in Tschechien befindet sich am Rande der Gemeinde Pavlov in einem Landschaftsschutzgebiet. Die Gegend ist bekannt für überragende archäologische Funde – es darf nur dort gebaut werden, wo weitere Funde ausgeschlossen werden können. Das massive Gebäude nach Entwürfen von Architektonická kancelář Radko Květ scheint mit der umliegenden Landschaft zu verschmelzen. Es befindet sich symbolträchtig unterirdisch, in etwa fünf Metern Tiefe, der Höhe des Fundorts der archäologischen Exponate, die dort nun ausgestellt werden. Der Besucher schreitet langsam in die Tiefe und in die Dunkelheit hinab, um dort auf die Vergangenheit von vor 25 000 Jahren zu treffen. Der gesamte Museumsbau erstreckt sich auf einer Fläche von 1 134 m2 und bietet dabei über 500 m2 reine Ausstellungsfläche. Auch eine reale Ausgrabungsstätte ist unterirdisch als Bestandteil des Museums zu besichtigen. Eine großflächige innen liegende Glaswand, die mittels des Schüco Fassadensystems AOC 50 TI realisiert wurde, trennt kaum sichtbar den Besucherbereich von der Ausgrabung.

Oberirdisch sind von dem großen Gebäudekomplex nur die charakteristischen, weißen Betonvolumen sichtbar, die, scheinbar zufällig in der Landschaft verstreut, die Zugänge und Belichtungsschächte markieren. Großflächige Glasfassadenelemente dienen als Absperrung im Inneren, zur Belichtung und als Klimagrenze. Teilweise kaum wahrnehmbar, ermöglichen und fördern sie so den Kontrast zwischen der Dunkelheit des massiven Betongebäudes und dem Spiel mit dem Sonnenlicht. Eine perforierte Betonwand markiert von außen den Eingangsbereich. Dahinter befindet sich als Klimagrenze eine Glaswand, die von innen mit der davorliegenden Ornamentik den Schulungsraum gestaltet. Das Glas-Fassadensystem Schüco AOC 50 TI wird durch Holzprofile getragen. Im Außenbereich kommen als gestalterische Elemente die Landschaft und Gabionenwände hinzu.

Der Archeopark ist ein außergewöhnlicher Zwitter aus Landschaft und Gebäude, aus Ausstellung und Ausgrabungsstätte, aus Moderne und Vergangenheit.

Text: Bettina Sigmund
Fotos: Gabriel Dvořák, Aleš Lezatka

Halb Fenster, halb Wand: Eine schräge Schüco Glaswand »liegt« auf einem der kubischen Belichtungs- und Aussichtsschächte.