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Ein Lob auf die Langsamkeit!

Höher, schneller, weiter – und doch entscheiden sich jeden Tag mehr Menschen dafür, die Geschwindigkeit aus ihrem Alltag zu nehmen. Globalisierung, Massenkonsum und Wachstumszwang gehen auf Kosten der Gesundheit, Produktivität und Lebensqualität. Warum dem so ist, untersucht seit vielen Jahren der kanadische Bestseller-Autor Carl Honoré auch in seinem Buch „Lob der Langsamkeit“.


Gegentrend zur Schnelllebigkeit

Bewusste Verlangsamung als Gegentrend zur Schnelllebigkeit der Welt? Was unvereinbar anmutet, ist für ihn ein Glücksfall, denn es erlaubt uns, über die großen Fragen nachzudenken: Wer bin ich? Was ist meine Bestimmung? Was für ein Leben sollte ich führen? Wie will ich leben? Wie kann man die Welt zu einem besseren Ort machen? Was auf den ersten Blick unbequem erscheint, hilft jedoch beim Innehalten und führt letztendlich zu einem bewusster geführten Leben.

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Slow Food

Das Hinterfragen der komplexen Zusammenhänge unseres Lebens als Lebensphilosophie ist nicht neu. Bereits in den 1980er Jahren entstand in Italien die „Slow“-Bewegung als kulturelle Strömung. Stein des Anstoßes war die Eröffnung der ersten McDonald`s-Filiale im Herzen von Rom, was als Affront gegen die italienische Koch- und Essenskultur verstanden wurde. Als bewusstes Gegenmodell zum Fast Food bzw. Fast Life, dem schnellen, achtlosen Konsum von Lebensmitteln und Waren, entwickelte sich unter dem Slogan Slow Food eine internationale Bewegung, die sich der Bewahrung der lokalen Ökosysteme, Lebensmittelproduktion und nachhaltigem Genuss verschrieben hat. Die zentralen Grundsätze basieren auf drei Säulen: gut, sauber, fair. Im Sinne einer guten Qualität, die für den Menschen und den Planeten gesund erwirtschaftet wird und eine faire, nachhaltige Versorgungskette abbildet.

Slow Travel

Die Wertschätzung von Zeit, Raum und Erleben lässt sich als Philosophie auch auf andere Lebensbereiche übertragen, von Slow Fashion bis zu Slow Travel. Der Kunst des langsamen Reisens widmet sich auch Carl Honoré: „Meine Art, die Welt zu verstehen, ist, mich in ihr zu bewegen, mich umzusehen, zuzuhören, sie mit allen Sinnen wahrzunehmen, über sie nachzudenken, mich mit anderen auszutauschen.“ Dabei geht es nicht nur um die Geschwindigkeit, mit der von einem Ziel zum anderen gereist wird, sondern um das Erlebnis. Slow Travel bringt die Besonderheiten des Ortes hervor. Sei es der spezielle Charakter, der über die Gebäude hinausgeht, traditionelle Handwerks- und Lebenskunst und die Geschichten hinter den Geschichten. Nicht nur der Reisende, sondern auch die Menschen vor Ort und die Umwelt können davon profitieren.

Slow Architecture – Slow Food für die gebaute Umwelt

„Zurück zur Einfachheit. Zurück zur Reinheit. Weniger, aber besser.“ Unter dieser Kurzformel fasst der berühmte Designer Dieter Rams seine Prinzipien für gutes Design zusammen. Die Tendenz, sich bewusster mit den Dingen zu beschäftigen, findet sich auch in der Gestaltung und damit auch der Architektur wieder. Wie ein Gericht, das im Sinne der Slow Food-Bewegung aus lokalen, nachhaltig produzierten Zutaten kreiert wird, ist es der zentrale Gedanke von Slow Architecture, den Ort, das Material und die Nachhaltigkeit miteinander zu denken, ohne dabei den gestalterischen Aspekt zu vernachlässigen. Slow Architecture steht für Langlebigkeit von Material und Struktur und den bewussten Verzicht auf überflüssige Features. Ein Gegenmodell zur digitalen, globalen Welt. Mit Respekt vor der lokalen Tradition und der Einbindung in die Topografie des Ortes entstehen ästhetische Bauwerke, die mit Würde altern dürfen, ohne ihren Charme zu verlieren. 

Lese-Tipps

Interview mit der Soziologin Christiane Varga

Ted Talk mit Carl Honoré


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